Jobs suchen und finden: Stellenmarkt · Stellenangebote Ingenieure · Stellenangebote IT · Arbeiten in England
Benutzerspezifische Werkzeuge
  • Anmelden

Hagen Wendeberger: „Juristen gibt es viele – man muss konsequent sein Ziel verfolgen.“

Einser-Abitur, Studium in der Regelstudienzeit plus Pflichtpraktika und Referendariat, soziales Engagement, Mitarbeit in der Hochschulpolitik, ein paar kürzere Auslandsaufenthalte – Hagen Wendebergers* Lebenslauf liest sich wie die Mustervorlage in einem Karriereratgeber.

Hagen Wendeberger: „Juristen gibt es viele – man muss konsequent sein Ziel verfolgen.“

„Das war weder strategisch geplant, noch ist es besonders herausragend.“ sagt der Jurist (31) über sich selbst. Viele dieser Punkte werden mittlerweile bei jungen Akademikern vorausgesetzt und es gibt immer Kommilitonen, die sich weit über dieses Maß hinaus engagieren, indem sie z.B. ein komplettes Jahr im Ausland studieren oder zwischen Uni-Abschluss und Referendariat promovieren.

„Man darf sich da aber nicht unter Druck setzen lassen und muss vor allem das Fachgebiet in den Rechtswissenschaften finden, in dem man später arbeiten möchte. Statt wild drauflos Erfahrungen zu sammeln, sollte der Lebenslauf eine gewisse Stringenz aufweisen.“ rät Hagen Wendeberger. Spätestens im Referendariat müsse man sich dann langsam Gedanken darüber machen, was man gerne machen möchte. Nicht jeder ist für einen 15-Stunden-Arbeitstag als Rechtsanwalt in einer internationalen Großkanzlei geeignet – sei das Gehalt auch noch so verlockend. Juristen gibt es viele und ebenso viele Betätigungsfelder. Mit einem Top-Examen gehen viele in die Wirtschaft aufgrund der guten Verdienstmöglichkeiten. Auch der Staatsdienst steht einem offen, doch auch hier muss man überlegen, ob man als Mensch die erforderlichen Soft Skills mitbringt, um z.B. als Richter zu arbeiten und ob man bereit ist, sich für lange Zeit zu binden.

Viele entscheiden sich für das Studium, weil sie dabei den kommunikativen Aspekt sehen, doch Hagen Wendeberger erzählt, dass man sich vor allen Dingen darüber im Klaren sein müsse, dass Juristen sich vorrangig mit Akten und Gesetzestexten beschäftigen. Dafür sollte man schon ein gewisses Interesse mitbringen.

Hagen Wendeberger arbeitet seit einem Jahr in einer mittelgroßen Kanzlei, in der er auch seine Wahlstation im Referendariat gemacht hat. Das Klima hat ihm dort von Anfang an gut gefallen und so erhielt er noch vor dem Examen das Angebot, dort einzusteigen. „Nahtlos eine Anschlussbeschäftigung ist nicht immer einfach, vor allem, wenn man unentschlossen über die eigenen Ziele ist. Das war aber für mich aber nicht der Grund, das Angebot anzunehmen.“ sagt der Berufsanfänger. Für ihn ist wichtig, dass er sich dort beruflich weiterentwickeln und neben der Arbeit auch noch seinem Hobby, dem Rudern, nachgehen kann. Außerdem möchte er einmal ausreichend Zeit für das Familienleben haben, wenn es soweit ist. Hagen Wendeberger wird im Herbst heiraten und Kinder sind in den nächsten Jahren willkommen. „Ich arbeite sehr gerne in meinem Beruf – jedoch hat auch das Privatleben einen gewissen Stellenwert.“

Und was rät er Abiturienten, die überlegen, Jura zu studieren? „Am besten ist natürlich immer, man schnuppert vorher mal im Rahmen eines kurzen Praktikums rein, ob die Vorstellungen vom Juristendasein sich mit der Realität decken. Wenn man bereit ist, sich den sehr hohen Anforderungen der zwei Staatsprüfungen zu stellen, dann muss man sich eigentlich nur noch die passende Uni suchen und konsequent sein Ziel verfolgen.“

Das Interview führte Meike Hoffmann.

*Name von der Redaktion geändert.

Artikelaktionen
T5 Jobmessen