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Wie wird man eigentlich Werbetexter?

Dies fragen sich jedes Jahr etwa 1000 Leute, die sich auf der Homepage der Texterschmiede Hamburg die Bewerbungsunterlagen herunterladen. Etwa 200 von ihnen schicken ihren Test dann auch tatsächlich ab. Aus 60, die in eine zweite Auswahlrunde gelassen werden, werden 44 ausgewählt, die dann eine einjährige duale Ausbildung zum Werbetexter beginnen.

Wie wird man eigentlich Werbetexter?

Wie sehen diese Tests aus und was bedeutet es, Werbetexter zu sein?

Während im ersten Test viel Zeit zum Überlegen bleibt, da die gestellten Aufgaben per Post bis zu einem bestimmten Datum eingesandt werden können, steht der Bewerber in der zweiten Auswahlrunde unter hohem Zeitdruck und muss innerhalb von einer Stunde seine Kreativität in Sachen Werbung texten beweisen. Hierzu wird ihm ein Foto vorgelegt, aus dem er eine Werbung für ein Produkt oder eine Dienstleistung schreiben soll. Das ganze soll 600 Zeichen lang sein und nicht gerade das Naheliegendste sein - eine Ketchupwerbung bei einem Foto von Tomaten wäre einfach zu kurz gedacht.

In dem ersten Test müssen fünf Aufgaben gelöst werden, beispielsweise soll eine neue Anzeige für die Bild-Zeitung geschaltet werden, zu der nur noch die Überschrift fehlt oder eine neu Bar, die nur Wasser verkauft, soll in einem Funkspot, also in einer 30-sekündigen Radiowerbung, publik gemacht werden.

Im Einzelgespräch mit der Jury wird über die Lösung der Aufgabe, die Motivation und über den bisherigen Lebenslauf des Bewerbes gesprochen. Am nächsten Tag erfolgt der Anruf, ob der Bewerber dabei ist oder nicht.

Dabei sein, bedeutet: Ein Jahr lang je sechs Monate jeden Tag bis ca. 17 Uhr in zwei der besten Werbeagenturen Hamburgs arbeiten und anschließend von 18-21 Uhr Unterricht in der Texterschmiede haben. 180 Dozenten lehren an der Schule für angehende Werbetexter, darunter namhafte Personen aus der Werbebranche. Wer gut ist, kommt während des Jahres als Texter unter Vertrag bei einer der Agenturen, darunter scholz+friends, Jung von Matt, und weitere 42 Agenturen. Die Praktika, die in zwei verschiedenen Agenturen absolviert werden, werden von der Texterschmiede vermittelt.

In dem Jahr werden drei Hausarbeiten geschrieben, zwei Klausuren und ein all um fassende Semesterarbeit, die alle benotet werden. Zudem wird auch das Praktikum in vorgegebenen Kategorien benotet: Kreativität, Motivation, Teamfähigkeit und Disziplin. Zwei Monate sind unterrichtsfrei, in denen wird an Projekten gearbeitet und die Studierenden haben schon um 17 Uhr Feierabend, was vermutlich zu freiwilligen Überstunden in den Agenturen führen wird, da der Druck der Benotung besteht. Zudem werden jedes Jahr die drei besten des Jahrgangs mit dem „Hammer“ ausgezeichnet.

Die Praktika in den Agenturen werden mit 350 bis 450 Euro monatlich bezahlt, die Schule am Abend kostet 300 Euro monatlich. Viel übrig bleibt nicht, doch bleibt auch nicht viel freie Zeit: Es gibt kein Urlaub in dem Jahr und die Seminararbeiten und Hausarbeiten müssen am späten Abend und am Wochenende geschrieben werden...

Weitere Informationen unter www.texterschmiede.de

Von Marina Finster

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