Gebärdenfabrik Berlin - Barrieren abbauen, Brücken aufbauen
Die Gebärdenfabrik Berlin wurde im Jahr 2004 gegründet. Ihren Sitz hat sie in Berlin und kümmert sich von dort aus um Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Gebärdensprache durch Sprachkurse. Im Vordergrund steht dabei die Orientierung an Berufen, die dies in besonderem Maße erfordern: Sozialarbeiter, Pädagogen oder Gehörlosenseelsorger und alle Personen die Interesse an der Deutschen Gebärdensprache haben. Um sich mit Gehörlosen verständigen zu können, ist die Beherrschung der Sprache hier grundlegend. Auf der Expolingua 2011 konnten die Besucher mehr über das Programm und die Ziele der Sprachschule erfahren.
Die deutsche Gebärdensprache ist – was viele nicht wissen – eine vollständige Sprache mit eigener Grammatik und eigenem Wortschatz. Sie muss genauso erlernt werden wie Englisch, Spanisch oder Russisch. Die Gebärdenfabrik in Berlin bietet deswegen verschiedene Sprachkurse für Hörende und Gehörlose an, die die deutsche Gebärdensprache lernen möchten. Neben den unterschiedlichen Kursangeboten wie Schnupper- oder Intensivkursen bietet die Gebärdenfabrik Berlin noch einen besonderen Service an: Sie produziert Filme in Gebärdensprache für hörbehinderte Menschen. So erhalten Gehörlose einen besseren Zugang zu wichtigen Informationen, beispielsweise das aktuelle politische Geschehen.
Auf der Expolingua 2011 war die Gebärdenfabrik vertreten, um ihre Kurse für Hörende und Gehörlose vorzustellen. Am Sonntag, den 30.10.2011, führte die Gebärdenfabrik als Vorgeschmack auf ebendiese einen Schnupperkurs im Rahmen der internationalen Messe für Sprachen und Kulturen durch. Am Messestand der Gebärdenfabrik gab Barbara Maria Landsee dem Messepublikum unter anderem Informationen zu den neuen Intensivkursen, welche die Einrichtung unter der Woche anbietet. Diese sind auch für Berufstätige gut geeignet. Interessierte können auch weiterhin Wochenend- und Blockseminare besuchen.
Eine weitere Neuheit ist das neu gegründete Gebärdensprachfilmstudio, in dem Filme in Gebärdensprache gedreht werden. Am Messestand der Gebärdenfabrik konnten sich die Besucher an einem kleinen Flachbildschirm bereits erste Filmausschnitte ansehen. Die Gründung des Gebärdensprachfilmstudios hängt zusammen mit einer neuen Verordnung zur Barrierefreiheit im Internet mit dem Titel „BITV 2.0“. Dieses Kürzel steht für „Barrierefreie-Informationstechnik Verordnung“. Der BITV 2.0 besagt, dass im Laufe des Jahres 2012 alle Internetseiten von Bundesbehörden barrierefrei umgesetzt werden sollen. Das beinhaltet die Verwendung einer leicht verständlichen Sprache, die Einbindung von Gebärdensprache und die Möglichkeit, die Schriftgröße bei Bedarf anzupassen. Die Verordnung ist im September 2011 in Kraft getreten.
Des Weiteren bietet die Gebärdenfabrik eine Gebärdensprachausbildung an. Diese unterteilt sich in fünf Module und kann unter anderem als Vorbereitung auf die staatliche Prüfung zum Gebärdensprachdolmetscher genutzt werden.
Barbara Maria Landsee freut sich sehr über das rege Interesse des Messepublikums an der Gebärdensprache. Sie konnte bereits am Freitagvormittag, als die 24. Internationale Messe für Sprachen und Kulturen eröffnet wurde, viele Kinder und Jugendliche an ihrem Stand begrüßen.
Für die Zukunft wünscht sich Barbara Maria Landsee, dass noch mehr Barrieren zwischen Hörenden und Gehörlosen abgebaut und durch Kommunikation mehr Brücken zueinander aufgebaut werden.
Mehr Infos unter: http://gebaerdenfabrik.de/
Kontakt:dialog@gebaerdenfabrik.de


