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Karriere-Trend 2009: Existenzielle Fragen statt Luxusthemen

2009 wird ein schwieriges Jahr, prognostizieren inzwischen alle Experten. Doch was bedeutet das für die berufstätige Bevölkerung konkret? Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Karriere, Berufseinstieg und Gehalt aus? Die Hamburger Karriereberaterin Svenja Hofert hat die wichtigsten Trends für das kommende Jahr zusammengestellt.

Karriere

Höheres Gehalt, Traumjob oder eine möglichst schnelle Karriere: Das waren die Themen, die Angestellte und Bewerber in den vergangenen Jahren bewegten. „In gewisser Weise waren das Luxusthemen. In Zukunft wird es wieder mehr um existentielle Fragen gehen“, sagt Svenja Hofert. Wer arbeitslos geworden ist, wird seine Energien daran setzen, einen neuen Job zu finden und dafür Abstriche in Kauf nehmen. Wer dagegen eine Stelle hat und zu den latent Wechselwilligen gehörte, wird sich 2009 gut überlegen, ob er den sicheren Job aufgibt. „Es gilt, sich mit der derzeitigen Position, den jetzigen Aufgaben, dem vorhandenen Chef und den Kollegen abzufinden.“ Manchmal sei die bewusste Auseinandersetzung mit dem derzeitigen Job der Anfang einer neuen und besseren Beziehung zum Job. Hofert: „Viele dachten in den letzten Jahren, jeder müsste einen Traumjob haben. Aber die Suche nach dem Traumjob ist wie die Suche nach dem Traummann: Sie endet nie.“ Ein erster Schritt mit der vorhandenen Tätigkeit Frieden zu schließen, sei es, sich die Rolle der eigenen Persönlichkeit bei beruflichen Konflikten bewusst zu machen. „Damit lassen sich Strategien entwickeln, die aktuelle Situation anzunehmen und das Beste daraus zu machen.“

Berufseinstieg

Schon jetzt ist es für Absolventen fast aller Fachbereiche schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Gerade in den bei Bewerbern so beliebten Bereichen wie Marketing und Personalwesen war es bisher schon eng – und nun wird es noch enger. Nicht-spezialisierte Betriebswirte, Juristen, Geistes- und Sozialwissenschaftler ohne Top-CV und mit mittleren Noten sind am meisten von den wegfallenden Einstiegspositionen betroffen. Stellen, die bisher für Einsteiger mit wenig Berufserfahrung vorgesehen waren, werden lieber an erfahrenere Bewerber vergeben werden. Außerdem dürften sich die Gehälter nach unten bewegen. Schon jetzt stiegen manche Rechtsanwälte in kleinen Kanzleien mit 22.000 Euro Jahresgehalt ein, weiß Hofert. Die Folge aus Sicht von Hofert: „Einige Absolventen müssen sich an den Gedanken gewöhnen, auch unterhalb ihrer Qualifikation zu arbeiten oder die eigenen Ansprüche an Karriere einmal zu überdenken.“

Gehalt

Seit etwa fünf Jahren weitet sich die Gehaltsschere immer mehr, so die Beobachtung von Hofert. Dies gelte sowohl für Berufserfahrene als auch für Einsteiger. In der Krise würden vor allem die Gehälter von Bewerbern mit Standardqualifikationen sinken. Aber auch die Saläre bisher erfolgsverwöhnter Spezialisten dürften stagnieren. Am schnellsten wird das auf dem freiberuflichen Projektmarkt durchschlagen. „Und sich vor allem da am stärksten bemerkbar machen, wo sich viele Anwärter mit vergleichbaren Qualifikationen finden, etwa im Bereich der IT-Infrastruktur.“ Gegen den vermutlichen Abwärtstrend wappnen sich Bewerber am besten, in dem sie sich gefragte Qualifizierungen aneignen. 2009 ist somit auch ein guter Zeitpunkt, über Weiterbildungen nachzudenken.

Über Svenja Hofert:

Svenja Hofert ist Inhaberin der Hamburger Karriereberatung „Karriere & Entwicklung“ (www.karriereundentwicklung.de). Sie ist zertifizierte Reiss-Profile Master-Trainerin und zudem Autorin von mehr als 20 Karriere-Büchern, unter anderem des 2008 erschienenen „Jobsuche und Bewerbung im Web 2.0. Wie Sie das Internet als Karriereplattform nutzen“ (Eichborn 2008).

(Quelle: Svenja Hofert, 16.12.2008)

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