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Der Schwindel mit den Referenzkunden

Kleine und mittelständische Unternehmen sowie Existenzgründer sind die bevorzugten Opfer der sogenannten Referenzkundenmasche. Gelockt durch ein einmaliges Angebot unterschreiben viele zu schnell einen Vertrag und erleben dann eine unangenehme, teilweise existenzgefährdende Überraschung. Und so funktioniert die Masche mit den Referenzkunden:

Der Schwindel mit den Referenzkunden

Das bundesweit agierende „Internetdienstleistungsunternehmen ABC” nimmt Kontakt zu einer kleinen, regionalen Firma auf und erklärt, dass sie Referenzkunden im Bereich Webseiten-Erstellung suchen. ABC wolle sich neu in dem regionalen Markt der angesprochenen Firma etablieren und benötige dafür aussagekräftige Referenzprojekte. Das bedeute, dass ABC für den entsprechenden Kunden eine vollkommen kostenlose, aber hoch professionelle und aufwendige Webseite erstellen würde. Auch die Betreuung der Seite, wie zum Beispiel die Optimierung für Suchmaschinen, würde ABC für den potenziellen Referenzkunden übernehmen.

Zeigt die angesprochene Firma Interesse – und das zeigen aufgrund des verlockenden Angebotes nicht wenige – wird ein persönlicher Termin vereinbart. Der Außendienstmitarbeiter von ABC, der sich selbst als “Marketingmitarbeiter” vorstellt, wiederholt mehrfach, dass er nichts verkaufen würde, sondern lediglich abklären wolle, ob die Firma als Referenzkunde für ABC infrage kommt. Denn an Referenzkunden werden hohe Ansprüche gestellt und nur wer diese erfülle, bekomme das Privileg diesen absolut einmaligen und kostenfreien Service nutzen zu können.

Im Laufe des Gespräches erwähnt der ABC-Vertreter, dass sich ein kleiner Unkostenbeitrag für das Hosting der Seite nicht vermeiden lasse, und dass der Referenzkunde einen 48-Monats-Vertrag mit dem Internetdienstleister ABC abschließen müsse. Der Unkostenbeitrag beläuft sich auf etwa 150 Euro. Das ist ja wirklich nicht viel, denkt der Referenzkunde in spe und der Marketingmitarbeiter von ABC gibt ihm natürlich recht: Für eine professionelle und nach den neuesten Standards umgesetzte Seite ist mehr als ein Schnäppchen.

Der ABC-Vertreter weißt den Unternehmer darauf hin, dass nur eine begrenzte Anzahl an Referenzkunden benötigt wird. Wenn sich der Unternehmer also nicht schnell entscheide, könne es sein, dass die Gelder für andere Kunden eingesetzt werden. Mit dem Erfolg, dass viele Referenzkunden den Vertrag ohne weitere Prüfung sofort unterschreiben. Aus diesem Vertrag kommen die Unternehmer auch mit rechtlicher Unterstützung in der Regel nicht mehr heraus. Das 14-tägige Widerrufsrecht gilt nämlich nur für Privatpersonen, nicht aber für Unternehmer. Nicht erwähnt hatte der ABC-Marketingberater übrigens, dass die Unkostenpauschale von 150 Euro monatlich zu bezahlen ist. Bei einer Laufzeit von 48 Monaten kommt da ein ansehnlicher Betrag von einigen Tausend Euro zusammen.

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