Wo gehöre ich hin? – Online-Eignungstests als Hilfen bei der Selbstfindung
Tapetenwechsel in Job oder Ausbildung geplant? Viele scheitern schon bei der Entscheidung für den richtigen (neuen) Beruf oder Berufszweig. Die falsche Entscheidung kann dann schnell zum Problem werden. Schlechte Laune und schlechte Leistungen im Job schlagen sich aufs Privatleben nieder und machen den Alltag zur Qual. Umso wichtiger ist die Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten sowie den Anforderungen und Wünschen an den zukünftigen Beruf. Zahlreiche Eignungstests im Internet versprechen Hilfe und Stiftung Warentest prüfte nun, welcher seine Versprechen hält.
Wie so häufig ist das Internet voller Eignungstests die helfen sollen. Berufseignungstests, Interessentests, Fähigkeitstests, Potentialanalysen, Persönlichkeitstests… und alle sollen der richtige Weg zum geeigneten Job sein. Damit man im Überangebot des Internets nicht den Überblick verliert und schnell auf sinnlose und überteuerte Angebote herein fällt, hat sich die Stiftung Warentest nun diesem Gebiet angenommen. In Ihrem Spezialheft Karriere untersuchen sie eine ganze Reihe von Online-Eignungstests auf ihre Tauglichkeit sowohl im inhaltlichen als auch im technischen Sinne. Ob Fragen zum Alltag, zu Vorlieben, Schwächen oder gar Tests zu logischem Denken oder Abstraktionsvermögen, die getesteten „Internet-Psychologen“ unterscheiden sich stark.
Wichtigste Erkenntnis der Stiftung Warentest: Auf keinen der Test ist vollster Verlass. „Für eine erste Selbsteinschätzung sind zumindest die fünf (als) gute[…] (bewerteten) Onlinetests geeignet.“ fassen die Prüfer ihr Ergebnis zusammen. Dennoch weisen sie darauf hin, die Tests nur als Ideenhilfe zu nutzen und sich abseits der Testergebnisse selbst noch einmal Gedanken zu machen. Eignungstests sind richtungsweisend, „(m)it ihnen können Nutzer Klarheit über ihre Stärken und Schwächen und vielleicht neue Einsichten über sich selbst gewinnen“, die Entscheidung sollte man trotz alleine treffen.
Testsieger ist der Test „Welcher Job passt zu mir?“ vom Unicum Verlag, er überzeugt sowohl im Testverfahren als auch in der Softwarergonomie. Die Testergebnisse und die Testinterpretation, das Testkonzept und auch der Datenschutz wurden dabei besonderes positiv bewertet. Mit der Endnote von 1,9 holte sich Unicum mit einem knappen Vorsprung vor dem Zweitplazierten, dem „Allianz Perspektiventest für Studenten“ (2,0) den Pokal. Ebenfalls als gut bewertet wurden das „Profiling Portal“ des Dipl.-Psych. Stefan Pitz (2,2), der „Neue Chancen Test zur beruflichen Orientierung“ vom Geva Institut (2,4) und das „Selt-Assessment“ von Alpha-Test (2,5).
Die drei Erstplatzierten sind sogar kostenlos. In diesem Punkt liegt auch die größte Kritik an den meisten getesteten Angeboten. Wenn eine Kostenpflicht bestand, war bei vielen Tests nur unzureichend darauf hingewiesen. Einzig vorbildlich schnitten hier das Geva-Institut (0,9) und Alpha-Test (1,5) mit Bestnoten im Bereich Produktinformation ab. Mit einer Dauer von bis zu 190 Minuten (Profiling Portal) sollte man sich in jedem Fall genug Zeit für die Tests nehmen. Nur so kann das Ergebnis auch wirklich hilfreich ausfallen.
Mehr zu den ausführlichen Bewertungen und zum Bewertungsverfahren findet ihr in der Stiftung Warentest Sonderausgabe Karriere vom Dezember 2008. Das Heft ist auf der Homepage der Stiftung Warentest im Shop erhältlich.
Von Juliane Pohl


