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Die didacta 2011 in Stuttgart

Der Begriff "Didaktik" hat sich aus dem Griechischen entwickelt. Es ist unter anderem verwandt mit „didaskaleion“ (Schule, Schulzimmer, Klasse), „didaskalia“ (Lehre, Belehrung Unterricht, „didaskalion“ (Kenntnis, Wissenschaft) und „didaskalos“ (Lehrer/in). Dieses inhaltliche Spektrum füllte auch die didacta 2011 mit vielen interessanten, bunten und informativen Messeständen aus. Auf der wichtigsten europäische Fachmesse zu Bildungsthemen waren jedoch nicht nur Aussteller aus dem Bereich Schulbildung vertreten, auch Firmen, Anbieter und Institutionen aus den Bereichen Kindergarten, Hochschule, Ausbildung, Qualifikation, Weiterbildung, Beratung waren nach Stuttgart gereist.

Die didacta 2011 in Stuttgart

Bereits in der Straßenbahn zum am Stadtrand von Stuttgart gelegenen Messegelände verbreitete sich das Messeflair. Dicht drängten sich ganze Schulklassen, Lehrer, Referendare, Lehramtsstudenten, Eltern und andere Bildungsinteressierte voller Vorfreude auf die Messetage in das Nahverkehrsmittel. Die Messe, die vom 22. bis zum 26.02.2011 stattfand, füllte fünf Messehallen mit rund 900 Ausstellern. Erwartet wurden etwa 85.000 Besucher. Eröffnet wurde das Bildungsevent von Bildungsministerin Annette Schavan, dem Präsidenten des didacta-Verbandes Wassilios E. Fthenakis, der baden-württembergischen Kultusministerin Marion Schick und von Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster.

Beim Flanieren durch die Messehallen fiel vor allem die zahlreichen interaktiven Tafeln ins Auge. Zahlreiche Vorträge wurden durch dieses Medium gestützt und auf den Exponatsplattformen konnten sich Lehrer und Schüler technischen Möglichkeiten von SMART Boards und Co. überzeugen. Auch Microsoft war mit einem großen Stand mit dem Ziel vertreten, Technik und Lehre zusammenzuführen. Am Messestand des PC-Softwareherstellers konnten Schulklassen Konferenzen an interaktiven Servicetischen abhalten, mit Worldwide Telescope einen Blick ins Weltall werfen und sich an der Spielkonsole Kinect mit Gestensteuerung austoben. Einen Informatikcrashkurs in der virtuellen Welt der Ameisen erhielten die Teilnehmer des zwanzigminütigen Workshops zum Serious Game AntMe!.

Besonders großer Andrang herrschte an den Messeständen der Schulbuchverlage. Cornelsen, Klett, Schroedel, Diesterweg und viele weitere bekannte Verlagshäuser präsentierten Neuentwicklungen und verkauften ihre Arbeitsmaterialien zu speziellen Messepreisen. Für angehende Lehrer war vor allem der Referendarsstand von Cornelsen interessant, an welchem die Lehreranwärter auch Gratisexemplare erhielten.

Farbenfroh und lebendig ging es in Halle 3 zu, in der unter anderem Möbel, Spielzeug und Bastelwaren für den Vorschulbereich ausgestellt wurden. Dort unterhielt ein Maskottchen die jungen Messebesucher. Auf Möbel für Kindergärten und Kindertagesstätten sowie auf Lärmschutz an Bildungseinrichtungen spezialisiert sich die Firma ORG-DELTA, die rückengerechte Stühle, schalldämpfende Sitzwürfel und eine pädagogische Lärmampel ausstellte. Auch erste Frühlingsgefühle streiften die Messe: Auf einer Bühne begeisterte eine Schülergruppe das Publikum mit einer musikalischen Gedichtinterpretation zu Eduard Mörikes „Frühling“.

Der Forschergeist von Kindern und Jugendlichen wurde unter anderem an Messeständen wie der IdeenExpo und Jugend forscht angeregt. Dort berichteten auch ehemalige Teilnehmer von ihren Projekten und ermutigten Nachwuchsforscher und Lehrer zum Mitmachen. Wie man wirtschaftliche Prozesse schon an der Schule üben kann, zeigte das Beispiel der Schülerfirma „Putty Gum Company“, welche im Rahmen der bundesweiten JUNIOR-Programme gegründet wurde. Im Rahmen des Projekts konnten Schüler eigene Unternehmen ins Leben rufen und ihre Produkte und Geschäftsideen vermarkten.

Die mobile Ausstellung „Expedition N“ war auf der didacta, um das Bewusstsein junger Menschen für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu steigern. Untergebracht waren die Exponate zum Anfassen in einem großen Truck. Für drei Minuten blind waren die Besucher des Messestandes der Christoffel Blindenmission. Dort konnten Jugendliche und Erwachsene ausgestattet mit einem Blindenstock einen Erlebnisgang mit verschiedenen Hindernissen beschreiten, während sie eine Spezialbrille trugen, welche die Krankheit „grauer Star“ simulierte.

Neben Naturwissenschaften und Technik war auch die Vermittlung von Sprachen ein wichtiges Thema auf der Bildungsmesse. Das Goethe-Institut informierte über Kurse für Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache für Zugewanderte, das Bundessprachenamt suchte den Dialog mit Fremdsprachenlehrern, um ihnen alternative Karrieremöglichkeiten zum Schuldienst aufzuzeigen.

Mit Fragen zur Berufswahl und zu Ausbildungsthemen konnten sich Jugendliche und junge Erwachsene bei Ausstellern wie dem Bundesinstitut für Berufsbildung oder dem Stand zur Beruflichen Bildung in Baden-Württemberg informieren.

Das in den Medien vieldiskutierte Themen „gesunde Ernährung“ und „Essen an der Schule“ waren ebenfalls auf der Bildungsmesse vertreten. An einem Stand konnten Messebesucher Sojamilch und -joghurt als Alternative zu Kuhmilchprodukten verkosten.

Ergänzt wurde das vielfältige Messeprogramm durch Expertenvorträge. Im Hinblick auf die Gestaltung von Unterricht standen Themen wie „Individualisieren und Differenzieren“, „selbstgesteuertes Lernen“ und „Portfolioarbeit“ im Zentrum. Ebenso wurden alternative Unterrichtsansätze wie die Montessori- und die Waldorfpädagogik vorgestellt. Andere Referenten thematisierten das Krisenmanagement und den Selbstschutz von Lehrkräften oder gewaltfreies Lernen an der Schule. Starkoch Jörg Nöcker zauberte vor dem Publikum ein „Kinderlieblingsgericht“, welches die Zuhörer im Anschluss probieren konnten.

Mit ihrem abwechslungsreichen Repertoire an Messeständen und Vorträgen war auf der didacta 2011 in der baden-württembergischen Hauptstadt für jeden Bildungsinteressierten etwas Interessantes dabei. 2012 lädt die Bildungsmesse nach Hannover ein.

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