Jobs suchen und finden: Stellenmarkt · Stellenangebote Ingenieure · Stellenangebote IT · Arbeiten in England
Benutzerspezifische Werkzeuge
  • Anmelden

Das Blue Chamber Quartet - zwischen klassischen Melodien und modernen Jazz-Sounds

Klassische Musik ist für viele Menschen in der heutigen Zeit nicht mehr „in“, sondern altmodisch und langweilig. Klassik-Komponisten wie beispielsweise George Gershwin werden von der großen Masse kaum noch gehört. Das „Blue Chamber Quartet“ rückt diese Musik wieder in den Blickpunkt einer breiten Öffentlichkeit, indem die Musiker die klassischen Melodien mit neuen Jazz-Motiven mischen. Die Redaktion von Stellenboersen.de hat sich mit den Musikern Holger Michalski und Thomas Schindl vom Blue Chamber Quartet getroffen und mit ihnen über ihren bisherigen Werdegang, ihr aktuelles Programm und über ihre weiteren Ziele und Pläne gesprochen.

Das Quartett

Eine Karriere als professioneller Musiker war sowohl für Thomas Schindel als auch für Holger Michalski nicht immer klar vorhersehbar. Thomas Schindel begann nach der Schule sogar zunächst eine Ausbildung im Bereich der Elektrotechnik. Auch Holger Michalski war nach dem Ende der Schule noch unsicher, wie es weitergehen sollte.

Beide haben jedoch schon während ihrer Schulzeit die Liebe zur klassischen Musik entdeckt und in einem Orchester gespielt: Thomas Schindl verschiedene Schlaginstrumente und Holger Michalski den Kontrabass. "Als Teenager will man doch in einer Band spielen und mich hat schon immer die Vielschichtigkeit des Kontrabasses und seine großen Einsatzmöglichkeiten fasziniert", erzählt Holger Michalski von dieser Zeit. Beide entschieden sich schließlich für den Beruf des klassischen Musikers.

Thomas Schindl studierte an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und am Brucknerkonservatorium Linz, während Holger Michalski seine Kontrabassausbildung bei Werner Schröder in Kassel und Professor Trumpf in Berlin erhielt. Ihre Wege trafen sich schließlich nach vielen anderen Engagements beim Göttinger Symphonie-Orchester, bei dem auch Julia Bartha spielte. Die Konzert-Pianistin, die schon den 1. Bundespreis bei "Jugend musiziert" gewann, legte ihr Konzertexamen bei Karl-Heinz Kämmerling in Hannover ab. Die Vierte im Bunde ist Angelika Siman, die ebenso wie Thomas Schindl in Wien an der Universität für Musik und darstellende Kunst studierte und daneben auch Harfenistin der Jungen Philharmonie Wien war.

Thomas Schindl

Bald entstand die Idee von einem gemeinsamen Projekt, abseits von ihrer Tätigkeit im Bereich des klassischen Orchesterspiels – die Idee von einer ganz neuen Form von Musik "Wir wollten einmal andere Musik spielen – Musik, die wir auch privat gerne hören, wie eben Jazz Musik", erklärt Thomas Schindel. "Ich höre unheimlich gern die Stücke von Chick Corea, deshalb habe ich diese Arrangements auch in unser Programm eingebracht." Auch Holger Michalski ist ein Fan der Jazz-Musik. "Natürlich höre ich viel Klassik von Musikern wie beispielsweise Gustav Mahler oder Richard Strauß, aber ich glaube fast 60 Prozent der Zeit läuft bei mir zu Hause Jazz-Musik."

Die Idee stand also fest: mit den eigentlich eher klassischen Instrumenten Piano, Kontrabass und Harfe, sowie dem von Thomas Schindel eingebrachten Vibraphon wollten sie klassische Kammermusik mit modernen Jazz-Klängen verbinden. Holger Michalski hatte schließlich die zündende Idee für einen Bandnamen: "Blue" in Anlehnung an die Blue Notes der Jazz-Musik, "Chamber" für die Verkörperung der klassischen Kammermusik und schließlich "Quartet" für die vier Musiker – das "Blue Chamber Quartet" war geboren.

Holger Michalski

Das ist inzwischen erst ein Jahr her und es hat sich bereits viel ereignet. Das Konzertdebut im Jahr 2005 im alten Rathaus von Göttingen war ein voller Erfolg. Sowohl junge als auch ältere Menschen zeigten sich begeistert von den neuen Klängen. "Es war wirklich ein gelungener Auftritt und wir haben viel positive Resonanz bekommen. Unsere Musik berührt auch Menschen, die sonst nicht so viel mit klassischer Musik anfangen können", sagt Holger Michalski begeistert. "Wir versuchen auf der Bühne nicht nur zu spielen, sondern die einzelnen Arrangements auch vorzustellen und etwas dazu zu erzählen." Eine Besonderheit der Musik des Blue Chamber Quartet ist, dass sie nicht alle Elemente des Jazz übernehmen, sondern die Stücke vom Blatt spielen und nicht improvisieren. "Wir spielen keinen reinen Jazz und wollen ein Thema nicht unendlich variieren, sondern unsere eigenen Arrangements interpretieren." erklärt Thomas Schindl. Eine weitere Besonderheit ist die Vielfalt der Möglichkeiten, die das Quartet durch seine Instrumente hat. "Jeder kann einmal ein Solo spielen, aber auch ein Duo ist immer möglich."

Ihr Programm umfasst neben Stücken von den bereits erwähnten Komponisten George Gershwin und Chick Corea unter anderem auch Stücke von Astor Piazzolla, Friedrich Gulda, David Friedmann und Monika Stadler. Arrangiert sind die Stücke von Thomas Schindl, aber die eigentliche Auswahl treffen alle zusammen. "Wir entscheiden gemeinsam", betont Thomas Schindl. "Wenn jemand ein Stück nicht spielen möchte, dann nehmen wir es auch nicht ins Programm."

Trotz ihrer weiter bestehenden Orchesterverpflichtungen treiben die vier Musiker ihr Projekt weiterhin ehrgeizig voran. Thomas Schindel betont: "Wenn wir etwas machen, dann machen wir es ordentlich." So haben die vier Musiker Teile ihres Programm auf CD und DVD bereits professionell aufgenommen und an verschiedene Veranstalter und Konzertagenturen versandt. Die positive Rückmeldung hat nicht lange auf sich warten lassen: bereits Anfang nächsten Jahres wird das Blue Chamber Quartet eine CD aufnehmen, die voraussichtlich Mitte nächsten Jahres im Handel erhältlich sein wird. Auch der internationale Markt wartet, ein Vertrieb der CD bis nach Japan und die USA ist geplant.

Blue Chamber Quartet www.bcq-music.de
Homepage des Blue Chamber Quartet: www.bcq-music.de

Vor kurzem hat die Gruppe dann bereits schon den ersten Preis für ihr neues Konzept bekommen. Der Innovationspreis des Landkreises Göttingen, der am 30. November zum vierten Mal unter dem Motto "Ideen gestalten Zukunft – Innovationen gesucht" verliehen wurde, ging in der Kategorie Sonderpreis für kleine Unternehmen an das Blue Chamber Quartet. Die Verbindung von klassischer Musik mit Jazzelementen und den eigenen Arrangements überzeugte die Jury. "Ein Brückenschlag zwischen Jazz und Klassik." So wird ihre Musik auch von Holger Michalski beschrieben.

Das Quartett ist damit jedoch noch nicht am Ende des Weges angekommen, sondern hat weiterhin viel vor und wird uns hoffentlich noch mit vielen neuen Klangkompositionen überraschen; so sagt auch Holger Michalski: "Man darf nie zufrieden sein."

Von Mareike Stiller

Artikelaktionen