Jobs suchen und finden: Stellenmarkt · Stellenangebote Ingenieure · Stellenangebote IT · Arbeiten in England
Benutzerspezifische Werkzeuge
  • Anmelden

Alternativen zum Schuldienst

Ein abgeschlossenes Lehramtsstudium muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass ein angehender Lehrer sein Leben lang vor Schulklassen stehen muss. Meist merken Studienabsolventen erst während des Referendariats, dass sie sich den Lehreralltag anders vorgestellt haben oder sich den zahlreichen pädagogischen und fachlichen Herausforderungen nicht gewachsen fühlen. In diesem Fall stellt sich die Frage, welche alternativen Berufswege ein ausgebildeter Lehrer beschreiten kann.

Zu den naheliegendsten Jobalternativen für Lehrer zählt der Unterricht an Nachhilfeinstituten oder Nachhilfeschulen. Der stressige Alltag vor einer Klasse wird abgelöst durch die intensive Förderung eines einzelnen Schülers. Anstatt auf Faktoren wie Klassenmanagement und Binnendifferenzierung achten zu müssen, kann sich ein Nachhilfelehrer voll und ganz auf die Bedürfnisse eines Lernenden konzentrieren.

Eine weitere Alternative zum Schuldienst ist der Unterricht an Schulen in freier Trägerschaft. Zu diesen zählen unter anderem Waldorfschulen, Privatschulen, Montessori-Schulen, evangelische oder katholische Schulen und Internate (Landerziehungsheime). An vielen dieser Bildungsinstitutionen werden alternative Lehr- und Lernwege erprobt, was sich auch an der vielerorts anzutreffenden Abschaffung der 45-Minuten-Taktung für Unterrichtsstunden widerspiegelt. Hier werden Lehrern oft mehr Entfaltungsmöglichkeiten zugestanden als im Regelschulsystem. Allerdings wird an reformpädagogischen Schulen meist eine Zusatzqualifikation im jeweiligen Bereich (Montessori-, Freinet- oder Waldorfpädagogik) erwünscht.

Eine dritte Berufsoption im Bildungsbereich ist die Tätigkeit in der Erwachsenenbildung, beispielsweise im Rahmen von Kursen an der Volkshochschule. Auch die Durchführung von Weiterbildungen an Firmen ist ein Einsatzgebiet für ausgebildete Pädagogen.

Zudem befähigt die pädagogische Ausbildung, die Lehrer genossen haben, dazu, sozialpädagogische Arbeit in Kommunen, Kirchen oder sozialen Einrichtungen zu leisten. Um den Quereinstieg in dieses Tätigkeitsfeld zu erleichtern, sollten interessierte Lehrer über eine sozialpädagogische oder therapeutische Zusatzqualifikation verfügen oder zumindest ehrenamtliches Engagement nachweisen können.

Auch journalistische Tätigkeiten sind für ehemalige Lehrer oder Lehramtsstudenten denkbar. Da die Ausbildung zum Journalisten nicht genau vorgeschrieben ist, bietet sich ein Einstieg in dieses Berufsfeld über ein Volontariat, zum Beispiel in der Lokalredaktion einer Tageszeitung, an. Aspiranten sollten jedoch über eine sehr sichere Ausdrucksweise sowie Freude am Verfassen von Texten verfügen und Geduld mitbringen, da Volontariatsplätze sehr gefragt sind. Eine weitere Tätigkeit im Bereich des geschriebenen Wortes ist die Arbeit als Lektor bei einem Verlagshaus.

Ähnlich wie bei Journalisten ist die Berufsbezeichnung des Übersetzers und Dolmetschers nicht geschützt und demzufolge auch der Zugang zu diesem Beruf nicht gesetzlich geregelt. Aus diesem Grund stellen Übersetzungstätigkeiten eine interessante berufliche Alternative für Fremdsprachenlehrer dar. Um als Fremdsprachenkorrespondent oder Fremdsprachensekretär arbeiten zu können, ist jedoch eine Ausbildung, zum Beispiel an einer der staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsfachschulen Voraussetzung. Einsatzorte sind Betriebe, Verwaltungen oder andere Behörden mit internationalen Beziehungen. Des weiteren bieten sich der Tourismusbereich oder die Kulturarbeit im Ausland, z.B. an Goethe-Instituten, für Fremdsprachenlehrer an. Wer dem Schuldienst auch im Ausland treu bleiben will, kann außerdem über die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen als Lehrer im Ausland an einer deutschen Schule in einem anderen Land unterrichten.

Weitere Joboptionen sind das Kulturmanagement oder das Eventmanagement, bei denen organisatorische Fähigkeiten, Kenntnisse im Bereich Kunst und Kultur und kommunikatives Geschick vonnöten sind, um Projekte zu koordinieren.

Ferner ist auch die Rückkehr an die Universität möglich, beispielsweise im Rahmen eines Aufbaustudiums. Auch Weiterbildungen und Praktika können den Wechsel in ein anderes berufliches Feld erleichtern.

Der Lehrerberuf muss keine Einbahnstraße sein. Lehrern, die sich umfassend informieren und bereit sind, sich in andere Branchen einzuarbeiten, stehen viele Türen auf dem Arbeitsmarkt offen. Allerdings sollte Quereinsteigern bewusst sein, dass sie häufig mit Kandidaten um Arbeitsplätze konkurrieren, die eine einschlägige Berufsausbildung absolviert haben. Bei einem anstehenden Jobwechsel lohnt es sich also, sich rechtzeitig zu weiterzuqualifizieren.

T5 Jobmessen