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Haben Sie schon ausgelernt?

Arbeitnehmer alten Schlages haben früher gern von sich gesagt, sie hätten „ausgelernt“, um einen Zustand von beruflicher Reife und Erfahrung zu beschreiben. Wer heute noch von sich behauptet, er habe ausgelernt, bescheinigt sich höchstens noch seine Untauglichkeit für den modernen Unternehmensalltag. Der moderne und zukunftstaugliche Arbeitsplatz funktioniert nur noch mit arbeitsbegleitenden Lernprozessen. Bildung wird sich in Zukunft stärker auf die Unterstützung arbeitsbegleitender Lernprozesse konzentrieren müssen, um die notwendige Effizienz zu erreichen.

Wirtschaftlich erfolgreich mit informellem Lernen
Nicht nur die Arbeitswelt ist im Wandel, auch die Lernprozesse selbst unterliegen einer ständigen Entwicklung. So weißt die neuere Forschung nach, dass 80 Prozent des Wissens und des Könnens während der Arbeit erworben wird – en passant, informell eingebettet in die alltäglichen Routinen.

Diese Form des Lernens zeichnet sich durch Praxisrelevanz, Anpassung an betriebliche Abläufe, Lernen nach Bedarf und geringe Fehlzeiten am Arbeitsplatz aus. Dennoch liegt der Hauptfokus in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung immer noch auf intensiver Vorabqualifikation durch Klassenraum-Unterricht und Blended-Learning-Trainings. Dies zum Teil aus Unkenntnis, wie qualitätsvolles und zielgerichtetes informelles Lernen unter Einbeziehung elektroni­scher Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten initiiert werden kann.

Während für die konventionellen Lernangebote elaborierte Methoden und Organisationsstrukturen bereitstehen, muss für das informelle Lernen geklärt werden, welche Methoden und Tools zur Unterstützung arbeitsbegleitenden Lernens überhaupt erfolgreich sind. Ein fundierter Mix aus Theorie, Praxis und Methoden führt hier zu einer hohen Motivation, die wiederum eine höhere Leistungsfähigkeit des Unternehmens ermöglicht. Das Lernangebot soll sich heute unmittelbar an den betrieblichen Prozessen des jeweiligen Unternehmens ausrichten, Qualifizierungs­konzepte sind erforderlich, Trainer und Personalentwickler stehen vor neuen Herausforderungen.

Von der Aus- und Weiterbildung zum internen Bildungsmanagement
Die Leiter von Trainingsorganisationen werden in wachsendem Maße nach den geschäftlichen Auswirkungen ihrer Bildungsaktivitäten beurteilt. Bildungsmanager werden nach diesem Modell zunehmend zum "Unter­nehmer im Unternehmen" mit einem erweiterten Aufgabenbereich, in dem sie Bildungsaktivitäten detailliert planen, vermarkten sowie Kosten und Erfolg analysieren.

Auf der LEARNTEC – 14. Internationaler Kongress mit Fachmesse für Bildungs- und Informationstechnologie –, vom 14. bis 16. Februar 2006 im Kongresszentrum Karlsruhe, präsentieren Fachleute Beispiele aus der Praxis und zeigen, was betriebliche Bildung und E-Learning heute bedeuten, warum sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber damit beschäftigen müssen und welche Chancen E-Learning dem Einzelnen auf dem Arbeitsmarkt und in seinem Beruf bietet.

(Quelle: Learntech, November 2005)