Burnout
Wie in vielen anderen sozialen Berufen spielt das Burnout-Syndrom auch im Lehrerberuf eine wichtige Rolle. Der Begriff „Burnout“ bezeichnet einen psychischen Zustand der inneren Ausgebranntheit und der eingeschränkten Leistungsfähigkeit, der sich nach andauernder übermäßiger Anstrengung ohne entsprechenden Ausgleich einstellen kann. Dabei handelt es sich um eine ernstzunehmende Krankheit, die nicht mit dem Zustand der Überarbeitung verwechselt werden sollte.
Lehrer haben ein besonders hohes Risiko, an Burnout zu erkranken. Rund 60% der Lehrer in Deutschland sind Burnout-gefährdet, gehören also zur Risikogruppe, wie Uwe Schaarschmidt, der ehemalige Leiter des psychologischen Instituts der Universität Potsdam, in einer umfangreichen Studie feststellte, während beispielsweise bei der Polizei nur rund 35% und unter den Existenzgründern nur rund 44% von Burnout bedroht sind. Damit gehört der Lehrerberuf zu den Berufen mit dem höchsten Burnout-Risiko. Als Gründe werden unter anderem die großen Schulklassen, die lange Arbeitszeit und die häufigen Umstrukturierungen im Bildungssystem genannt.
Besonders Berufsanfänger fühlen sich großen Belastungen ausgesetzt, da sie noch keine Arbeitsroutine entwickelt haben, viele Unterrichtsinhalte zum ersten Mal bearbeiten und dementsprechend auch erstmals didaktisch aufbereiten. Zudem haben sie meist sehr hohe Erwartungen und Ansprüche an die eigene Unterrichtsgestaltung, die in der Praxis nicht immer so realisierbar sind. Während dieser ersten mehrjährigen Phase des beruflichen Einlebens und der Orientierung besteht ein erhöhtes Risiko, an Burnout zu erkranken. Doch auch im späteren Berufsverlauf können Lehrer, die konstant hohes Engagement zeigen, aber wenig Erfolgserlebnisse verbuchen können, an Burnout erkranken.
Auch die gegenteilige Verhaltensweise kann bei manchen Lehrern beobachtet werden. Im Anschluss an eine innere Resignation, die auch als "innere Kündigung" bezeichnet wird, machen viele Lehrkräfte nur noch Dienst nach Plan, also im Rückgriff auf bereits existierende Unterrichtsmaterialien und ohne große Neuerungen.
Diese Erkenntnisse zeigen, dass es vor allem für Lehrer wichtig ist, ein ausgeglichenes Verhältnis zum Beruf und eine realistische Erwartungshaltung an sich selbst aufzubauen. Nur so ist es möglich, sich selbst und den Schülern gerecht zu werden.


