Lernen im individuellen Tempo
Wie kann unser lernbehinderter Sohn eine Ausbildung absolvieren? Wie finde ich einen Arbeitsplatz mit behinderungsgerechter Ausstattung? Welche Ausbildungsberufe berücksichtigen körperliche und psychische Einschränkungen? Und welche Regelungen gelten für Arbeitgeber, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen? Antwort auf diese Fragen gibt es bei mehreren Anbietern auf der Jobs for Future. Die Messe für Arbeit, Aus- und Weiterbildung findet vom 12. bis 14. Februar in der Maimarkthalle Mannheim statt und ist an allen drei Tagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt und Parken sind frei.
Wer mit einer Behinderung leben muss, kann auf eine Reihe von Hilfen zurückgreifen. Auf der Jobs for Future kann man sich die entsprechenden Informationen auf kurzen Wegen besorgen und sich beim Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS), beim Berufsbildungswerk Mosbach und bei der Agentur für Arbeit Mannheim beraten lassen.
Der KVJS ist Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für die 44 Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs. Zur Integration schwerbehinderter Menschen ins Arbeitsleben bietet das KVJS-Integrationsamt Arbeitgebern und schwerbehinderten Arbeitnehmern eine Vielzahl fachlicher und finanzieller Unterstützungsmöglichkeiten an. Gefördert werden beispielsweise die Neuschaffung und die behinderungsgerechte Ausstattung von Arbeitsplätzen für schwerbehinderte Menschen. Auch bei der Gründung und Erhaltung einer selbstständigen beruflichen Existenz schwerbehinderter Menschen kann geholfen werden. Die Integrationsfachdienste (IFD) vermitteln und begleiten Arbeitskräfte, die trotz Behinderung leistungsfähig sind. Der Technische Beratungsdienst steht Arbeitgebern bei der behinderungsgerechten Planung, Einrichtung und Anpassung von Arbeits- oder Ausbildungsplätzen und dem Einsatz technischer Arbeitshilfen zur Seite. Alle Serviceangebote des KVJS sind kostenfrei.
Jugendliche ganzheitlich fördern
Das Berufsbildungswerk Mosbach fördert junge Menschen mit Lern- und/oder Mehrfachbehinderungen (psychische Behinderung, Epilepsie, Allergien, Übergewicht u.a.). In der Rehabilitationseinrichtung greifen Berufsvorbereitung, Arbeitserprobung, Berufsfindung und Ausbildung ineinander; die Jugendlichen werden ärztlich, psychologisch und sozialpädagogisch betreut. Wer in das Berufsbildungswerk aufgenommen werden möchte, muss bei der Agentur für Arbeit seines Heimatortes, die in der Regel auch die Kosten trägt, einen Reha-Antrag stellen. Für Schüler und Auszubildende stehen 400 Ausbildungsplätze und 200 Internatsplätze zur Verfügung.
Angeboten werden berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Sonderberufsschule und Sonderberufsfachschule, wo man 22 gewerblich-technische, landwirtschaftliche, hauswirtschaftliche und kaufmännische Berufe erlernen kann. Berufsziele wie Gartenbaufachwerker/in, Beikoch/Beiköchin oder Fahrradmonteur/in sind anerkannte Abschlüsse, auf denen aufgebaut werden kann.
(Quelle: Jobs for Future, 02.02.2009)


