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In Wald und Büro zu Hause: Die Arbeit des Revierförsters ist vielschichtiger, als man denkt

Förster - bei kaum einem Beruf klaffen Klischee und Wirklichkeit so weit auseinander wie hier. Das Bild vom grünberockten Jäger, der im Wald nach dem rechten sieht, ist genauso verbreitet wie antiquiert. In Wahrheit handelt es sich um einen modernen Beruf, der sich stetig wandelt und ein breites Spektrum an Aufgaben mit sich bringt.

In Wald und Büro zu Hause: Die Arbeit des Revierförsters ist vielschichtiger, als man denkt

Der Weg in den gehobenen Forstdienst, so die genaue Berufsbezeichnung des Revierförsters im Landeswald, führt über das Studium der Forstwirtschaft an einer Fachhochschule. Er steht somit hierarchisch in der Mitte: zwischen den Waldarbeitern und seinem Chef, der als Forstamtsleiter im höheren Forstdienst einen Universitätsabschluss hat. So kommen zu der Zeit, die man tatsächlich draußen im Revier verbringt, noch viele administrative und koordinatorische Aufgaben.

Allein die Vermarktung des Rohstoffes Holz ist sehr vielschichtig. Der Revierförster muss die zu fällenden Bäume markieren, Ernte und Lagerung organisieren. Hierbei beachtet er vor allem die Wahrung des ökologischen Gleichgewichts, damit der Wald als Biotop trotz Holzeinschlag erhalten bleibt. Hinzu kommt die Organisation des Verkaufs: Große Teile des deutschen Holzes werden nach Asien, vor allem nach China exportiert.

Während im Winter gefällt wird, ist im Frühjahr die Zeit der Pflanzung. Auch die will, unter ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten, organisiert werden. Dies und die allgemeine Führung der Mitarbeiter bringt viel Büroarbeit mit sich.

Doch der Wald besteht nicht nur aus Bäumen. Das Management des Wildes durch die Vergabe von Abschusslizenzen kommt hinzu, die Instandhaltung von Wegen und Hütten. Und auch pädagogische Aufgaben fallen dem Förster zu. Er übernimmt Waldführungen für Schulklassen und leitet Fachexkursionen. Zentral ist auch der Dialog mit Umweltorganisationen und Verbänden und somit die Öffentlichkeitsarbeit.

Aber: Die Chancen, im gehobenen Forstdienst unterzukommen, schrumpfen, denn immer mehr Arbeitsplätze im Forstbereich fallen weg. In Rheinland-Pfalz, dem waldreichsten Bundesland, gibt es nur noch 45 Forstämter, vor einigen Jahren waren es noch fast doppelt so viele. Die Reviere der übrigen Förster werden somit also größer, um Personal zu sparen.

So sind alternative Berufsbilder für Forstwirte auf dem Vormarsch. In der Klimaforschung und im Bereich der erneuerbaren Energien, zu denen Holz zählt, kann man ebenso unterkommen wie bei Umweltorganisationen - die dann wiederum im Kontakt zu den Revierförstern stehen.

Von Helge Dickau

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