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Jugend forscht: Untersuchung zum Verhältnis zwischen Multitasking und Effektivität

Auf der didacta 2011 war die „Talentschmiede“ für junge Leute mit Forschergeist in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Am Messestand von Jugend forscht informierte die ehemalige Teilnehmerin Stefanie Henkel nicht nur über den bundesweiten Nachwuchswettbewerb, sondern gab auch Einblicke in ihre eigene Forschungsarbeit, mit der sie den dritten Platz im Bundeswettbewerb erzielte.

Jugend forscht: Untersuchung zum Verhältnis zwischen Multitasking und Effektivität

Der Wettbewerb „Jugend forscht“ unterteilt sich in zwei Sparten: Die Sparte „Schüler experimentieren“ richtet sich an Schüler von der 4. Klasse bis zum 14. Lebensjahr, an „Jugend forscht“ können Jugendliche von 15 bis 21 Jahren teilnehmen. Auch Auszubildenden steht die Teilnahme frei.

Unterteilt sind die Wettbewerbe in drei Stufen. Zunächst absolvieren die Teilnehmer einen Regionalwettbewerb, dann folgt der Landeswettbewerb mit den besten Projekten aus allen Regionen eines Bundeslandes. Zum Schluss wird das deutschlandweit beste Forschungsprojekt im Bundeswettbewerb prämiert. Zu den möglichen Fachgebieten, in Schüler forschen können, gehören „Arbeitswelt“, „Biologie“, „Chemie“, „Geo- und Raumwissenschaften“, „Interdisziplinär“, „Mathematik/Informatik“, „Physik“, „Technik“, „Umwelt“ und „Europa in 30 Jahren“.

Stefanie Henkel belegte 2010 den dritten Platz im Bundeswettbewerb zum Bereich „Arbeitswelt“. Sie schrieb ihre Facharbeit, die an niedersächsischen Gymnasien im 12. Jahrgang auf dem Lehrplan steht, im Fach Biologie zum Themenbereich Verhalten. Sie konzentrierte sich auf menschliches Verhalten und führte im Rahmen der Facharbeit eine kleine eigene Studie zum Thema „Effektivität von Multitasking im schulischen Bereich“ durch. Als ihr Lehrer die Klasse ermutigte, bei Jugend forscht teilzunehmen, entschloss sie sich, ihre Studie einzureichen.

Für die Bewerbung bei Jugend forscht müssen die Kandidaten eine 15-seitige Arbeit zu ihrer Forschung samt Literaturliste abgeben und das Projekt in einem zweiten Schritt im Rahmen eines 10-minütigen Vortrags vor einer Jury präsentieren. Aus eigener Erfahrung weiß Stefanie, dass es beim Vortrag nicht nur auf den Inhalt der Präsentation ankommt, sondern auch auf ein überzeugendes Auftreten vor den Zuhörern.

Im Rahmen ihres Projekt führte Stefanie insgesamt drei Versuche zum Multitasking durch. Im ersten Experiment wurde Schülern eine Geschichte vorgelesen, während sie gleichzeitig Mathematikaufgaben lösen mussten. Dabei stellte Stefanie fest, dass sich die Schüler weniger Details der Geschichte merken konnten, als wenn sie diese mit ungeteilter Aufmerksamkeit gehört hätten.

Zu ähnlichen Erkenntnissen kam sie auch in den anderen beiden Versuchen. Im zweiten Experiment mussten Schüler Symbole eines Sehtests beschriften und wurden bei dieser Tätigkeit wiederholt von einem Reaktionstest unterbrochen. Beim dritten Experiment wurden die Schüler dazu aufgefordert, einen Text zu lesen, während auf einem Fernseher Werbung aus dem Abendprogramm abgespielt wurde.

Fazit der drei Versuche war, dass die Arbeitsresultate beim Multitasking 20% schlechter ausfallen, als wenn jede Tätigkeit einzeln ausgeführt worden wäre. „Durch Multitasking spart man zwar die Hälfte der Zeit, allerdings lohnt sich dies nur bei unwichtigen Aufgaben“, erklärte Stefanie ihr Forschungsergebnis.

Besonders gut gefiel Stefanie die organisatorische Unterstützung durch Jugend forscht. Die Hin- und Rückfahrt zu den Wettbewerben wird für die Teilnehmer bezahlt, zudem werden die Kandidaten vom Zeitpunkt der Anreise bis zur Abreise gut vom Personal betreut. Auch auf inhaltlicher Ebene erhalten Interessenten Unterstützung. Auf der Internetseite von Jugend forscht können Schüler, die noch keine konkrete Idee für ein Forschungsprojekt haben, auf eine Datenbank mit den Projekten ehemaliger Teilnehmer zurückgreifen und außerdem Hinweise zum Aufbau der schriftlichen Arbeit und zur Gestaltung der Präsentation abrufen.

Für künftige Teilnehmer hatte Stefanie auf der didacta auch einige ermutigende Worte und Tipps. „Man muss für die Teilnahme kein Mathe-Genie sein. Es reicht, wenn man eine innovative Idee hat, die in der Durchführung nicht zu schwer ist“, so die junge Frau, die demnächst ein Medizinstudium an der Universität Münster aufnehmen möchte. Wichtig sei es vor allem, einen engagierten Lehrer für die Betreuung der Forschungsarbeit zu finden und die schriftliche Arbeit sowie den Vortrag überzeugend zu gestalten.

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