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Von der Region für die Region - das Göttinger Projekt GÖtrain vermittelt Traineestellen an Hochschulabsolventen

Jeder Student hat sich mit Sichertheit schon häufiger die Frage gestellt, was eigentlich nach dem Studium kommt. Arbeiten, na klar, aber als was und vor allem wo? Meistens schwirren bei dem Gedanken daran viele Fragezeichen im Kopf herum, denn die Einsatzfelder für Hochschulabsolventen sind breit gefächert. Zunächst stellt sich die Frage nach der Art der Beschäftigung. Bewerbe ich mich auf Praktika, Traineestellen oder Festanstellungen?

Vermittlung von Traineestellen an Hochschulabsolventen
Vermittlung von Traineestellen an Hochschulabsolventen

Viele Absolventen entscheiden sich für ein Traineeship, welches in der Regel zwölf bis vierundzwanzig Monate dauert. Trainees werden von Unternehmen zu Nachwuchskräften aufgebaut und durchlaufen mehrere Abteilungen, in denen sie das gesamte Unternehmen kennenlernen. Das Projekt Götrain vermittelt Hochschulabsolventen Traineestellen in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in der Region rund um Süd-Niedersachsen. Stellenboersen.de sprach mit Maik Timpner, dem Projektbeauftragten von GÖtrain und erfuhr von ihm allerhand Interessantes über das Projekt.

"Gerade kleine und mittlere Unternehmen aus der Region benötigen qualifizierten Nachwuchs, haben aber nicht die personellen und finanziellen Mittel, um die notwendigen betriebsbezogenen Einarbeitungsprogramme durchzuführen", erzählt Timpner. "Ein weiteres Problem ist, dass die Hochschulabsolventen viele kleine und mittlere Unternehmen nicht kennen und sie deshalb nicht zusammenkommen." Gemeinsam mit dem Hochschulteam des Arbeitsamtes entwickelte das Seminarzentrum Göttingen deshalb vor mittlerweile neun Jahren das Projekt "GÖtrain".

Wer sich für ein Traineeprogramm in der Region interessiert, kann sich auf der Website von GÖtrain die Bewerbungsbögen herunterladen. Diese werden ausgefüllt und mit einer kompletten Bewerbungsmappe (Lebenslauf etc.) an das Seminarzentrum gesendet. Dort findet dann auch ein Eignungsgespräch statt, in dem es darum geht, den Bewerber kennenzulernen und seine Motivation und Ziele in Erfahrung zu bringen. Bei der Auswahl der Bewerber kommt es nicht auf die Fachrichtung oder den Studienabschluss an. Es zählen, neben fachlicher Qualifikation, auch persönliche Eigenschaften, Soft Skills und Zusatzqualifikationen. Wer für geeignet befunden wird, kommt in den Bewerberpool, in dem sich circa 120-140 Personen befinden. Aus diesem Bewerberpool werden dann Personen für freie Traineestellen rekrutiert. GÖtrain empfiehlt in der Regel drei bis fünf Bewerber pro Stelle, welche dann zu einem Vorstellungsgespräch im Unternehmen eingeladen werden. Kommt ein Vertrag zwischen einem Unternehmen und einem Trainee zustande, ist vom Trainee (bei Nichtvorliegen eines Vermittlungsgutscheines) eine Servicegebühr in Höhe von 220 Euro zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer zu entrichten.

„Der Vorteil ist, dass wir Personen zielgenau empfehlen können“, erklärt Maik Timpner. „Wir kennen die Unternehmen und wissen, was für eine Person sie suchen, und wir kennen die Bewerber. So können wir einschätzen, wer gut passen würde.“Die Unternehmen ersparen sich dadurch das Formulieren einer Stellenanzeige, was bei Schnittstellenpositionen ziemlich kompliziert sein kann. Durch die Empfehlungen schauen sich die Unternehmen vielleicht auch Personen an, dessen Bewerbung sie normalerweise außer Acht gelassen hätte. So haben auch Quereinsteiger gute Chancen. Das Traineeprogramm dauert in der Regel zwölf Monate und wird vergütet. Die monatliche Vergütung wird zwischen Trainee und Unternehmen individuell verhandelt.

„In größeren Unternehmen oder Konzernen ist man als Trainee oft nur ein kleines Rädchen im Getriebe, in kleineren Unternehmen jedoch, kann man wirklich etwas bewegen und vorankommen“, meint Timpner. Bei den Traineestellen sind mittel- bis langfristige Bindungen vorgesehen, da sie den Trainee auf Führungspositionen im Unternehmen vorbereiten sollen.

Wer sich im Bewerberpool befindet und arbeitsuchend bzw. arbeitslos gemeldet ist, hat die Möglichkeit an einer fünfwöchigen Theorie- und Trainingsphase im Seminarzentrum teilzunehmen. Die Kosten dafür trägt in der Regel die jeweils fördernde Stelle. Inhalte dieser etwa drei bis vier Mal im Jahr stattfindenden Weiterbildung sind unter anderem:

  • Vertiefung von IT-Kentnissen
  • Kommunikationstraining
  • Projektarbeit in Gruppen

Von den im Bewerberpool registrierten Bewerbern wird ungefähr ein Fünftel vermittelt. Insgesamt verhalf GÖtrain seit seiner Gründung vor acht Jahren 176 Hochschulabsolventen zu einer Traineestelle. Und der Erfolg gibt ihnen Recht: 98% von den Teilnehmern wurden nach dem Traineeship nahtlos weiterbeschäftigt. Ein großer Teil zwar in einem anderen Unternehmen, aber immerhin 60% blieben ihrem „Traineeship-Unternehmen“ treu.

„Die Arbeit hier macht wirklich großen Spaß“, schwärmt Herr Timpner, der einst selbst Trainee bei GÖtrain war. „Es ist toll, jungen Menschen bei ihrem Einstieg ins Berufsleben zu helfen und auch die Erfolge zu sehen.“ Herr Timpner und sein Team helfen Absolventen jeder Fachrichtung beim Berufseinstieg und geben ihnen den Tipp, einmal „über den Tellerrand“ zu schauen, um zu sehen, welche Berufsmöglichkeiten es neben dem klassischen Weg noch gibt.

Weitere Informationen finden Interessierte auf der Website von GÖtrain .

Von Imke Philipp

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