Selbstgesteuertes Lernen fördern – Das SERGE-Projekt der Uni Köln
In unserer Wissensgesellschaft spielt lebenslanges Lernen eine wichtige Rolle. Konzepte zur Selbstregulation und zum selbstregulierten Handeln helfen dabei, das selbstständige Lernen effizienter zu gestalten. Auf der didacta 2010 in Köln stellte das Department Psychologie der Universität zu Köln das „Kölner Handlungskreismodell“ vor und erklärt den Besuchern, was genau sich hinter dem Begriff „Selbstregulation“ verbirgt.
Das Kürzel „SERGE“ steht für „SElbstRegulation Gemeinsam Entwickeln“ und beschreibt somit das Ziel des Forschungsprojekts zur Förderung des selbstgesteuerten Lernens. Zielgruppe sind Lehrkräfte, die ihren Unterricht dahingehend verändern wollen, dass selbstreguliertes Lernen gefördert wird. Bereits seit drei Jahren besteht das Projekt SERGE, das in Kooperation mit Partnerschulen in Bonn und Köln durchgeführt wird.
Zum besseren Verständnis des Begriffs Selbstregulation hat die Projektgruppe ein Handlungskreismodell entwickelt, welches eine komplexe Handlung in vier Phasen unterteilt. Zwischen diesen vier aufeinanderfolgenden Phasen, nämlich der Zielfindung, der Planung, der Handlung und der Evaluation, liegen Überschneidungspunkte, die besonders kritisch sind. An diesen Überschneidungspunkten findet ein emotionaler Wechsel, eine sogenannte „Affektregulation“ statt. So liegt zwischen der Zielfindung, die noch relativ offen und kreativ ist, und der Planung, bei der sich die konkreten Handlungsschritte detailliert geplant werden, eine Überschneidung im Sinne einer „Fokussierung“. Diese stellt, wie die weiteren Übergangsphasen, einen wichtigen Abschnitt der Handlung dar, wird aber zumeist übersprungen.
Die Arbeit mit dem Kreismodell im Rahmen von Schul- oder Tutorenfortbildungen soll Lehrende und Studierende für die Etappen einer selbstregulierten Handlung, zum Beispiel des selbstgesteuerten Lernens, sensibilisieren und ihnen bei der Umsetzung im Schulalltag helfen. Wesentliche Dimensionen des Unterrichts wie das Klassenklima, die Lernentwicklung im Sinne des Kompetenzerwerbs, die Selbststeuerung und die Klassenführung dienen als Ansatzpunkt.


