Was verdient ein Chirurge? – Honorare in der Chirurgie
Aufgabe eines Chirurgen ist, wie wohl allgemein bekannt, mittels Operation, also direkter, manueller oder instrumenteller Einwikrung auf den Körper des Patienten dessen Gesundheitszustand zu verbessern. Wie der griechische Wortursprung schon erahnen lässt (Chirurgie – Handarbeit/Handwerk), handelt es sich hierbei nicht nur um eine medizinische, sondern ist erster Linie auch um eine handwerkliche Disziplin.
Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung gab es im Jahr 2008 in Deutschland insgesamt 3.907 Vertragsärzte bzw. 5.893 an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte in der Chirurgie. Die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte setzen sich zusammen aus den Vertragsärzten, Partner-Ärzten, angestellten Ärzten sowie ermächtigten Ärzten. Der zahlenmäßige Unterschied zwischen Vertragsärzten und an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzten ist hier so hoch wie in keiner anderen Gruppe von Ärzten. Den größten Teil in der Differenz machen sogenannte „ermächtigte Ärzte“ aus, die meist Krankenhausärzte sind. Der Zusammenhang mit der Chirurgie als eindeutig stationäre Disziplin ist unverkennbar.
Ebenfalls rekordverdächtig sind die Chirurgen in Bezug auf ihren Frauenanteil. Nur 11,0 Prozent der Cfachärzte in der Chirurgie sind weiblich. Nur Orthopädie und Urologie haben mit noch niedrigeren Werten zu kämpfen.
Mit einem durchschnittlichen Honorar von rund 160.596 Euro im Jahr 2009 (80.298 im ersten Halbjahr 2009, bereinigt um Kostenerstattung für Laborleistungen) sind die Chirurgen bei weitem nicht Toperdiener der Branche, wie vielleicht immer vermutet wird. Sie befinden sich im Gegenteil dazu sogar noch unter der dem durchschnittlichen Verdienst aller Arztgruppen. Andere Angaben, die sich von den vorherigen vor allem in den noch nicht bereinigten Kostenerstattungen für Laborleistungen unterschieden, sehen die Chirurgen mit einem jährlichen Honorar von 211,6 Tausend Euro (Zahlen von 2008) im oberen Drittel der Ärztegruppen. Dies würde davon zeugen, dass Laborleistungen im Bereich der Chirurgie einen imensen Kostenfaktor ausmachen.
Desweiteren ergibt sich, im Vergleich zum durschnittlichen Honorar von 149.918 im Jahr 2008 (74.959 im ersten Halbjahr 2008, bereinigt um Kostenerstattung für Laborleistungen), ein starkerAnstieg der Honorare um immerhin 7,1 Prozent zum Vorjahr.
Die Berechnung der Honorare pro Arzt ergibt sich aus einem komplizierten Verfahren von Kopfpauschalen und Punktwerten. Die Krankenkassen bezahlen pro Hauptversicherten eine Kopfpauschale an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung (KV). Jede Arztgruppe erhält einen festen Anteil aus der Gesamtvergütung, der unabhängig ist von der Zahl der Ärzte, der Zahl der Behandlungen und der Zahl der Patienten. Der individuelle Arzt verrechnet seine Leistungen über ein Punktesystem mit der KV und erhält so seinen Anteil an der Gesamtvergütung der Kassen.
Quelle: Alle Zahlen ergeben sich aus Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung oder aus eigenen Berechnungen auf Basis von Halbjahresangaben der KBV.


