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Große Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau

Eine aktuelle europäische Kampagne informiert über das Lohngefälle, das zwischen den Geschlechtern nach wie vor besteht. Demnach verdienen europäische Frauen im Durchschnitt rund 17 Prozent weniger als Männer. Den Grundstein für das spätere Gehalt legt der Abiturient schon mit der Wahl des Studienfaches

Unsere Gesellschaft ist auf gut ausgebildete Frauen angewiesen.
Unsere Gesellschaft ist auf gut ausgebildete Frauen angewiesen.

Die Untersuchung der Europäischen Kommission ergab, dass Frauen in Europa durchschnittlich 17,4 Prozent weniger verdienen als Männer. Die Europäische Kommission veröffentlichte den Bericht im Rahmen ihrer Kampagne zum Abbau des geschlechtsspezifischen Lohngefälles.

Das Lohngefälle besteht, obwohl mit 59 Prozent mehr weibliche als männliche Studenten ihr Studium erfolgreich abschließen. Aber viele weibliche Abiturienten entscheiden sich für brotlose Fächer. Studentinnen der Literaturwissenschaft oder Kunstgeschichte haben von vornherein nicht das große Geld im Auge, sondern lassen sich vielmehr von ihren Interessen leiten. Junge Männer sind da pragmatischer: Für sie steht oftmals der finanzielle Aspekt im Vordergrund. Sie studieren meist zukunftsträchtige Fächer wie Ingenieurwesen, Jura oder Wirtschaft.

Außerdem sind Frauen in verantwortungsvollen Führungspositionen auch heute noch selten. Mit der beruflichen Verantwortung steigt proportional das Gehalt. Erreichen Frauen eine solche Position, haben sie es trotzdem schwer, denn mancher junge Mann vertritt längst veraltete Denkmuster und möchte eine weibliche Vorgesetzte nur widerwillig akzeptieren.

Obwohl die Beschäftigungsquote der Frauen stetig zunimmt, liegt sie nach wie vor unter der Beschäftigungsquote der Männer. Der Frau kommt meist die Familienplanung in die Quere. Viele Frauen schaffen es nicht, Beruf und Familie zu vereinbaren und stecken beruflich zurück. Die Erziehung der Kinder ist meist Frauensache. Nach der Geburt scheuen sich viele Männer davor, Erziehungsurlaub zu nehmen und sich als Hausmann den Kindern zu widmen. Zum anderen wollen viele Frauen selbst für ihre Kinder da sein. Das Klischee der Rabenmutter, die ihren Säugling in den Hort abschiebt, hält sich hartnäckig in vielen Köpfen. Oft kehrt die Frau erst in den Beruf zurück, wenn die Betreuung der Kinder gesichert ist und sie die Grundschule besuchen. Viele Mütter nehmen dann eine schlecht bezahlte Teilzeitstelle an, um Familie, Haushalt und Job weiterhin unter einen Hut zu bringen.

Aber unsere Bevölkerung wird immer älter und Fachkräfte werden in vielen Branchen wie der Informationstechnologie knapp. Unsere Gesellschaft ist somit auf gut ausgebildete Frauen angewiesen.

Stefanie Riedl

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