Mehrheit der Deutschen wünscht flexible Eintrittsgrenzen bei der Rente
Repräsentative Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Eine deutliche Mehrheit der Deutschen wünscht sich flexiblere Eintrittsgrenzen bei der Rente. Das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage (1502 Befragte im Zeitraum vom 30. November bis 5. Dezember 2011) im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zum Auftakt des "Jahres gegen Altersdiskriminierung 2012" hervor. 81 Prozent der Befragten sprechen sich für flexible Lösungen aus und fordern Wahlmöglichkeiten, nur 17 Prozent der Befragten sprechen sich für feste Eintrittsgrenzen bei der Rente aus. Mit 88 Prozent war der Wunsch nach flexibleren Lösungen bei den 45- bis 59-Jährigen am größten (nur 11 Prozent waren in dieser Gruppe dagegen), in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen befürworteten immer noch 72 Prozent ein derartiges Modell, 28 Prozent sprachen sich dafür aus, dass es auch weiterhin feste Eintrittsgrenzen bei der Rente gibt.
"Die Umfrage zeigt, dass das Renteneintrittsalter in Deutschland als zu starr empfunden wird", sagte Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, am Mittwoch in Berlin. Lüders verwies zugleich auf aktuelle Zahlen der Deutschen Rentenversicherung, über die die "Süddeutsche Zeitung" (Ausgabe vom 28. Dezember) berichtet. Demnach habe im Jahr 2010 fast jeder zweite Neurentner Abschläge hingenommen, um in Frührente gehen zu können. "Es wird immer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben, die früher in Rente gehen möchten - genauso wie es Menschen gibt, die länger als bis 67 arbeiten wollen. "Zu starre Eintrittsgrenzen sind offenkundig nicht das, was die Menschen in Deutschland wollen", kommentierte Lüders die Ergebnisse der Umfrage.
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat das Jahr 2012 zum "Jahr gegen Altersdiskriminierung" erklärt. Diskriminierung aufgrund des Alters ist nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verboten - und dennoch allgegenwärtig. Ein Fünftel der Menschen, die sich bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) beraten lassen, haben Benachteiligungen aufgrund des Alters erlebt. "Alter" bezieht sich dabei auf das Lebensalter und nicht nur auf das sogenannte "höhere Alter". Diskriminierung kann Menschen in jeder Lebensphase begegnen. Ziel des Themenjahrs ist der Abbau überholter und stereotyper Altersbilder und die Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe aller Generationen durch eine breite Sensibilisierung der Öffentlichkeit.
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 gegründet worden. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.
(Quelle: Antidiskriminierungsstelle des Bundes, 28.12.2011)


