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Die Herausforderungen des Lehrerberufs

Der Lehrerberuf gehört zu den Tätigkeiten, über die am meisten Vorurteile existieren: Das Stereotyp des entspannten Halbtagsjobbers, der über das Jahr verteilt drei Monate Ferien hat, ein königliches Gehalt verdient, sich auf seinem Beamtenstatus ausruht und dessen Arbeitsaufwand sich auf ein Minimum beläuft, da jedes Schuljahr der gleiche Stoff behandelt wird, verharrt seit Jahren in den Köpfen der Gesellschaft.

Die Herausforderungen des Lehrerberufs

Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. In immer weniger Bundesländern werden Lehrkräfte verbeamtet. Auch der Arbeitsalltag verändert sich zunehmend. Lehrern werden immer mehr Verwaltungsaufgaben aufgebürdet, die zusätzlich zum täglichen Unterrichtspensum zu bewältigen sind. Auch die mangelnde soziale Anerkennung und der Druck durch Forderungen von Seiten der Eltern und der Bildungspolitik, beispielsweise die Straffung des Stundenplans durch Vergleichsprüfungen wie das Zentralabitur nach 12 Jahren, stellen Hürden des Berufsalltags dar. Etwa 60% der Lehrer erreichen das Pensionsalter nicht und scheiden frühzeitig aufgrund gesundheitlicher Probleme aus. Der Lehrerberuf gehört zu den Tätigkeiten mit dem höchsten Burnout-Risiko.

Auch der Zugang zum Lehramt gestaltet sich zunehmend schwieriger. Durch das Bachelor-Master-System in der Lehrerausbildung werden die Lehramtskandidaten nach Leistung ausgelesen. Auch bei der Bewerbung um einen Referendariatsplatz zählt die Examensnote.

Nichtsdestotrotz birgt der Lehrerberuf viele Vorteile. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stellt Pädagogen vor immer neue Herausforderungen und sorgt für einen lebhaften und abwechslungsreichen Arbeitsalltag. Je nach Interessenschwerpunkt können Studieninteressierte zwischen dem Grund-, Real- und Hauptschullehramt, dem Gymnasiallehramt oder dem Lehramt an berufsbildenden Schulen oder Förderschulen wählen. Auch bei den Unterrichtsfächern sind viele unterschiedliche Kombinationen, je nach Interessenlage, möglich.

Der derzeitige Lehrermangel bietet Lehrern gute Jobperspektiven. Besonders Seiten- und Quereinsteigern mit universitärem Abschluss wird der Sprung ins Lehramt bei den Mangelfächern leicht gemacht. Allerdings sollten derartige Prognosen nicht den Ausschlag für die Studienentscheidung geben.

Zudem sind Lehrer nicht auf den Schuldienst beschränkt. Neben dem regulären Schuldienst an öffentlichen Schulen können Lehrer an Privatschulen, beispielsweise Freinet-, Montessori- oder Waldorfschulen, unterrichten, oder an einer deutschen Schule im Ausland tätig werden. Zudem gibt es zahlreiche Branchen, die abtrünnigen Lehrern, je nach Fächerkombination, offen stehen. Auf speziellen Jobbörsen können Lehrer nach geeigneten beruflichen Alternativen, innerhalb und außerhalb des Schuldienstes, fündig werden.

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