Zeitarbeit und Konjunktur nicht mutwillig abwürgen
Zur Forderung des arbeitsmarktpolitischen Sprechers der SPD erklärt BZA-Präsident Volker Enkerts: Kaum steigen die Zahlen der Beschäftigten in der Zeitarbeit binnen eines Jahres um 200.000 Mitarbeiter, wollen Teile der SPD die Zeitarbeit mit ordnungspolitischen Maßnahmen wieder beschränken.
Anstatt die Entwicklung und den Erfolg der eigenen Politik positiv zu würdigen und den weiteren Konjunkturverlauf zu beobachten, will gerade einer der Architekten des Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt, der SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner, den Aufschwung künstlich abwürgen.
Zeitarbeit hat sich in Deutschland wie auch in anderen Ländern als Konjunkturbarometer erwiesen. Das belegt auch die Entwicklung in den letzten 24 Monaten. Geradezu typisch für einen Konjunkturaufschwung wurde Zeitarbeit im Aufschwungsjahr 2006 zum Beschäftigungsfaktor Nummer Eins. Wurden im vergangenen Jahr noch bis zu 75% aller neuen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in der Zeitarbeit abgeschlossen, sind dies 2007 nur noch rund 25%. Die Ursachen hierfür sind u.a., dass auch die Zeitarbeit zunehmend mit dem Fachkräftemangel konfrontiert wird. Die Tarifverträge stellen in den betroffenen Bereichen nur noch die Mindestbedingungen dar, reichen aber bei weitem nicht mehr, um ausreichend gute Mitarbeiter adäquat entlohnen zu können. Nur wer über Tarif zahlt, kann noch gute, qualifizierte Mitarbeiter finden. Das ganze Gerede um ergänzende Sozialleistungen für Niedriglohnbezieher hat mit der Zeitarbeitsbranche absolut nichts zu tun. Zudem wurden gerade in den vergangenen zwei Jahren über die Zeitarbeit wieder mehr Langzeitarbeitslose in Beschäftigung gebracht und haben damit einen Wiedereinstieg gefunden und Beschäftigungschancen erhalten. Die Zeitarbeit leistet somit Grandioses für den deutschen Arbeitsmarkt.
Teile der SPD-Arbeitsmarktpolitiker misstrauen immer noch den Marktmechanismen und vertrauen weiter traditionell auf die staatliche Regulierung von Branchen. Dies zementiert geradezu die Arbeitsmarktprobleme im Niedriglohnsektor. Enkerts ruft die skeptischen SPD-Arbeitsmarktpolitiker auf, die Zeitarbeit als Erfolgsmodell für den deutschen Arbeitsmarkt zu würdigen. Denn immerhin waren es Sozialdemokraten, die die ersten echten Reformen im deutschen Zeitarbeitsrecht eingeleitet haben.
(Quelle: Bundesverband Zeitarbeit, 2.10.2007)


