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Karriereplattform Web 2.0 - Nie mehr bewerben

In Zukunft lassen sich Bewerber einfach finden. Die Hamburger Karriereberaterin und Autorin Svenja Hofert hat dazu ein Buch geschrieben und stellt sieben Trends vor.

1. Sich präsentieren

Bloggen, diskutieren, in sozialen Netzwerken dabei sein: Wer sich zeigt, wird auch gesehen. Und kommt über seine Präsenz im Internet immer öfter an Jobs, ohne sich explizit darum zu bewerben. Gerade technologiegetriebene mittelständische Unternehmen suchen ihre Kandidaten aktiv im Internet, laden wie die Berliner AG Plazes.com die eigene Community auch gern mal ins Büro zu einem Event ein – so lernt man letztendlich auch seine künftigen Angestellten kennen. Eine Idee, die sich andere Firmen abschauen werden.

2. Gefunden werden statt suchen

An den unterschiedlichsten Stellen im Netz ballen sich Profile von qualifizierten Bewerbern. Das macht den klassischen Lebenslauf bald überflüssig. Wohin die Reise geht, zeigt die britische Plattform „Iprofile“. Hier sind rund 2,5 Millionen Arbeitnehmer von den „Agencies“ über Stichworte zu finden. Die Profile lassen sich einfach herunterladen und für den Bewerbungsprozess weiterverwenden - Bei uns ist das Business-Netzwerk Xing schon jetzt die zentrale Fundstelle für Personalberater und Unternehmen auf Bewerbersuche.

3. Empfehlung

Kompetente Mitarbeiter haben auch ein Netzwerk mit vergleichbar kompetenten Personen – diese Regel ist in den USA längst bekannt. In Deutschland steckt Empfehlungsmarketing noch vielfach in der Versuchsphase. Doch immer mehr Unternehmen belohnen auch hierzulande Empfehlungen mit einer Prämie. Dass das Empfehlungsmarketing auch online abgebildet werden kann, beweisen neue Jobbörsen wie Jobleads.de – Mitglied wird nur, wer von einem Bekannten empfohlen worden ist. Eine Frage der Zeit, bis auch größere Unternehmen ein online-gestütztes „Mitarbeiter-Vorschlagswesen“ einführen!

4. Aktiv statt passiv

Auf der einen Seite werden Bewerber immer häufiger von Personalberatern und Unternehmen direkt angesprochen. Auf der anderen Seite können Sie aber auch selbst im Netz immer aktiver werden – beispielsweise, um sich neue Berufsfelder und Wissensgebiete oder neue Kontakte auf eine andere Art und Weise zu erschließen. So können Menschen, die sich ein Fachgebiet autodidaktisch erschlossen haben, mit einem eigenen Blog auf Ihr Wissen aufmerksam machen. Oder durch besonders „schlaue“ Beiträge in einschlägigen Foren.

5. Video statt Foto

Bewegtbilder lösen überall im Netz die Fotos ab. Wenn ein Video gut gemacht ist, bewirkt es mehr als jede perfekte Bewerbungsmappe – fast so viel wie ein persönliches Vorstellungsgespräch. Das gilt gerade für sonst schwer vermittelbare Bewerber, etwa junge Menschen, die mit einem schlechten Schulabschluss eine Lehrstelle suchen und per Video beweisen können, dass Sie persönlich überzeugen.

6. Arbeitgeber zeigen sich

Bewerber werden sichtbar, Unternehmen öffentlich. Dabei ist es vielen Bewerbern ein wichtiges Anliegen, mehr als Marketing über ihren künftigen Arbeitgeber zu erfahren. Arbeitgeber-Bewertungsportale wie Kelzen.com oder Kununu.com bringen es dann auch ans Licht: Wie ist es intern wirklich? Darf ich beispielsweise meinen Hund mitnehmen? Schmeckt es in der Kantine? Wie ist der Chef? Je mehr ähnliche und glaubwürdige Bewertungen zu einem Unternehmen es gibt, desto interessanter das Bild, das sich ergibt.

7. Recruitainment

Im Zuge besserer technischer Möglichkeiten, vor allem im Videobereich, entwickelt sich Recruitainment rasant weiter. Recruitainment meint die unterhaltsame Personalauswahl über das Internet. So gehen immer mehr Unternehmen dazu über, Selfassessment-Center zu installieren – in ein internetbasiertes Selbstauswahlverfahren lädt etwa der Konzern Gruner & Jahr ein. Über dieses Selfassessment können Bewerber in Eigenregie herausfinden, ob sie sich beim Unternehmen bewerben sollten. Auf unterhaltsame Weise „Unternehmensluft schnuppern“ können Bewerber bei „Realistic Job Previews“, derzeit etwa bei Tchibo.de zu bewundern.

Svenja Hofert

Die Hamburger Karriereberaterin Svenja Hofert (www.karriereundentwicklung.de) ist seit vielen Jahren auf IT und Medien spezialisiert. Sie hat 18 Bücher für Freiberufler und Angestellte geschrieben, unter anderem 1998 das erste Buch zu Internetbewerbung überhaupt – in neuer Auflage immer noch erhältlich. Ihr neuer Ratgeber ist ebenfalls ein Novum: Das gerade bei Eichborn erschienene Buch „Jobsuche und Bewerbung im Web 2.0“ (ISBN: 3821859512, 9,80 Euro) ist das erste Buch zu diesem Thema. Es enthält viele Tipps und konkrete Anleitungen für alle, die latent oder offen auf Jobsuche sind – oder mit Hilfe des Internets etwas „Gutes“ für Ihre Karriere tun möchten.

(Quelle: Svenja Hofert, März 2008)

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