KfW-Sonderprogramm hilft Firmen in der Krise
Geld für Investitionen und zur Finanzierung laufender Betriebskosten Bis zu 50 Millionen Euro je Vorhaben – KfW entlastet Hausbanken größtenteils vom Kreditrisiko.
Nicht nur großen, sondern auch regionalen mittelständischen Unternehmen und Freiberuflern macht die Wirtschaftskrise zu schaffen. Trotz rückläufiger Auftragszahlen müssen sie investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Und auch die laufenden Kosten für Material- und Wareneinkauf, Personal oder Energie müssen geschultert werden, egal ob es sich um einen Handwerksbetrieb, eine Arztpraxis, eine Anwaltskanzlei oder ein Industrieunternehmen handelt.
Allerdings: Wo Aufträge ausbleiben, sinken tendenziell auch die Gewinne. Und da werden Banken vorsichtig, wenn es um neue Kredite oder eine Ausweitung des Kontokorrentrahmens geht. In dieser Situation hilft Unternehmen und Freiberuflern das KfWSonderprogramm: Es wurde Anfang Februar weiter verbessert und stellt sowohl Kredite für Investitionen als auch zur Finanzierung von betrieblich bedingten Ausgaben („Betriebsmittel“) bereit.
Das Besondere: Das KfW-Sonderprogramm nimmt den Hausbanken - bei ihnen muss der Unternehmer den Kredit beantragen - einen Großteil des Kreditrisikos ab, bei Investitionen bis zu 90 Prozent und bei Betriebsmitteln bis zu 60 Prozent. Diese sogenannte Haftungsfreistellung durch die KfW erhöht die Bereitschaft der Hausbanken, Unternehmen neue Kredite zu geben und bestehende Kontokorrentlinien zu verlängern oder sogar auszuweiten. Und mit frischem Geld können Mittelständler die Wirtschaftskrise besser meistern.
Das KfW-Sonderprogramm umfasst drei Komponenten:
- Investitionen: Der Höchstbetrag je Vorhaben beträgt 50 Millionen Euro, rund zwei Drittel aller Firmen beantragen jedoch nicht mehr als 500.000 Euro. Für das Darlehen kann eine Haftungsfreistellung der Hausbank von 50 oder 90 Prozent beantragt werden. Die Laufzeit beträgt bis zu acht Jahre, bei langlebigen Investitionsgütern (z.B. Bauvorhaben) bis zu 20 Jahre. Der Zinssatz kann für bis zu acht Jahre festgeschrieben werden.
- Betriebsmittel „Standard“: Betriebsmittel (siehe „Stichwort“) können in einem Umfang von 30 Prozent der Bilanzsumme finanziert werden bei einem Höchstbetrag von 50 Millionen Euro. Die Kreditlaufzeit beträgt bis zu fünf Jahre bei drei- oder fünfjähriger Zinsbindung. Es kann eine Haftungsfreistellung der Hausbank von 60 Prozent beantragt werden. Das Darlehen kann innerhalb eines Jahres abgerufen werden.
- Betriebsmittel „Flexibel“: Hier können Betriebsmittel in einem Umfang von 50 Prozent der Bilanzsumme finanziert werden bei einem Höchstbetrag von ebenfalls 50 Millionen Euro. Die optionale Haftungsfreistellung beläuft sich auf 60 Prozent.
Wichtige Pluspunkte: Für die Kreditlaufzeit von bis zu fünf Jahren kann auch eine fünfjährige Zinsbindung beantragt werden. Zudem kann das Darlehen innerhalb von zwei Jahren – je nach Bedarf - abgerufen werden, und es kann jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung zurückgezahlt werden. In der Summe bedeutet dies für Unternehmen noch mehr Planungssicherheit.
Wichtig zu wissen: Unternehmen und Freiberufler, die bereits ein Darlehen aus der Betriebsmittel-Komponente „Standard“ erhalten oder den 30-Prozent-Finanzierungsanteil ausgeschöpft haben, können ein zusätzliches Darlehen aus der Komponente „Flexibel“ beantragen. Dabei werden bereits ausgezahlte Beträge auf den 50- Prozent-Finanzierungsanteil der Komponente „Flexibel“ angerechnet.
Wichtig zu wissen: Unternehmen und Freiberufler, die bereits ein Darlehen aus der Betriebsmittel-Komponente „Standard“ erhalten oder den 30-Prozent-Finanzierungsanteil ausgeschöpft haben, können ein zusätzliches Darlehen aus der Komponente „Flexibel“ beantragen. Dabei werden bereits ausgezahlte Beträge auf den 50- Prozent-Finanzierungsanteil der Komponente „Flexibel“ angerechnet. Ausweitung einer Kontokorrentlinie („Überziehungskredit“) beispielsweise kann mit einem Betriebsmitteldarlehen aus dem KfWSonderprogramm finanziert werden – mit einem festen Zinssatz für drei oder sogar fünf Jahre.
Aus dem KfW-Sonderprogramm, das für 2009 und 2010 ein Volumen von 40 Milliarden Euro umfasst, wurden allein im vergangenen Jahr 2500 Kredite im Gesamtwert von 7,2 Milliarden Euro vergeben; 94 Prozent kamen mittelständischen Unternehmen zugute. Ein Großteil der Unternehmen beantragte nicht mehr als 250.000 Euro. Rund 70 Prozent der Darlehenszusagen durch die KfW erfolgte übrigens in der Betriebsmittel-Komponente – was die krisenbedingten Liquiditätsengpässe beim Mittelstand widerspiegelt.
(Quelle: KfW, März 2010)


