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Wie werde ich Pressesprecher?

Bist du kommunikativ, überzeugend, kannst gut zwischen Menschen vermitteln und locker 50 Dinge auf einmal erledigen? Dann werde doch Bundeskanzler – oder Pressesprecher! Allerdings gibt es für den Beruf des Pressesprechers keine spezielle Ausbildung. Auch das Berufsbild selbst ist diffus, die Abgrenzungen zu Journalismus, PR und Marketing sind oftmals nicht klar. Es gibt aber andere Wege, Pressesprecher zu werden, als zufällig in diese Rolle „hineinzurutschen“. Einige Möglichkeiten stellt Antonia Peneder in ihrem Buch "Pressesprecher auf dem Prüfstand" vor.

Wie werde ich Pressesprecher?

Was macht ein Pressesprecher?

In ihrem Buch "Pressesprecher auf dem Prüfstand" beschreibt Antonia Peneder das Arbeitsfeld des Pressesprechers. Diese übernehmen einen wichtigen Teil der Öffentlichkeitsarbeit eines Unternehmens: die Kommunikation mit den Massenmedien. Sie sollten den Journalisten das Image der Firma vermitteln, ohne jedoch plumpe Werbung zu betreiben („Harry’s Fahrschule ist die beste der Welt!“). Vielmehr solle in der Öffentlichkeit ein stimmiges Bild des Unternehmens verbreitet werden („Harry’s Fahrschule unterstützt besonders ausländische Jugendliche.“).

Wer die Ausbildung zum Pressesprecher in Betracht ziehe, solle zudem ein kommunikativer Typ sein. Pressesprecher steuern heutzutage oft sämtliche Kommunikationskanäle des Hauses, die sich durch das Internet in den letzten Jahren noch einmal vervielfältigt haben. Pressesprecher müssen ihr Unternehmen in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit rücken, indem sie Pressemitteilungen verfassen, Konferenzen initiieren und Kontakt mit Journalisten herstellen.

Wie werde ich Pressesprecher?

Bis vor einigen Jahren gab es kaum feste Wege in den Beruf des Pressesprechers. Auch heute gibt es nach Antonia Peneder keine klare Ausbildung, doch oft kreuzen sich die Pfade mit denen des Journalismus. Wer ein Volontariat bei einer Zeitung macht, lernt zwangsläufig auch „die andere Seite“ kennen. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass Pressesprecher die Interessen von Unternehmen vertreten und somit unter deren Einfluss stehen. So taucht vonseiten der Journalisten zuweilen das Vorurteil des „geheimen Verführers“ auf.

Eine zunehmende Anzahl an Pressesprechern hat heutzutage einen akademischen Abschluss. Die Autorin zieht Studien heran, die mittlerweile von über 80% berichten. Anfang der 90er hätten noch viele Pressesprecher ein Wirtschafts- oder Jurastudium absolviert. Doch dieser Trend habe sich geändert, aktuell belegt der Großteil der Anwärter ein Studium der Publizistik- oder Kommunikationswissenschaften. Viele Universitäten bieten im Rahmen dieses Studiums den Schwerpunkt „Öffentlichkeitsarbeit / PR“ an. An der Universität Leipzig entstand 1993 im neu gegründeten Institut für "Kommunikations- und Medienwissenschaft" der deutschlandweit erste Lehrstuhl für Öffentlichkeitsarbeit/PR.

Welche Kompetenzen brauche ich?

Wer einen geisteswissenschaftlichen Studiengang absolviert, sollte sich nebenher einige Kompetenzen des Pressesprechers aneignen. Antonia Peneder betont vor allem drei wichtige Kompetenzen:

  • Fachkompetenz steht für allgemeingültiges, berufliches Grundwissen im Bereich Kommunikation.
  • Sachkompetenz umfasst Wissen über Themen und Inhalte, mit denen Berufsinhaber konfrontiert sind, ein ausgeprägtes Branchen-Know-How und eine fundierte Allgemeinbildung.
  • Realisationskompetenz ist das Bindeglied zwischen Fach- und Sachkompetenz. Die unterschiedlichen Wissensgebiete können erst in Form von Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Praxis angewendet werden.

Mit der Kombination eines akademischen Abschlusses sowie eigens angeeigneter Kompetenzen ist man gut auf den Beruf als Pressesprecher vorbereitet. Das Berufsbild ist noch nicht klar umrissen, doch die Bedeutung des Pressesprechers für den Erfolg von Unternehmen wird immer deutlicher. Die Tätigkeit scheint also in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft ein Beruf mit Zukunft zu sein.

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Christoph Schlüter

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