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LEARNTEC 2006: Mobilität hört bei Bildung nicht auf

Mobilität gewinnt in der Lebensgestaltung des modernen Menschen eine wachsende Bedeutung. Dies um so mehr, als in immer stärkerem Maße die strikte Trennung zwischen Berufsleben und Frei­zeit verschwimmt. Die berufliche Qualifizierung muss stärker mit den Bedürf­nissen von Arbeitnehmern und Wirtschaft verzahnt werden und sieht sich daher der deutlichen Forderung nach modernen und vor allem mobilen Lern- und Bildungskonzepten gegenüber.

Der Fortschritt in der Informations- und Kommunikationstechnologie macht es heute möglich, „Mobile Learning“-Konzepte methodisch und technologisch mit einem überschaubaren Aufwand umzusetzen. Abgestimmt auf die arbeitsbegleitenden Lernprozesse werden im geschäftlichen Alltag heute mobile Geräte wie Handys, Smartphones und PDAs genutzt, um Nachrichten zu empfangen, zu senden und Informationen abzurufen.

Erfolgreiche Integration mobilen Lernens
„Mobile Learning“ ist dabei weit mehr als ein neues Attribut, sondern ein Ausdruck der vernetzten Kultur, die nicht nur im beruflichen Bereich Einzug gehalten hat. Mit mobilen und interaktiven Medien ergeben sich neue Mög­lichkeiten für die ortsunabhängige und flexible Nutzung von Lernangeboten. Lernende, die keinen Zugriff auf einen PC haben, können erreicht werden, und das Lernen zwischen Arbeitszeit und Freizeit wird ermöglicht.

Mobile Learning hilft, Leerlaufzeiten, wie etwa die Wartezeit am Flughafen, sinnvoll zu nutzen. Mit den entsprechenden PDAs oder Smartphones können Manager, die unter notorischem Zeitmangel stehen, die Zeit für kleine Fort­bildungseinheiten nutzen. Besonders interessant ist die Nutzung im Außen­dienst und im Servicebereich für arbeitsprozessbegleitende Beratung und Information.

Mobile Learning ist mehr als nur E-Learning für unterwegs: „Entscheidend ist, welche Potenziale das mobile Lernen bietet“, betont Oliver Pincus, Geschäftsführer der afelio GmbH und Initiator der „mobilelearningarena“ auf der LEARNTEC 2006. Nach seiner Meinung geht die Diskussion oft zu sehr von den technischen Fea­tures der Geräte aus. „Doch Bildungsverantwortliche und Entscheidungsträ­ger in den Unternehmen müssen sich erst darüber klar werden, welche Ziele sie verfolgen, bevor sie sich damit auseinandersetzen, ob sie diese Ziele besser mit einem Smartphone, PDA oder Laptop erreichen.“

Bildungsverantwortliche sind gefordert, innovative Lernarrangements zu gestalten und mobiles Lernen in vorhandene Infrastrukturen zu integrieren. Bereits heute kann mobiles Lernen Präsenztrainings und E-Learning-Ange­bote sinnvoll ergänzen.

Warum mobil lernen?
Wenn mobile Dienste und Geräte zum Lernen eingesetzt werden, kann der Lernprozess durch den Einsatz der Technologie sinnvoll unterstützt werden. Mobiles Lernen definiert nicht das Lernen neu, sondern bietet neue Lösun­gen für Lernarrangements an. Mit der zunehmenden Verbreitung mobiler Dienste und Geräte wird es möglich, mobiles Lernen problemlos als Zusatz­angebot auf vertraute und bereits vorhandene Plattformen zu bringen.

Themen für mobiles Lernen
Mobiles Lernen bietet sich dabei für Mitarbeitergruppen an, die bereits für andere Zwecke mit mobilen Geräten ausgestattet sind, wie etwa Außen­dienst- oder Service-Mitarbeiter. Hier sind die notwendigen Voraussetzungen wie Geräte und Kenntnisse im Umgang bereits gegeben. Wer aufgrund seiner Tätigkeit keinen Zugang zu einem PC hat – wie etwa gewerbliche Mit­arbeiter, Pflegedienste oder „Facility Manager“ – kann von mobilen Lernan­geboten besonders profitieren.

Auf der LEARNTEC – 14. Internationaler Kongress und Fachmesse für Bil­dungs- und Informationstechnologie –, vom 14. bis 16. Februar 2006 im Kongresszentrum Karlsruhe, präsentieren Fachleute Beispiele aus der Praxis und zeigen in der „mobilelearningarena“, was mobiles Lernen bedeutet, wel­che Geräte und Dienste es gibt und wie sich mobile Konzepte in die betriebli­che Bildung einbinden lassen. Dies gilt insbesondere mit Blick darauf, dass die Bereiche des Lernens und des Arbeitens zunehmend überlappen und die Grenzen zwischen mobilen Lernen und mobilen Arbeiten zunehmend ver­schwimmen. Deshalb widmet sich die LEARNTEC in einem weiteren The­menforum am 16. Februar 2006 dem Zukunftsthema „Mobile Working“.

(Quelle: Learntec, Februar 2006)