Berufsbild Dirigent
Der Dirigent ist einer der geheimnisvollsten Berufe überhaupt. Viele Staatsmänner wären lieber Dirigent als Staatslenker geworden, doch wer Herr über das Orchester werden will, brauch viel Begabung und Charisma. Der Weg zum Ruhm und Erfolg ist lang und hart. Der Beruf gilt zu Recht als elitär und machtbetont. Einen geregelten Berufseinstieg gibt es kaum.
An einigen deutschen Hochschulen kann man das Dirigentenhandwerk studieren. Wer nach oben will, braucht einen langen Atem, aber es werden immer Talente im Frack gesucht. Grundlage für jede Dirigentenkarriere ist das Muszieren in der Kindheit und Jugend. Viele Dirigenten sind selbst ausgezeichnete Musiker. Weiterhin sollte man auch ein gutes Gehör für Musik haben, Partituren aller Art lesen können und sich mit den einzelnen Instrumenten im Orchester auskennen. Das Handwerk ist wohl die Hälfte des Berufs, so muss man schon einmal mit beiden Händen unterschiedliche Takte angeben. Die andere Hälfte ist ganz klar Charisma. Der Dirigent muss sein Orchester führen können und die Körpersprache trägt die Musik. Der Mann im Frack muss ohne Worte kommunizieren können und Autorität ausstrahlen. Auch am Ende eines Studiums ist eine Festanstellung für Dirigenten eher eine Seltenheit. Selbst große Talente brauchen bis zu ihrem Berufseinstieg rund zwei Jahre. Die Ausbildung ist trotz der universitären Lehre zeitaufwendig und vor allem sehr teuer.
Der Aufwand lohnt sich aber. Wer erst einmal bei einem großen Orchester angestellt ist, bekommt viel Geld. Der Weg dorthin ist aber unruhig und von häufigen Ortswechseln geprägt. Ausbildungsstätten für den Dirigentenberuf gibt es unter anderem in Bremen, Berlin, Dresden, Detmold, Saarbrücken, Freiburg, Münster und Weimar. Nach dem Studium gehen die Schüler häufig noch bei großen Stardirigenten in die Lehre und arbeiten als Assistent. Ein langer Weg, der sich aber lohnt, nicht umsonst gilt der Dirigent als geheimnisvollster und wohl spannendster Beruf in der Welt der klassischen Musik.
Birk Grüling


