Frauenkraft voraus - QS-Career-Forum in Frankfurt
„Just keep your promises in businesslife as well as in your familiy life“, rät Kirsten Weisbender, Personalchefin der Commerzbank und Mutter von zwei Kindern. Mit diesem Statement verdeutlicht sie die allgemeine Stimmung: Die Berufswelt bietet für jedermann Platz für eine individuelle Entfaltung. Das in London ansässige QS-Career-Forum veranstaltete am 14. März 2008 im Hiltonhotel in Frankfurt eine Messe zum Thema Women in Leadership.
Vertreter/innen von großen Firmen wie der Commerzbank, l'Oréal oder Capgemini stellen dort seit vier Jahren im Rahmen von Vortägen und persönlichen Gesprächen die Karrieremöglichkeiten in ihren Betrieben vor. Außerdem äußern sie sich allgemein zu Führungsqualitäten und der Geschlechterverteilung in Führungspositionen. Teilnehmer der Messe sind erfolgreiche Studentinnen sowie Absolventinnen des IT-, Wirtschafts- oder Finanzbereiches. Die 160 Teilnehmerinnen bauen während der Messe persönlichen Kontakt zu den Firmenvertretern auf, erkundigen sich konkret über die Bewerbungsformen bei einem speziellen Unternehmen oder erhalten allgemeine Informationen zur Karriereentwicklung. So hat auch Canan Özdemir, Wirtschaftswissenschaftsstudentin in Frankfurt, mehrere Daten und Kontakte zu Ansprechpartnern der führenden Firmen bekommen. Die 20-Jährige hofft außerdem durch die Vorträge auf der Messe einen tieferen Einblick in die Wirtschaftswelt zu bekommen.

Elke Schwarz, Marketingmanagerin des QS-Forums, erzählt, dass das Thema „Frauen in Führungspositionen“ sehr gut bei den großen Firmen ankommt. „Der Ausgleich durch Frauen in der businessorientierten Männerwelt macht den Erfolg eines Unternehmens aus.“, erzählt sie lächelnd. Deshalb rät Elke Schwarz allen Karriereeinsteigerinnen: „Einfach Frau bleiben“.
Während einer Podiumsdiskussion sprechen die einzelnen Personaler über Managerqualitäten und über die Entwicklung der karriereeinsteigenden Generation. Grundsätzlich einig sind sich die Sprecher darin, dass ein entscheidender Lernprozess während der Arbeit stattfindet. Fast jede Firma bietet so genannte Traineeprogramme für Berufseinsteiger an. Die frühe Übertragung von Verantwortung bietet sehr gute Weiterbildungsmöglichkeiten. Außerdem wird in den meisten Firmen darauf gesetzt von anderen Kollegen oder Vorgesetzten zu lernen. Häufige, konstruktive Feedbacks fördern den Lernprozess deutlich. „Create visibility“, ist ebenfalls ein wichtiger Ratschlag, den Candileigh Monzo, Partnerin von Ernst&Young erwähnt. Durch Eigeninitiative und aktives Einbringen in den Arbeitsalltag werden Vorgesetzte aufmerksam und trauen dem Einsteiger mehr zu.
Im Globalisierungszeitalter ist es entscheidend internationale Erfahrungen vorzuweisen. Die Themen werden insgesamt allgemeiner und umfassender. Somit wird es notwendig, die Dinge aus einer komplexen Sichtweise heraus zu betrachten. Dennoch existiert kein generelles, geschlechterspezifisches Muster für Führungsqualitäten. Es kommt ganz individuell auf die einzelne Person und ihre Art der Überzeugung an. Was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angeht, so sind sich die Firmenvertreterinnen einig, dass es wichtig ist, sich Prioritäten zu setzten und diese auch durchzuziehen. Frauen sollten keine Angst davor haben weder in beruflicher Hinsicht zurückzutreten noch die Kinderaufsichtsstätten des Unternehmens in Anspruch zu nehmen.
Von Anna Bordel


