Was verdient ein Orthopäde? – Honorare in der Orthopädie
Fachärzte für Orthopädie sind für das Teilgebiet der Medizin zuständig, das sich mit der Entstehung, Verhütung, Erkennung und Behandlung angeborener oder erworbener Form- und Funktionsfehler des Stütz- und Bewegungsapparates befasst. Hierzu gehören unter anderem Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen.
Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung gab es im Jahr 2008 in Deutschland insgesamt 5.266 Vertragsärzte bzw. 5.844 an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte in der Orthopädie. Die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte setzen sich zusammen aus den Vertragsärzten, Partner-Ärzten, angestellten Ärzten sowie ermächtigten Ärzten.
Der Anteil der Orthopädinnen an der gesamten Zahl an Fachärzten in der Orthopädie beträgt gerade einmal 9,9 Prozent. Nur in der Urologie ist der Anteil an Frauen noch geringer.
Mit einem durchschnittlichen Honorar von rund 215.364 Euro im Jahr 2009 (107.682 im ersten Halbjahr 2009, bereinigt um Kostenerstattung für Laborleistungen) liegen die Orthopäden verdiensttechnisch im oberen Drittel aller Fachärzte. Nur in der Radiologie und der Inneren Medizin sind die Honorare noch höher. Allerdings gehört die Orthopädie zu den wenigen Facharztgebieten, in denen sich das Honorar zum Vorjahr 2008 verringert hat. Während das Honorar 2008 noch bei 225.864 Euro lag (112.932 Euro im ersten Halbjahr 2008, bereinigt um Kostenerstattung für Laborleistungen).
Bei der Relation zwischen ihrem Anteil am fachärztlichen Honorar und ihrem Anteil an allen Ärzten sind die Werte ausgewogen. Die Orthopäden haben einen Anteil von 3,6 Prozent an allen Vertragsärzten. Ihr Anteil am Honorar beträgt 4,5 Prozent.
Die Berechnung der Honorare pro Arzt ergibt sich aus einem komplizierten Verfahren von Kopfpauschalen und Punktwerten. Die Krankenkassen bezahlen pro Hauptversicherten eine Kopfpauschale an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung (KV). Jede Arztgruppe erhält einen festen Anteil aus der Gesamtvergütung, der unabhängig ist von der Zahl der Ärzte, der Zahl der Behandlungen und der Zahl der Patienten. Der individuelle Arzt verrechnet seine Leistungen über ein Punktesystem mit der KV und erhält so seinen Anteil an der Gesamtvergütung der Kassen.
Quelle: Alle Zahlen ergeben sich aus Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung oder aus eigenen Berechnungen auf Basis von Halbjahresangaben der KBV.


