Ob Heizungsbauer oder HipHop Producer: Gute Aussichten für Schulabgänger
Auf geht’s zum Traumjob: Für Schulabgänger stehen die Chancen gut wie schon lange nicht mehr, denn es sind viele Ausbildungsplätze im Angebot und weniger Mitbewerber unterwegs. Grund genug, sich rechtzeitig zu informieren, wohin die Reise ins Berufsleben führen soll. Bei der Messe Jobs for Future stellen Unternehmen, Berufsfachschulen, Kammern und Verbände zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten vor und bieten Praktika und Ausbildungsplätze an. Vom 12. bis 14. Februar, täglich von 10 bis 18 Uhr, ist die Maimarkthalle Mannheim der größte Bildungsmarkt der Region. Auch zahlreiche Weiterbildungs-Institute und Hochschulen stellen ihre Angebote vor. Eintritt und Parken sind frei.
Mit Hauptschulabschluss geht mehr, als man denkt!
„Grundsätzlich gibt es keine rechtlichen Vorschriften, mit welchem Schulabschluss welcher kaufmännische Ausbildungsberuf erlernt werden kann oder darf“, ist in einer Broschüre der IHK Rhein-Neckar zu lesen. Viele Aussteller betonen ausdrücklich, dass sie gern Bewerber mit gutem oder sehr gutem Hauptschulabschluss kennen lernen wollen. Spannende Berufe müssen nicht unerreichbar bleiben: Mit Hauptschulabschluss kann man lernen, wie man mit Musik, Modedesign, Massage oder Event-Management seinen Lebensunterhalt verdient. Hauptschulabgänger erfahren auf der Jobs for Future außerdem, wo sie lernen können, wie man Menschen alltags- und bühnentauglich schminkt, wie man alte und kranke Menschen pflegt, was Verkäufer im Einzelhandel wissen müssen, wie man mit Drehmaschinen umgeht, Industrieanlagen wartet, Gärten und Golfplätze gestaltet und wie man Waren verwaltet, lagert und verschickt.
Ob Handwerk oder Industrie, Einzelhandel, Medien oder Gesundheitsbereich: Viele Wege führen in die gewünschte Branche. Daher lohnt es sich zum Beispiel, sich nach einer kaufmännischen Ausbildung beim Wunschunternehmen zu erkundigen: Zusätzlich zum Fachwissen erwirbt man wertvolle Branchenkenntnisse: Verkehr und Logistik, Gesundheitsberufe, Immobilienwirtschaft, Hotellerie und Gastronomie sind gute Beispiele dafür. Ausbauen lassen sich Tätigkeitsbereiche später fast immer, und wer Freude an seinem Metier hat, kann sich weiterbilden, den Meister machen oder ein Studium „draufsetzen“.
Die BASF SE zum Beispiel bietet im Jahr 2009 insgesamt 900 Ausbildungsplätze an, angefangen von den typischen Chemieberufen über technische, kaufmännische und IT-Berufe bis hin zur Kombination von Ausbildung plus Studium. Nicht alle sind für jede und jeden geeignet, aber: Hauptschüler/innen bietet die BASF mit den Programmen „Start in den Beruf“ und „Anlauf zur Ausbildung“ eine Einstiegschance und empfiehlt Bewerber/innen, ihre Unterlagen am besten gleich zum Messestand mitzubringen.
Welche Berufe sind im Angebot?
Geschick und Neigungen kann man in mehr als 130 Handwerksberufen wie zum Beispiel Augenoptiker/in, Bäcker/in oder Koch/Köchin einsetzen. Technisch Interessierte finden ein breites Spektrum an Tätigkeitsfeldern wie Industriemechanik, Elektronik und Mechatronik. Namhafte Unternehmen wie Daimler AG, John Deere Werke Mannheim, SEW-EURODRIVE, Siemens AG und WABCO Radbremsen haben an den großen Gemeinschaftsstand der SÜDWESTMETALL Kran- und Druckluftmodelle mitgebracht und demonstrieren am Mechatronik-System, welche Aufgaben in den Metall- und Elektroberufen zu bewältigen sind. Im Info-Mobil warten sechs Multimedia-Terminals und zwei CNC-Dreh- und Fräsmaschinen auf junge Leute, die sich ein Bild von M+E-Berufen machen wollen.
Die Stadt Mannheim hat als einer der größten Arbeitgeber der Metropolregion die Zahl ihrer Ausbildungsplätze im Jahr 2008 im Vergleich zum Jahr 2006 nahezu verdoppelt und will sie weiter steigern. Derzeit befinden sich ca. 170 junge Menschen bei der Stadt Mannheim in Ausbildung. Die städtischen Eigenbetriebe suchen Bauzeichner/innen, Drucker/innen, Fachangestellte für Bäderbetriebe und für Medien- und Informationsdienste, Fachkräfte für Abwassertechnik oder Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Forstwirte, Gärtner/innen, Vermessungstechniker und vieles mehr. Auch der Eigenbetrieb Nationaltheater bietet Kreativen und Kaufleuten spannende Berufsperspektiven. „So bunt wie das Leben“ beschreibt die Polizei ihre Tätigkeitsfelder: Rund 800 Ausbildungsplätze sind für 2010 in Baden-Württemberg für den mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst zu vergeben. Zahlreiche Herausforderungen im Europa ohne Grenzen bewältigt der Zoll – vom Artenschutz bis zum Verbraucherschutz.
Duale Ausbildung oder Berufsfachschule?
Auch der individuelle Lerntyp kann bei der Wahl des Ausbildungsplatzes eine Rolle spielen. „Klassisch“ ist die duale Ausbildung mit viel Praxis im Betrieb und theoretischem Unterricht in der Berufsschule. Bei Evonik Röhm GmbH zum Beispiel läuft das so: Die Auszubildenden bekommen Verantwortung übertragen und arbeiten im Team mit den Mitarbeitern der Fachabteilungen. Durch betriebsinternen Unterricht und gemeinsame Projekte – auch über die eigenen Berufsgruppen hinaus – lernen sich die Azubis untereinander kennen. Evonik Röhm bietet an den Standorten Darmstadt, Weiterstadt und Worms jährlich zwischen 90 und 100 Ausbildungsplätze in insgesamt 13 technischen, naturwissenschaftlichen und kaufmännischen Ausbildungsberufen an.
Zu vielen Berufen kann man sich aber auch in Berufsfachschulen ausbilden lassen und lernt dann mehr im Klassenverband. Auf der Jobs for Future stellen sich rund 20 Berufsfachschulen vor, an denen man sich unter anderem zu Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, zu staatlich geprüften Sportassistenten, Modedesignern, Diätassistenten und biologisch-, chemisch-, medizinisch-, pharmazeutisch- oder umwelttechnischen Assistenten ausbilden lassen kann. Elektrotechniker/in, Fahrzeugtechniker/in, Kinderpfleger/in, Heilerziehungspfleger/in und viele weitere Pflegeberufe werden ebenfalls angeboten. Wer aus seiner Liebe zu Klassik, Rock, Pop, Folk, Jazz und Blues einen Beruf machen will, kann sich zum anerkannten Musiklehrer ausbilden lassen und während der Ausbildung mit seinen Mitschülern viel praktische Bühnenerfahrung sammeln. Wer professionell Musik hören will und intaktes Hörvermögen nachweisen kann, hat die Wahl zwischen zahlreichen Ausbildungsgängen als Ton-, Film- oder Grafik-Assistent bis zum Dance Music Producer und HipHop Producer.
(Quelle: Jobs for Future, 29.01.2009)


