Exponat der Woche: Bibi Blocksberg lässt grüßen: Göttinger Schüler erfinden ferngesteuerten „Rennbesen“
Es gibt nicht viele Menschen, die gerne putzen. Saugen, wischen und auch fegen sind eher lästige Pflicht. Das haben sich auch vier Schüler der 6f des Hainberg Gymnasiums in Göttingen gedacht. Eine Lösung für das Problem musste her. Ergebnis der Nachwuchs-Forscher war der ferngesteuerte „Rennbesen“ zur Klassenraumreinigung, den Lennart Jakob, Ronja Schirm, Alex Baumgardt und David-Felix Ruhmland im Rahmen des „Ideenfang“-Wettbewerbs auf der IdeenExpo 2009 am eigenen Messestand präsentieren werden. Das Hainberg Gynasium ist eine von 21 Schulen, die mit ihren Ideen den Einzug in die Endrunde des „Ideenfang“-Wettbewerbs geschafft haben.
In Göttingen gibt es mehrmals Grund zum Jubeln. Gleich drei Schulen der Stadt haben den Einzug ins Finale geschafft und damit ihr Ticket zur IdeenExpo gesichert. Aber jetzt geht die Arbeit erst richtig los. Denn aus den tollen Ideen, die bisher nur auf Ideenskizzen und in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler existieren, soll nun praxisnahe Realität werden.
In der AG „Forschungswerkstatt“ trafen sich die vier Schüler regelmäßig, um an ihrer Idee zu arbeiten. Ziel war es, aus einem ganz normalen Straßenbesen mit Hilfe eines elektrischen Rüttelantriebs einen ferngesteuerten Besen zu konstruieren. Dabei gab es viel zu berücksichtigen: Borstenhärte, Drehgeschwindigkeit des Motors, Unwucht der Motorwelle oder Gewicht des Besens haben zum Beispiel Einfluss auf die Geschwindigkeit. Die Lenkung hängt von der Gewichtsverlagerung ab, dazu entwickelten die Nachwuchsforscher das „Doppelbesen-Prinzip“. Die Navigation erfolgt über eine Funkfernsteuerung aus einem ausgedienten Modellflugzeug. Bis zum Beginn der IdeenExpo werden die Schüler noch an den Details arbeiten: die Funksteuerung soll optimiert, der Antrieb auf Solarzellen umgestellt, die Optik des Besens verbessert und eventuell ein „Rückwärtsgang“ eingebaut werden.
„Die Erfindung und das Engagement zeigen die enorme Kreativität der Schülerinnen und Schüler und sind Beweis dafür, dass sich junge Menschen für Naturwissenschaft und Technik begeistern lassen“, sagt Olaf Brandes, Geschäftsführer der Stiftung NiedersachsenMetall. „Diese Begeisterung wollen wir auch auf der IdeenExpo wecken und setzen darauf, dass der Funke von den Schüler-Projekten auf die Besucher überspringt.“
Über 120 Schulen aus ganz Niedersachsen haben sich insgesamt am Ideenfang-Wettbewerb beteiligt. Als kleinen Motivationsschub erhielt jede teilnehmende Schule von der Stiftung NiedersachsenMetall einen Projektzuschuss in Höhe von 150 Euro. Aus den eingereichten Vorschlägen kürte eine Jury in zwei Auswahlrunden die 21 innovativsten Ideen. Die Entscheidung der Jury wurde vor allem von Originalität und Nutzen der Idee, Zukunftsorientierung und Nachhaltigkeit, aber auch Ressourcenplanung, Projektbeschreibung und Präsentation beeinflusst. Während der IdeenExpo werden aus den 21 teilnehmenden Schülergruppen die Sieger gekürt und mit Preisen im Wert von jeweils 4.000 Euro für ihre Erfindungen belohnt. Insgesamt fördert die Stiftung NiedersachsenMetall den Wettbewerb mit 50.000 Euro.
Die Stiftung NiedersachsenMetall
Die Stiftung NiedersachsenMetall ist eine Einrichtung der Metallarbeitgeber in Niedersachsen. Mit dem Stiftungsvermögen von 30 Millionen Euro werden mathematische, naturwissenschaftliche, technische sowie wirtschaftliche Aus- und Weiterbildung gefördert. Insgesamt 140 Schulen und 120 Betriebe in Niedersachsen beteiligen sich in regelmäßigen Projektarbeiten in über 20 regionalen Netzwerken.
(Quelle: IdeenExpo, 28.05.2009)


