Wie kommt die Ausstellung in das Museum? Die Arbeit als Kurator
Wer als KuratorIn arbeiten möchte, sollte ein kunstnahes Studium abgeschlossen haben und schon über Erfahrung in der Museumsarbeit und der Ausstellungstätigkeit verfügen. Das Absolvieren von Studiengängen wie Kunstgeschichte, Kultrurwissenschaften, bildender Kunst, Fotografie oder Philosophie befähigt zur Arbeit des Kuratierens.
Mittlerweile bieten auch einige Hochschulen wie zum Beispiel die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig spezielle Studiengänge für den Beruf des Kurators an. Die Aufgaben des Kurators bestehen grob gefasst darin, Konzepte für Ausstellungen zu entwickeln, die passenden Künstler und Kunstwerke auszusuchen und eine ansprechende Hängung in einem geeigneten Kunstraum umzusetzen. Oft kann ein Kurator allein diese Menge an Aufgaben nicht bewältigen und benötigt ein Team. Je größer und umfangreicher die geplante Ausstellung ist, desto mehr Leute werden schließlich auch benötigt. Ob ein Kurator selbständig arbeitet oder fest an einem Kunsthaus angestellt ist, macht einen großen Unterschied aus.
Wer als fest angestellter Kurator arbeitet, muss sich nicht zusätzlich um Räume und Mitarbeiter kümmern, sondern lediglich die Konzepte für die jeweils umzusetzenden Ausstellungen entwickeln. Meist kann dann auch auf die Sammlung des jeweiligen Museums, bzw. der Institution zurückgegriffen werden. Als freier Kurator ist die Arbeitsweise anders. Neben der Entwicklung des Ausstellungskonzeptes müssen Räume und Künstler selbst ausgewählt und gesucht werden, so dass der Prozess langwieriger und aufwändiger ist. Wer eine Karriere als Kurator machen möchte, muss sich auf viel Arbeit einstellen.
Nur wer sich einen Namen in der Kunstbranche gemacht hat und zahlreiche erfolgreiche Ausstellungen auf die Beine gestellt hat, wird später auch auf die großen „Ausstellungsevents“ als Kurator eingeladen, die eine Karriere besiegeln können. Dazu zählt zum Beispiel die Documenta, die Biennale in Venedig oder die Berlin-Biennale. Anders als oft angenommen, ist Kuratieren nicht ausschließlich eine praktische Tätigkeit, sondern erfordert auch viel theoretischen Vorbau. Für die Erarbeitung eines Ausstellungskonzeptes gehört das Studium von Literatur und die Kenntnis aktueller Forschungsergebnisse ebenso dazu, wie das Entwickeln einer Fragestellung und deren Argumentation mit Hilfe stichhaltiger Thesen. Auch ein fundiertes Wissen zur zeitgenössischen Kunst und der Kunstgeschichte, sowie den Theorien zur Kulturtheorie gehören zum Rüstzeug eines Kurators.


