Chemielaborantin
Annika Thieme überlegte nach ihrer Ausbildung zur Chemielaborantin nicht lange. Sie entschied sich direkt für eine Weiterbildung. „Ich wollte bessere berufliche Chancen haben. Außerdem bekommt man durch neues Wissen mehr Selbstvertrauen und Anerkennung von den Kollegen.“ Nach ihrer Lehre im Chemielabor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde sie wegen ihrer guten Leistungen direkt in eine Teilzeitstelle übernommen. „Den Job fand ich sehr spannend, aber ich wollte auf jeden Fall beruflich weiterkommen. Deswegen informierte ich mich bei meinen Kollegen, der IHK und meiner Berufsschullehrerin, welche Fortbildungen sinnvoll sind.“ Besonders gut gefielen ihr die beruflichen Aussichten als Chemietechnikerin. „Als ich mir Stellenanzeigen anschaute, fiel mir auf, dass sehr viele Betriebe Chemietechniker suchen. Dieser Job ist also am Markt gefragt.“ Deshalb entschied sie sich für die vierjährige Zusatzausbildung an der Bildungsakademie Leuna. Um die Kosten nicht alleine tragen zu müssen, bewarb sich Annika Thieme für das Weiterbildungsstipendium. Damit unterstützt der Staat berufsbegleitende Fortbildungen. Ihre Bewerbungen für Weiterbildung und Stipendium waren erfolgreich, sodass sie seit April 2011 neben dem Beruf für ihre Fortbildung zur Chemietechnikerin lernt.
Unterstützt wird das Engagement der 24-Jährigen auch von ihrem Arbeitgeber, der Universität. Ihr Chef ermöglicht ihr flexible Arbeitszeiten, damit sie die Praktikumskurse in der Bildungsakademie besuchen kann. Er hat sie außerdem ermutigt, sich für eine bessere Position an der Universität zu bewerben – eine, in der ihre neuen Kenntnisse als Chemietechnikerin gefragt sind. „Die Fortbildung lohnt sich bereits jetzt für meinen Arbeitgeber. Denn auch für die Uni ist es ja gut, wenn durch die effizientere Produktion von chemischen Stoffen Geld eingespart wird.“
Zurzeit arbeitet die Chemielaborantin am Fachbereich für Lebensmittelchemie. Besonders macht ihr die Arbeit mit den Studenten Spaß. Sie hilft ihnen bei den Versuchen, wenn eine chemische Reaktion mal nicht so funktioniert, wie sie soll. „Mit meiner Weiterbildung zur Technikerin kann ich die Studenten bald noch besser unterstützen.“ Dieses Wissen motiviert Annika Thieme jeden Tag für ihre Weiterbildung.
Das Weiterbildungsstipendium richtet sich an hochqualifizierte Berufseinsteiger/-innen, die damit drei Jahre lang eine fachliche oder fachübergreifende Weiterbildungsmaßnahme finanzieren können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt beispielsweise Fortbildungen zu Techniker/-innen und Fachwirt/- innen, aber auch EDV- und Sprachkurse. So sollen junge Fachkräfte neue berufliche Möglichkeiten bis hin zur Selbstständigkeit entdecken.
(Quelle: BMBF, Berufliche Bildung – praktisch unschlagbar, 10.11.2011)


