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Der berufliche Alltag von Übersetzern und Dolmetschern

Der Großteil der Übersetzer und Dolmetscher arbeitet freiberuflich undtritt entweder unmittelbar mit Kunden in Kontakt oder lässt sich Aufträge von Agenturen vermittelt. Mitglieder eines Berufsverbandes können zudem auf die Vermittlung von Aufträgen über Kollegen hoffen. Als Freiberufler muss sich ein Dolmetscher oder Übersetzer größtenteils selbstständig um Honorarabsprachen und Kundenakquise kümmern. Viele selbstständige Dolmetscher berichten, dass vor allem die Zeit des beruflichen Einstiegs relativ schleppend verlaufen kann. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich frühzeitig um Kontakte zu Kollegen und potenziellen Auftraggebern zu bemühen. Ein kleinerer Teil der Dolmetscher und Übersetzer ist hingegen fest bei Firmen oder Übersetzungsbüros eingestellt.

Der berufliche Alltag von Übersetzern und Dolmetschern

In der Praxis macht es keinen Unterschied, ob ein Übersetzer oder Dolmetscher seinen Weg in den Beruf über ein universitäres Studium oder das Bestehen der staatlichen Prüfung erreicht hat. Auf dem Markt zählen die Spezialisierungen des Übersetzers sowie seine Modellsprache und seine Kooperationsfähigkeit. Die letztgenannte Eigenschaft ist vor allem für Dolmetscher sehr wichtig. Auf Konferenzen müssen diese oft auf engstem Raum mit ihren Dolmetscherkollegen zusammenarbeiten. Eine Übersetzungskabine auf einer Konferenz, die mit zwei Dolmetschern besetzt ist, ist in der Regel lediglich 2 Quadratmeter groß.

Die Auftragsvielfalt der Dolmetscher und Übersetzer erfordert es, sich ständig in neue Themengebiete einzuarbeiten. Während an einem Tag für einen Biologenkongress gedolmetscht wird, muss der Dolmetscher am nächsten Tag sein Können auf einer internationalen Automobilmesse unter Beweis stellen. In dieser thematischen Abwechslung besteht die Herausforderung und die Attraktivität dieser sprachvermittelnden Berufe.

Übersetzer sollten grundsätzlich zur Übersetzung jeglicher Textart befähigt sein. Mögliche Aufträge sind beispielsweise die Übertragung von Firmenberichten, Werbetexten, Handbüchern, technischen Anleitungen, Verträgen oder Präsentationen in eine andere Sprache. In diesem Zusammenhang spielt das Fachgebiet des Übersetzers, beispielsweise eine Spezialisierung im Bereich Jura, BWL oder VWL, eine wichtige Rolle. Die Berufsgruppe der Übersetzer untergliedert sich in Fachübersetzer, Urkundenübersetzer, Literaturübersetzer sowie die unbekannteren Formen des Software-Lokalisierers und des Terminologen. Die Aufgabe von Software-Lokalisierern besteht darin, Software und Handbücher an kulturelle und sprachliche Gegenheiten des Ziellandes anzupassen, während Terminologen für Unternehmen und Fachverbände Listen mit Fachbegriffen in der jeweils benötigten Fremdsprache anfertigen.

Beim Dolmetschen unterscheidet man grundsätzlich zwei Formen: das Konsekutivdolmetschen und das Synchrondolmetschen. Beim Konsekutivdolmetschen werden beispielsweise Reden, nachdem sie vor Publikum gehalten wurden, anhand von Notizen mündlich in eine andere Sprache übertragen. Dabei wird entweder der Grundgedanke umrissen oder es werden einzelne Passagen wiedergegeben. Im Rahmen des Synchrondolmetschens werden Aussagen zum Beispiel auf Konferenzen zeitgleich über Kopfhörer und Mikrophon übersetzt. Diese Form des Dolmetschens erfordert größte Anstrengung. Aus diesem Grund liegt die Arbeitszeit von Konferenzdolmetschern bei drei Stunden Vormittags und höchstens drei Stunden im Laufe des Nachmittags im Anschluss an eine eineinhalbstündige Pause. Sonderformen sind das Flüsterdolmetschen und das Mediendolmetschen. Während die erste Variante vom Dolmetscher erfordert, neben dem Sprecher zu sitzen und diesem die Übersetzung seines Gesprächspartners zuzuflüstern, sind die Stimmen von Mediendolmetschern, die oft Reden oder Interviews übersetzen, im Fernsehen oder Radio zu hören.

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