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Facharzt für Arbeitsmedizin

Fachärzte für Arbeitsmedizin befassen sich vor allem mit den Wechselbeziehungen zwischen Arbeit, Beruf und Gesundheit.


Facharzt für Arbeitsmedizin

Überblick über die Tätigkeiten:

Das Gebiet des Arbeitsmediziners umfasst die Förderung der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit des arbeitenden Menschen sowie die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Begutachtung von Erkrankungen, die durch Arbeit oder Umwelt verursacht werden können. Außerdem kümmern sich die Fachärzte für Arbeitsmedizin um die Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefährdungen einschließlich individueller und betrieblicher Gesundheitsberatung sowie um die Vermeidung von Erschwernissen und um die berufsfördernde Rehabilitation. Zu diesem Zweck führen sie arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennungsmaßnahmen durch und kümmern sich um psychosomatische Grundversorgung. Über ihre Erkenntnisse verfassen sie Gutachten. Zu ihren Aufgaben gehören auch arbeitsmedizinische Gesundheitsberatung und -förderung einschließlich Tropenhygiene, Umweltschutz und Verkehrsmedizin sowie das Durchführen von Laboruntersuchungen.

Weiterbildung:

Die Zeit der Weiterbildung umfasst 60 Monate, die bei einem Weiterbildungsermächtigten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1 absolviert werden müssen. Von diesen 48 Monaten können bis zu

  • 24 Monate Innere Medizin und Allgemeinmedizin
  • 36 Monate Arbeitsmedizin, davon können bis zu
    • 12 Monate in anderen Gebieten angerechnet werden
  • 360 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 5 Abs. 9 in Arbeitsmedizin, die während der 60 Monate Weiterbildung abgeleistet werden sollen

Inhalte der Weiterbildung:

In den 60 Monaten der Weiterbildung soll der angehende Arbeitsmediziner Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • der Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsstörungen und Berufskrankheiten sowie der auslösenden Noxen einschließlich epidemiologischer Grundlagen
  • der Gesundheitsberatung
  • der betrieblichen Gesundheitsförderung einschließlich der individuellen und gruppenbezogenen Schulung
  • der Beratung und Planung in Fragen des technischen, organisatorischen und personenbezogenen Arbeits- und Gesundheitsschutzes
  • der Unfallverhütung und Arbeitssicherheit
  • der Organisation und Sicherstellung der Ersten Hilfe und notfallmedizinischen Versorgung am Arbeitsplatz
  • der Mitwirkung bei medizinischer, beruflicher und sozialer Rehabilitation
  • der betrieblichen Wiedereingliederung und dem Einsatz chronisch Kranker und schutzbedürftiger Personen am Arbeitsplatz
  • der Bewertung von Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Einsatzfähigkeit einschließlich der Arbeitsphysiologie
  • der Arbeits- und Umwelthygiene einschließlich der arbeitsmedizinischen Toxikologie
  • der Arbeits- und Betriebspsychologie einschließlich psychosozialer Aspekte
  • arbeitsmedizinischen Vorsorge-, Tauglichkeits- und Eignungsuntersuchungen einschließlich verkehrsmedizinischen Fragestellungen
  • den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine humangenetische Beratung
  • der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und Probenbehandlung für Laboruntersuchungen einschließlich des Biomonitorings und der arbeitsmedizinischen Bewertung der Ergebnisse
  • der ärztlichen Begutachtung bei arbeitsbedingten Erkrankungen und Berufskrankheiten, der Beurteilung von Arbeits-, Berufs- und Erwerbsfähigkeit einschließlich Fragen eines Arbeitsplatzwechsels
  • der arbeitsmedizinischen Erfassung von Umweltfaktoren sowie deren Bewertung hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Relevanz
  • der Entwicklung betrieblicher Präventionskonzepte

Jobs:

Unternehmen sind dazu verpflichtet, einen Arbeitsmediziner bereitszustellen, der die Mitarbeiter bei berufsbedingten gesundheitlichen Fragen betreut und versorgt. Ein eigens angestellter Arbeitsmediziner rechnet sich aber für die meisten Betriebe nicht, z.B. gibt es am gesamten Hamburger Hafen nur noch einen einzigen festangestellten Arbeitsmediziner. Die meisten anderen Betriebe am Hamburger Hafen werden entweder von diesem Arzt gegen Gebühr mitbetreut; es gibt aber auch Unternehmen, die sich auf arbeitsmedizinische Betreuung von Firmen spezialisiert haben. Die Mehrzahl der Arbeitsmediziner arbeitet bei solchen Unternehmen (z.B. med-expert, AMVZ,...). Andere Jobs gibt es bei weiterbildenden Zentren (Unikliniken), aber auch bei Behörden. Hier spielt vor allem die Begutachtung eine große Rolle. Niedergelassene Arbeitsmediziner wird man kaum finden, meist nur in Kombination mit anderen Facharzttiteln als Doppelfacharzt.

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