Orientierungshilfe für Jobsuchende - die große Welt der Unternehmen
Wer will ihn nicht, den Erfolg im Beruf? Verlegerin Annette Eicker hat nicht nur gezeigt, wie es geht, sondern liefert mit den von ihr herausgegebenen Jobguides auch die beste Einstiegshilfe für alle, die es ihr gleich tun wollen.
Praktika und Berufserfahrungen sind aus dem heutigen Bewerberprofil nicht mehr wegzudenken. Wer hoch hinaus will, muss früh und zielgerichtet mit der Karriereplanung anfangen. Die Betonung liegt auf zielgerichtet – nicht irgendwelche Erfahrungen sollen es sein, sondern die richtigen. Doch welcher Student weiß schon, was der Arbeitsmarkt wirklich bietet, welche Unternehmen es gibt und welche Aufgabenfelder diese anbieten? Dem Trend der wahllosen und zufälligen Bewerbungen sollen die Jobguides von matchboxmedia entgegenwirken. „Die Jobsuche sollte man nicht dem Zufall überlassen. Erschreckend viele Bewerber, gerade frisch gebackene Hochschulabsolventen, haben keine Ahnung von den Unternehmen, bei denen sie sich bewerben“, meint Annette Eicker. Seit sie im Jahr 2003 den Verlag gründete, bemüht sie sich mit ihrem Team aus vier festen und 15 freien Mitarbeitern um eine umfangreiche Präsentation deutscher Unternehmen. Zunächst erschienen acht sogenannte City-Jobguides von Großtstädten wie Berlin, München, Hamburg oder Düsseldorf, die über die großen und mittelständischen Unternehmen der jeweiligen Region informieren. Im vorigen Jahr folgten dann die ersten überregionalen Publikationen mit dem Jobguide Engineering und dem Jobguide Praktikum, die wie ihre regionalen Vorgänger ein großer Erfolg waren. Den ersten allumfassenden Überblick mit 400 Arbeitgebern aus dem gesamten Bundesgebiet schaffte der Verlag mit dem kürzlich erschienenen Jobguide Germany, der auch Fach- und Führungskräften als Nachschlagewerk dienen kann. Mit den Unternehmensprofilen, in denen auch eine Darstellung aller Tätigkeitsmöglichkeiten nicht zu kurz kommt, wird den Jobsuchenden ein hilfreicher Wegweiser zur weiteren Bewerbungs- und Karriereplanung in die Hand gegeben. Dass sie weiß, wovon sie spricht, macht Annette Eicker mit einer Vorzeige-Karriere deutlich:
Nach ihrer Ausbildung an der Kölner Journalistenschule zur Journalistin für Politik und Wirtschaft, mit der ein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln einher ging, arbeitete Eicker zunächst bei der Arbeitsgemeinschaft für selbstständige Unternehmer (ASU), wo sie viele Kontakte mit Korrespondenten führender Zeitungen knüpfen konnte. Nach einer kurzen Zeit als selbstständige Journalistin, arbeitete sie beim Handelsblatt im Ressort Karriere, wo sie für das einmal wöchentlich im Handelsblatt beiliegende Blatt „Karriere“ und das zweimal jährlich erscheinende „Junge Karriere“ verantwortlich war. Neuland für Eicker, in dem sie sich jedoch schnell zurecht fand. Ebenso schnell erkannte sie das Potential von „Junge Karriere“ und entwickelte es zu einem eigenständigen, seit 2001 monatlich erscheinenden Magazin. Trotzdem hängte sie im Jahr 2003 ihren Job als Chefredakteurin an den Nagel und fing noch einmal von vorne an. „Ich bin ein Aufbauer, ich habe viele Ideen und entwickle gerne neue Projekte.“, begründet Eicker ihre Entscheidung. Nach einer Marktlücke suchend, entschloss sie sich für die Produktion der Jobguide-Reihe, in der Überzeugung, dass es zu wenig kompakte und vor allem objektive Hintergrundinformationen über deutsche Unternehmen gab. Der Vorteil gegenüber den Informationen, die man im Internet findet, liegen klar auf der Hand: Erstens stolpern Jobsuchende in den Jobguides über Unternehmen, die sie nicht kennen, im Internet also auch nicht suchen würden. Zweitens sind alle in den Jobguides gelieferten Informationen von Wirtschaftsjournalisten gründlich recherchiert worden, so dass sie ein objektives Bild über die jeweiligen Unternehmen geben. Das leistet kaum ein Unternehmensportrait im Netz. „Trotzdem“, so Eicker, „sehen wir uns nicht in Konkurrenz zum Internet. Vielmehr sind wir eine sinnvolle Ergänzung zu den Stellenboersen und Homepages der Unternehmen.“
Ihre Erfahrungen haben ihr gezeigt, dass sich viele junge Menschen nicht nur mit falschen Vorstellungen und fehlenden Kenntnissen bei Unternehmen bewerben, sondern auch nicht unbedingt bei den für sie richtigen Unternehmen: „Hochschulabsolventen richten ihre Bewerbungen häufig nur an Unternehmen, die in Rankings ganz oben stehen, deren Namen jeder kennt und von denen jeder ein Klischeebild im Kopf trägt.“ Dabei würde das Profil vieler mittelständischer Unternehmen vielleicht viel besser zu ihnen passen.
Zur Jobsuche gehört eben auch, dass man sich ausreichend informiert: Über die Unternehmensstruktur, den Markt und die Wirtschaft an sich. Diesbezüglich kann auch der Newsletter von Jobguide.de dazu beitragen, der totalen Ahnungslosigkeit Abhilfe zu schaffen. In diesem stellen Wirtschaftsjournalisten speziell auf zukünftige Bewerber zugeschnittene Wirtschaftsnews zusammen.
Wie man es auch dreht und wendet; Wissen ist, wie immer, Macht. Da hilft also, wie Eicker ganz richtig bemerkt hat, nur eines: „Lesen, lesen, lesen.“
Anja Schmidt


