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Haupt- und Realschullehramt

Haupt- und Realschulen decken die Sekundarstufe I ab und statten Jugendliche mit den für die Eingliederung in die Gesellschaft und die Berufswelt nötigen Kenntnisse aus. Besonders an Hauptschulen sehen sich Lehrer oft besonderen Herausforderungen gegenübergestellt.

Aus diesem Grund benötigen Hauptschullehrer ein hohes Maß an Geduld, Offenheit und Motivation, um die Schüler mit teilweise schwierigem sozialen Hintergrund oder mangelhaften Deutschkenntnissen in ihrem Lernprozess zu unterstützen. Das Hauptschullehramt ist im Hinblick auf die pädagogischen Aufgaben, die sich dem Lehrer stellen, sehr anspruchsvoll.

Auch an den Realschulen werden die Schulklassen immer heterogener. Um allen Schülergruppen gerecht zu werden, muss häufig binnendifferenziert unterrichtet werden, was einen recht hohen Vorbereitungsaufwand bedeutet. Zudem gehört effektives Klassenmanagement zur Prävention und zum Umgang mit Störungen neben der Wissensvermittlung zu den unterrichtlichen Hauptaufgaben des Lehrers.

Bayern stellt das einzige Bundesland dar, in dem es für künftige Hauptschullehrer einen gesonderten Studiengang gibt. In den restlichen Bundesländern wurde das Hauptschullehramt mit dem Lehramt für andere Schulformen, wie die Realschule oder die Grundschule, zusammengelegt oder auf die gesamte Sekundarstufe I, also alle 5. bis 10. Klassen der unterschiedlichen Schulformen, ausgeweitet. Letzteres ist in Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der Fall. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wurden sogar die Studiengänge für Grund-/Haupt- und Realschule kombiniert. Realschullehramt ohne eine Kombination mit einer anderen Schulform kann heutzutage nur noch in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein studiert werden. (Stand 2009)

Die Dauer des Studiums schwankt zwischen 7 bis 9 Semestern. In diesem Zeitraum studiert der angehende Lehrer zwei Fächer, welche durch fachdidaktische und erziehungswissenschaftliche Veranstaltungen ergänzt werden. Zudem muss der Studierende mehrere Schulpraktika sowie in der Regel ein Betriebspraktikum absolvieren. Inhaltlich bestehen zum Teil Berührungspunkte mit dem Grundschullehramt, weshalb in manchen Bundesländern eine Lehrbefähigung für die gesamte Sekundarstufe I oder auch für die Grundschule erworben werden kann.

In den Bundesländern, in denen die Ausbildung für dieses Lehramt schon in die Bachelor-Master-Struktur übersetzt wurde, ist nach dem 6-semestrigen Bachelor nur ein Master im Rahmen von zwei Semestern als Aufbaustudiengang nötig. Wie bei den übrigen Lehramtsstudiengängen schließt sich das Referendariat als zweite Ausbildungsphase an das Studium an die Universität an.

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