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Studium

Das Lehramtsstudium lässt sich in drei Phasen aufteilen. Zuerst absolvieren künftige Lehrer ein 7 bis 10 Semester dauerndes Studium an der Universität. Diese theoretische Ausbildung ist vielerorts schon in das Bachelor-Master-System überführt worden. Das Studium wird mit dem Master of Education, oder im Rahmen der grundständigen Studiengänge mit dem ersten Staatsexamen, abgeschlossen. Im Anschluss an die universitäre Ausbildung leisten die Studienabgänger das Referendariat (auch Vorbereitungsdienst genannt) ab. Dieser praktische Teil der Ausbildung dauert zurzeit noch 24 Monate. Am Ende des Referendariats wird das zweite Staatsexamen abgelegt. Bei erfolgreichem Bestehen können sich die Junglehrer direkt bei Schulen bewerben. Die dritte Phase der Lehrerausbildung besteht aus kontinuierlichen Fortbildungen, die in der Regel verpflichtend zu besuchen sind und den Grundstein für lebenslanges Lernen im Lehrerberuf legen.

Während des Studiums studieren künftige Lehrer in der Regel zwei Fächer. Zudem besuchen sie Kurse aus dem Bereich der Fachdidaktik und der Pädagogik. Während sich die Pädagogik mit dem Lehren und Erziehen auf allgemeiner Basis beschäftigt, vermitteln fachdidaktische Veranstaltungen den Studierenden, wie die schulrelevanten Wissensbestände der jeweiligen Fächer im schulischen Kontext unterrichtet werden können, und stellt somit den Schnittpunkt zwischen Pädagogik und Fachwissenschaft dar.

Ziel des Studiums sind einerseits eine breite fachliche Ausbildung und der Erwerb von Kompetenzen im Hinblick auf das Unterrichten, Erziehen, Diagnostizieren und Fördern der Schüler sowie im Bereich der Teilhabe an der Schulentwicklung. Zudem erhalten Studierende durch verschiedene Praktika erste Einblicke in den Unterrichtsalltag aus der Perspektive der Lehrkraft und können sich als "Lehrer auf Probe" im Rahmen eigener Stunden vor der Klasse ausprobieren. Diese erste Phase der Lehrerausbildung dient vornehmlich der Distanzierung vom System "Schule" und der Auseinandersetzung mit Theorien des Lernens und Lehrens. Die theoretischen Kenntnisse sind wichtig, um im späteren Berufsalltag die eigene Praxis kritisch reflektieren und somit auch selbstständig verbessern zu können.

Gemäß dem Prinzip der "Kultushoheit" der Länder obliegt die Studienorganisation der Lehrämter den einzelnen Bundesländern, wodurch sich das Lehramtsstudium je nach Schulform und Bundesland stark unterscheidet. Die Umstellung auf Bachelor/Master wurde weitestgehend in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und zum Teil auch in Nordrhein-Westfalen bereits realisiert (Stand 2009). Dieses zweischrittige Studienmodell beinhaltet eine 6-semestrige Bachelorphase, in der schwerpunktmäßig die beiden Unterrichtsfächer studiert werden, und eine 4-semestrige Masterphase, in der die pädagogischen und fachdidaktischen Studienanteile überwiegen. Der Vorteil dieser Aufteilung besteht darin, dass sich Studierende nach dem Bachelorabschluss auch gegen den Lehrerberuf entscheiden und mit einem fachwissenschaftlichen Master fortfahren können. In diesem Fall müssen keine zeitlichen Einbußen in Kauf genommen werden.

Die eigentliche praktische Ausbildung erfolgt dann im Referendariat. Nach der anfänglichen Phase der Eingewöhnung unterrichten Referendare weitestgehend eigenständig. Der Übergang vom Studium in den Vorbereitungsdienst stellt für viele Studienabgänger eine Herausforderung dar, da sich der Fokus von der Theorie zu Praxis verschiebt, wodurch sich viele "ins kalte Wasser geworfen" fühlen. Neben der Zeit an der Schule besucht man regelmäßig Kurse, die vom jeweiligen Studienseminar angeboten werden, und erhält in regelmäßigen Abständen Unterrichtsbesuche.

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