Dramatische Experimente
Schon seit 19 Jahren wird im Theater im OP (ThOP) Theater von Studierenden für Studierende und andere Interessierte gemacht. Selbständig arbeitende Gruppen inszenieren ein buntes und vielfältiges Programm von Theaterstücken von Shakespeare über Goethe und Schiller bis zu Sartre - schon so manches Stück hat dem Studentenensemble tosenden Beifall seines Publikums eingebracht.
Die Theaterübungen sind für Studierende aller Fachbereiche offen und werden von Nachwuchsregisseuren erarbeitet. Auch das Drehbuch wird von den Studenten selber geschrieben. Das ThOP hat keinen festen Schauspielerstamm, mitmachen kann jeder, der Interesse hat. Bei 18 Mitarbeitern werden in einem Jahr bis zu 14 Stücke produziert, die Vorbereitungen laufen meist 6 bis 7 Monate.
Die Gestaltung der Kostüme, des Bühnenbildes oder der Werbung werden von den Gruppen selber übernommen, teilweise stammen die Kostüme auch aus dem Fundus des Deutschen Theaters oder Jungen Theaters. Die Mitabeiter des ThOP bieten zahlreiche Kurse an, in denen man an Übungen rund um das Theater teilnehmen kann. Hier können die Studierenden die Öffentlichkeitsarbeit eines Theaters kennenlernen, Monologe einstudieren, Informationen zur Lichttechnik oder Bühnenbildung erfahren oder das Theaterschminken und die Maskenbildnerei erlernen. Ebenso gibt es einen Einführungskurs Erste Schritte auf den Brettern, die die Welt bedeuten von dem Technisch-Organisatorischen Leiter des Theaters Klaus-Ingo Pißowotzki. Das Wochenendseminar richtet sich vor allem an Neulinge, die sich der Schauspielerei nähern wollen und wird in der Zeit vom 12. 13. Juni angeboten. Klaus-Ingo Pißowotzki ist dafür verantwortlich, dass die Kurse am ThOP in den Lehrbetrieb der Universität Göttingen eingebunden werden können und wie die Theaterstücke über das Jahr verteilt werden.
Leiterin des Theaters ist Prof. Dr. Simone Winko, die auch Dozentin am Seminar für Deutsche Philologie der Georg-August-Universität ist. Der Unterschied des ThOP zu anderen Theatern ist, dass die Beteiligten aus Freude am Theater spielen und nicht für Geld. Die Studenten gehen enthusiastisch an die Sache heran und haben den Mut, die unterschiedlichsten Stilrichtungen auszuprobieren und entscheiden selbst, was sie inszenieren wollen berichtet Klaus-Ingo Pißowotzki.
Die Studentenbühne finanziert sich über einen Zuschuss von der Universtität und über Einnahmen aus dem Kartenverkauf. Für dieses Jahr sind schon wieder zahlreiche Theateraufführungen angekündigt, darunter Stücke wie The Hostage, eine Produktion der English Drama Group des Englischen Seminars der Universität Göttingen, Rosenkranz und Güldenstern sind tot von Tom Stoppard, Othello von William Shakespeare, Egmont von Johann Wolfgang von Goethe und Effi Briest von Theodor Fontane.
Näheres zu den Terminen kann man auf der Homepage des ThOP unter Theater im OP erfahren. Ausserdem gibt es wieder ein Treffen für Interessierte am 20. April um 20 Uhr im alten Audimax. Bei diesem Treffen werden nicht nur Schauspieler gesucht, sondern auch Interessenten für die Regieassistenz, den Bühnenbau und das Kostümbild. Im November diesen Jahres können dann die Sektkorken knallen: Das ThOP wird 20 Jahre alt.
Von Karin Boeckmann


