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„Was hat ein Frühstücksbrötchen mit der EU zu tun?“

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"Europa“, das ist ein Thema, das schon seit langer Zeit in aller Munde ist und niemals an Aktualität verliert. Die Diskussionen über die EU-Ost-Erweiterung ziehen sich durch alle Gesellschaftsschichten und beschäftigen wahrlich nicht nur die Politiker, die letztlich über die Beitritte und Rahmenbedingungen zu entscheiden haben.

Auch auf die Wirtschaft hat Europa mit all seinen Facetten, Kulturen und politischen Systemen einen großen Einfluss. Warum und wie genau dieses Thema aber die deutschen Unternehmen bzw. UnternehmerInnen beeinflusst, das wissen nur die wenigsten. Diesen wichtigen Fragen widmeten sich am 25. Januar die Mitglieder des BPW (Business Professional Women) Göttingen im Rahmen ihres diesjährigen Neujahresempfangs im Eden Hotel in Göttingen.

Der BPW Germany ist eines der größten Berufsnetzwerke von Frauen weltweit und in 35 Städten in Deutschland vertreten. Der BPW Germany ist eines der größten Berufsnetzwerke von Frauen weltweit und in 35 Städten in Deutschland vertreten. Die Organisation ist überkonfessionell, überparteilich und berufsübergreifend, und die Dachorganisation BPW International gehört einem Netzwerk an, das in über 100 Ländern präsent ist.
Die Ziele des BPW umfassen unter anderem die Forderung nach mehr Frauen in leitenden Positionen in Wirtschaft und Politik, mehr qualifizierten Arbeitsplätzen, einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und einer besseren versicherungspflichtigen Absicherung für alle Frauen.
Im Grunde geht es den Mitgliedern darum, weltweit die Verständigung zwischen berufstätigen Frauen zu ermöglichen, sie zu einer sinnvolleren Lebensplanung zu motivieren und in allen Lebensbereichen zu unterstützen und zu fördern. Dies geschieht unter anderem über Seminare zur beruflichen Weiterbildung, diverse Veranstaltungen und die aktive Teilnahme am politischen, gesellschaftlichen und natürlich wirtschaftlichen Geschehen.
Die Bedingungen für die Mitgliedschaft regeln die einzelnen Clubs über ihre jeweiligen Satzungen. Wer Interesse an der Organisation oder sogar einer Mitgliedschaft hat, der kann sich im Internet unter www.bpw-germany.de informieren.

Informieren lassen wollten sich auch die Gäste, die am Dienstag zu besagtem Neujahrsempfang so zahlreich erschienen waren. Im Rahmen einer Talkrunde wurde über die Frage „Was bedeutet Europa für die Wirtschaft in der Region Göttingen?“ angeregt diskutiert. Dabei stand jedoch die Region Göttingen lediglich exemplarisch für alle Regionen in der BRD, und auch die Antworten, Anregungen und Tipps fielen meist übertragbar und ziemlich allgemein aus.
Den Fragen der Moderatorin Silke Inselmann stellten sich im Laufe des Abends Monika Wolff, die stellvertretende Leiterin des Europäischen Informationszentrums, Heidi Merk, Vorsitzende des Europaausschusses im niedersächsischen Landtag und Georg Pytlik, Leiter des Gechäftsbereichs Osteuropa/GUS der Sartorius AG. Mitgebracht hatte letzterer noch Karl Bracht, Experte für die Strategieentwicklung der Sparte Biotechnologie.
Die behandelten Themengebiete umfassten die allgemeine Bedeutung Europas für Deutschland und deutsche UnternehmerInnen als auch spezielle Risiken und Chancen, die sich gerade durch die EU-Osterweiterung für die deutschen Regionen ergeben könnten.
Der Fokus lag dabei auf dem Bemühen, das abstrakte und schwer zu fassende "Europa" zu etwas Konkretem werden zu lassen, das jeden einzelnen Deutschen betrifft und ihm auch immer wieder im Alltag begegnet.
Monika Wolff erläuterte dies am Beispiel des einfachen Frühstücksbrötchens. Die Regelungen, die mit dem Import, der Herstellung und Verarbeitung unterschiedlichster Waren und Güter verbunden sind stammen zu einem Großteil aus Brüssel, ob es sich dabei nun um das Lebensmittelrecht oder den Verbraucherschutz handelt.

Besonderes Augenmerk galt am Abend des Neujahrsempfangs der Ost-Erweiterung der Eu. Nicht zuletzt, weil Europa im letzten Jahr um weitere zehn Mitgliedsstaaten gewachsen ist und diese Beitritte wohl kaum die letzten gewesen sein werden. Besprochen wurden u.a. die Ängste der Deutschen. Z.B., dass durch die erwartete Zuwanderung Arbeitsplätze abhanden kommen könnten. Aber auch die Chancen, die sich durch eine Eingliederung der diskutierten Ost-Staaten ergeben könnten wurden hervorgehoben. Georg Pytlik führte in diesem Zusammenhang das Beispiel der steigenden Produktqualität durch den größer werdenden Konkurrenzdruck auf und ging auch auf den Sicherheitsaspekt, u.a. in bezug auf die Atomenergie, ein.

Bei der abschließenden Frage nach einem Zukunftsausblick und Ratschlägen für deutsche Unternehmen waren sich die Beteiligten insofern einig, dass es darum gehen müsse, mit Hilfe von Infoveranstaltungen, UnternehmerInnen-Reisen und ähnlichen Aktionen Vorurteile abzubauen, Skepsis zu verringern und Beziehungen zu knüpfen.

Der BPW Germany ist eines der größten Berufsnetzwerke von Frauen weltweit und in 35 Städten in Deutschland vertreten.Die geladenen Gäste würdigten die Redner und Silke Inselmann im Anschluss mit einem lang anhaltenden Applaus und fanden sich, angeregt durch die Diskussionsinhalten, zu kleinen Grüppchen zusammen, um über das Gehörte zu sprechen und sich gegenseitig auszutauschen. Der Neujahresempfang des BPW-Clubs Göttingen war zwar der erste dieser Art, wird aber wahrscheinlich aufgrund der immensen Resonanz nicht der letzte gewesen sein.

Von Anika Möbus

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