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Gruendergeschichten

Vom Abenteuer, ein Unternehmen aufzubauen

Gruendergeschichten
Gruendergeschichten

„Es gab diese Aufbruchstimmung, die viele Gründer kennen werden“, erinnert sich Heiko von Tschischwitz. „Man diskutiert alles miteinander, ist ein bisschen aufgeregt und geht immer zusammen mittagessen.“ Der Ökomanager ist einer von zehn Unternehmern, deren Gründungen in dem Buch „Gründergeschichten“ auf knapp 300 Seiten vorgestellt werden. Die Herausgeber sind allesamt Initiatoren des Deutschen Gründerpreises und bewerben und feiern das zehnjährige Jubiläum dieser Gründerauszeichnung mit den Geschichten über das „Abenteuer, ein Unternehmen aufzubauen“.

Sparkasse, stern, ZDF und Porsche vergeben jedes Jahr Preise für Unternehmsgründer. Die „Gründergeschichten“ propagiert Michael Glos, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, in seinem Geleitwort als „Werbung für eine neue Unternehmerkultur und neuen Gründergeist am Standort Deutschland“. Junge Menschen sollen durch diese Erzählungen motiviert werden, eigene Betriebe aufzubauen. Das Buch gehöre in Bibliotheken von Schulen und Universitäten. Ein schwieriger Anspruch, denn tatsächlich erscheinen die „Gründergeschichten“ wie eine Hunderte von Seiten lange Werbebroschüre für Unternehmensgründungen aller Art.

Die jungen Existenzgründer werden geradezu heldenhaft beschrieben. Missverstanden und oft aus bescheidenen Verhältnissen stammend leben sie ihren Traum und schaffen wundersam Großes, wo ihnen bereits der Untergang prophezeit wurde. „Serien-Gründer“, „Motivator“, „Visionär“: so beschreibt etwa Autor Roman Heflik den Firmengründer Alexander Olek. In der Beschreibung der Eigenschaften Oleks überschlägt sich Heflik geradezu: Sensibilität, Ehrlichkeit, eine gesunde Mischung von Optimismus und Pessimismus, die Fähigkeit, knallharte und radikale Entscheidungen zu treffen, Wandlungsfähigkeit und Überzeugungskraft seien nur wenige Kriterien für das Gelingen von Alexander Oleks zahlreichen Firmengründungen.

Tatsächlich stellt der Deutsche Gründerpreis hier unter Lobeshymnen Paradebeispiele der deutschen Firmengründung vor. Zwar haben die Herausgeber den Anspruch, auch über die Ängste, Sorgen und Krisen der jungen Unternehmer zu berichten. Doch geschieht dies nur als eine Schilderung fatalistischer Berg- und Talfahrten, die der Gründer auf dem Weg zu Erfolg und Achtung zurücklegen musste. Das Happy End ist stets vorprogrammiert.

Die „Gründergeschichten“ sind eine Sammlung der wenigen herausragenden Erfolgsgeschichten, die es unter Existenzgründern gibt, mit dem Ziel, den Deutschen Gründerpreis zu rühmen. Eine Hilfe für junge Gründer können sie sicher nicht darstellen. Und obwohl sich die Herausgeber alle Mühe geben, Deutschland als ein vortreffliches Land für Unternehmensgründungen darzustellen, widersprechen ihnen mitunter ihre eigenen Gründungshelden: „Wenn ich wieder in Biotech einsteigen würde, dann würde ich das nicht wieder in Deutschland, sondern in Amerika tun“.

Von Eva Klassen

Gruendergeschichten

Autor/en: Thomas Osterkorn, Heinrich Haasis, Markus Schaechter, Wendelin Wiedeking
Verlag: Campus Verlag
ISBN: 3593385112 Weitere Informationen bei amazon.de

Quelle: Eigene Rezension

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