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Das Referendariat

Das Referendariat, auch Vorbereitungsdienst genannt, stellt die zweite Ausbildungsphase für Lehrämter dar. Es schließt sich an das erste Staatsexamen, beziehungsweise den Master of Education, an und bereitet auf die Ausübung des Lehrerberufs vor. Abgeschlossen wird das Referendariat mit dem zweiten Staatsexamen. Die Dauer beläuft sich in der Regel auf 24 Monate. In einigen Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg, Niedersachsen) wird das Referendariat unter bestimmten Bedingungen allerdings auf 18 Monate, also anderthalb Jahre, verkürzt.

Um einen Referendariatsplatz zu erhalten, müssen sich Studienabsolventen mit ihrer Masternote bzw. der Note des ersten Staatsexamens bei dem Kultusministerium ihres Bundeslandes bewerben. Die Einstellungstermine unterscheiden sich allerdings von Bundesland zu Bundesland.

Das Referendariat absolvieren angehende Lehrer zum Teil an einer Schule und zum Teil an ihrem Studienseminar. Während des Referendariats unterrichtet der Studienabsolvent zum ersten Mal eigenverantwortlich. Die Stundenzahl richtet sich dabei nach der Schulform: Angehende Sonderschullehrer haben mit 14 Unterrichtsstunden die höchste Stundenzahl, gefolgt von Grund- und Hauptschullehrern mit 13 Stunden, Gymnasiallehrern mit 10 bis 12 Stunden und Realschullehrern mit 11 zu unterrichtenden Stunden in der Woche (Stand: 01.07.2007). Je nach Bundesland kann die Stundenzahl jedoch abweichen.

Der Vorbereitungsdienst gliedert sich in mehrere Ausbildungsabschnitte. Während des ersten Abschnitts, der etwa vier bis sechs Wochen dauert, hospitiert der Referendar im Unterricht seiner Kollegen und muss auch eigene erste Lehrversuche unternehmen. Diese, in der Regel sechs, Unterrichtsversuche werden vom Seminarlehrer und dem Fachseminar beobachtet und bewertet. An diese erste, schwerpunktmäßig beobachtende, Phase schließt sich die Phase des eigenständigen Unterrichtens an. Jede gehaltene Unterrichtsstunde muss schriftlich reflektiert werden. Das nötige methodische und erziehungswissenschaftliche Wissen wird im Rahmen regelmäßig stattfindender Seminare erworben und vertieft. Außerdem bieten diese Seminare angehenden Lehrern eine Plattform, Probleme aus der Praxis zu besprechen und zu reflektieren. Seminarleiter und Dozenten besuchen die Referendare in regelmäßigen Abständen an der Schule und beobachten Unterrichtsstunden (Besonderer UnterrichtsBesuch - BUB), die im Anschluss gemeinsam reflektiert werden. Im letzten Ausbildungsabschnitt kehrt der Referendar an das Studienseminar zurück und muss die letzten Prüfungen ablegen, die für das zweite Staatsexamen vonnöten sind. Der Ablauf unterscheidet sich, wie die übrigen Phasen der Lehrerausbildung, teilweise im Hinblick auf die verschiedenen Schulformen und Bundesländer.

Während des Referendariats erhalten die angehenden Lehrer Anwärterbezüge, wobei es allerdings Unterschiede bezüglich der Schulformen und der Bundesländer gibt. In Niedersachsen werden Grund-, Haupt und Realschullehrer mit 1.073,03€ monatlich entlohnt, Sonderpädagogen erhalten 1.103,39€ im Monat und Lehrer an Gymnasien und berufsbildenden Schulen können mit 1.136,73€ monatlich rechnen (Stand 1.3.2009). Verheiratete erhalten eine Zulage von 111,70€, bei einem Kind kommen 207,23€ hinzu.

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