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Ein Interview mit Jens von der Lippen, Mitbegründer von askstudents.de

Ab sofort gibt es sowohl für Studenten, die auf Praktikumssuche sind, als auch für Unternehmen, die studentische Hilfe benötigen, eine neue Lösung: Das Webportal askstudents.de. Die Gründer Jens von der Lippen (FH Mainz) und Martin Pauly (University of Sydney), beide selber noch Studenten, haben sich überlegt, dass der Markt eine neue Plattform für den interaktiven Austausch von Wissen benötigt. Hilfe und Anregung soll dazu ihre neue Internetseite geben. Aber worum geht es dabei genau? Vorab nur soviel: Studenten und Unternehmer können sich über askstudents.de für die Bearbeitung von Projekten finden. So können Studenten Erfahung in ihrem eigenen Fachgebiet sammeln und sich nebenbei ein bisschen Geld verdienen. Unternehmen erhalten im Gegenzug die Möglichkeit Projekte zu realisieren, die sonst aus Kostengründen oder Mitarbeitermangel gescheiteret wären. In einem Interview mit stellenboersen.de hat Jens von der Lippen Rede und Antwort gestanden.

Seit wann genau gibt es askstudents.de?

Wir haben das Portal jetzt seit ungefähr einer Woche online und das Konzept ist von der Art her ganz neu. Es geht darum, dass wir Studenten mit der Wirtschaft verbinden wollen. In dieser Art gab es bisher noch kein Modell, welches über Projektarbeit das Wissen den Studenten in die Firmen bringt.

Wie ist askstudents.de aufgebaut? Was begegnet einem, wenn man sich als Student/Unternehmer auf die Seite begibt?

Ersteinmal hat das Unternehmen die Möglichkeit ein Profil anzulegen. Dort können allgemeine Unternehmensinformationen eingetragen werden. Im nächsten Schritt erstellt man ein Projekt. Dafür kann man wählen ob man die Vergütung entweder in Form eines festen Stundenlohnes oder projektweise anbieten will, oder ob das Projekt gegen Gebot ausgeschrieben werden soll. „Gegen Gebot“ heißt, die Studenten wenden sich mit einem Gebot and das Unternehmen und dieses wählt daraufhin einen Bewerber aus. Des Weiteren können die Unternehmen das Projekt auch standortabhängig oder standortunabhängig ausschreiben. Im nächsten Schritt werden sich dann Studenten für die Projekte bewerben. Das funktioniert im Prinzip so: Sie melden sich an und füllen ihr Profil aus. Darin geben sie ihre Fähigkeiten und ähnliches an und später können sie dann auch einen Lebenslauf hochladen. Danach können sie sich über die Suchmaske ein passendes Projekt heraussuchen und sich darauf bewerben. Im letzten Schritt, wenn die Bewerbungsphase um ist, wählen die Unternehmen einen Studenten aus.

Zum Thema „Gegen Gebot“: Gibt es irgendwelche Risiken? Werden sich Studenten gegenseitig unterbieten und so ihre Arbeit unter Preis anbieten?

Nein, es handelt sich hierbei um keine Rückwärtsauktion bei der ein Preiskampf stattfindet, sondern jeder Student entscheidet für sich, was ihm das Projekt wert ist. Er oder sie kann wahrscheinlich selbst am besten einschätzen, wie hoch der Arbeitsaufwand sein wird. Der Unternehmer sieht im Folgenden wie hoch das Gebot ist, die anderen Studenten aber nicht.

Kostet mich die Anmeldung etwas? Oder kommen spätere Vermittlungsgebühren zustande?

Nein, die ganze Plattform ist kostenlos, für Unternehmen wie auch für Studenten.

Kann ich mich als Auftraggeber auf die Qualität der Arbeit verlassen? Jeder angemeldete Student hat in seinem Profil Platz für Bewertungen. Wie genau funktioniert dieses Bewertungsprofil?

Jetzt am Anfang denke ich, bringt das Bewertungsprofil noch nicht allzuviel. Es wird sich erst im Laufe der Zeit entwickeln und sein Potential zeigen. Im ersten Schritt aber sehen die Unternehmen, welche Qualifikationen der sich bewerbende Student mitbringt. Aufgrund dessen werden sie dann entscheiden, welchen Bewerber sie nehmen. Im Laufe der Zeit werden die Studenten von den Unternehmen für jedes ausgeführte Projekt eine Bewertung erhalten. Dabei werden Punkte wie beispielsweise Arbeitsqualität oder Termintreue abgedeckt. Bei jeder Bewerbung werden diese Kriterien für die letzten Projekte, die ein Student bearbeitet hat, mitgeschickt. Ich denke, dass dies dann ein gutes Kriterium für das Unternehmen sein wird, um sich im Folgenden zu entscheiden, ob der Student beauftragt wird oder nicht. Denn ein gutes Bewertungsprofil spricht schließlich für den Bewerber.

Und gibt es auch für die Unternehmen ein Bewertungsprofil?

Eine Bewertungsfunktion für Unternehmen ist (bis jetzt) noch nicht hinzugefügt. Wir sind gerade am Entwickeln einiger zusätzlicher Features, worunter auch dies fallen wird. Da unsere Plattform noch sehr jung ist und wir ohne professionelle Programmierer arbeiten, freuen wir uns natürlich immer über Vorschläge, die das Angebot verbessern.

Könnte sich das Bewertungsprofil negativ für neuangemeldete Studenten auswirken? Unternehmen ziehen ja dann sicherlich Studenten mit einem ausgeprägten Bewertungsprofil vor?

Nun, wenn man sich bei einem Unternehmen bewirbt, hat man zu Anfang auch nicht viele Referenzen vorzuweisen. Ich denke jeder beginnt ersteinmal mit eher kleineren Projekten, bevor man sich dann wirklich an größere und umfangreichere Arbeiten herantraut. Es geht schließlich darum Erfahrung in der Projektarbeit zu sammeln. Ich denke so wird der Ablauf dann in etwa sein.

Bekommt man nach einem abgeschlossenen Projekt noch eine andere Art von Bescheinigung?

Wir haben uns eigentlich vorgestellt, dass die Unternehmen, nach Abschluss des Projektes, eine Bewertung für den Studenten hinterlassen. Im Prinzip funktioniert dies wie bei ebay. Wenn der Verkäufer eine gute Leistung erbracht hat, bekommt er dies dementsprechend honoriert. So kann der Student dann mit der Zeit Referenzen ansammeln, die etwas über seine Arbeit aussagen.

Und wenn man sich gerne bei einem Unternehmen außerhalb der Plattform bewerben möchte?

Dann besteht die Möglichkeit sich die Bewertungen dementsprechend auszudrucken und der Bewerbung als Referenz hinzuzufügen.

Und wie sieht es mit der Haftung aus? Was passiert wenn ein Projekt nicht rechtzeitig fertig wird? Gibt es eine Versicherung für beide Seiten?

Wir stellen im Prinzip nur eine Vermittlung des Kontaktes dar. Der richtige Arbeitsvertrag kommt erst zwischen dem Unternehmen und dem Studenten zustande. Dabei ist der Einzelfall entscheident und es hängt davon ab wie der Arbeitsvertrag zwischen den beiden ausgehandelt wurde.

Muss man bei der Anmeldung einen Nachweis erbringen, dass man wirklich Student ist?

Nein, Nachweise müssen nicht erbracht werden. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass sich die Unternehmen nocheinmal mit dem Bewerber auseinandersetzen werden. Eventuell werden sie ihn anrufen, oder sich Unterlagen zuschicken lassen, um sich wirklich von ihm zu überzeugen. Falls sie glauben, dass der Student nicht der ist, der er vorgibt zu sein, können auf diesem Weg Zweifel beseitigt werden.

Kann man bereits ab dem ersten Semester teilnehmen oder wird mehr Erfahrung gewünscht?

Es gibt ja viele Studenten, die gerade erst mit dem Studium begonnen haben, aber vorher zum Beispiel schon eine Berufsausbildung absolviert haben. Andere haben sich vielleicht während der Schulzeit mit Web-Design auseinandergesetzt. Viele haben daher bereits Erfahrung auf einem bestimmten Gebiet. Es richtet sich also an alle Studenten, vom ersten bis zum letzten Semester, sowie auch an Absolventen, die nicht unbedingt in einen Praktikumsmarathon hineingeraten wollen, sondern lieber konkret an bestimmten Projekten mitarbeiten möchten.

Werden die eingestellten Projektangebote von askstudents.de überprüft oder haftet jedes Unternehmen selbst für die eingestellen Aufträge?

Hier sind wir im Moment noch ein bisschen am überlegen wie wir das genau handhaben wollen. Grob sittenwidrige Anbebote werden wir natürlich aus den Anzeigen rausnehmen. Solche sind auch von den AGB's her verboten. Außerdem werden wir Projekte anschauen und sehen, ob das jetzt wirklich ein geeignetes Projekt ist. Angebote auf die die Studenten keine Lust haben, werden keine Bewerber finden und dann wird das Angebot selbstregelnd auf der Strecke bleiben.

Wo denken Sie liegen die Vorteile beider Seiten, also für Studenten und Unternehmen?

Ich denke gerade für Studenten ist es ein Vorteil, dass sie hier von vornherein wissen, was auf sie zukommen wird. Sie kennen die Fristen, sie wissen was sie zu tun haben, sie wissen, dass sie eine Vergütung erhalten werden. Ich denke das sind schon einmal ein paar gute Vorteile, die man bei manchen Praktika nicht hat. Manchmal bewirbt man sich und landet dann zum Beispiel am Kopierer und verbringt dort die nächsten sechs Monate. Für die Unternehmen leigt der Vorteil darin, dass sie schnell an aktuelles Wissen aus der Hochschule kommen. Sie haben innerhalb von kürzester Zeit motivierte Mitarbeiter und können ihre Projekte auch anonym einstellen, falls es um Datenschutz geht. Die Nutzung von askstudents.de ist komplett kostenlos und sie haben sehr viel Kontrolle über die Projekte, das heißt sie kennen die Fristen und den Bewerber, denn sie haben alle Details des Bewerbers vor sich liegen.

Ist die Idee aus eigener Erfahrung heraus entstanden?

Ja sie ist auf jeden Fall aus eigener Erfahrung heraus entstanden. Martin Pauly und ich haben selber auch schon einige Praktika mitgemacht und diese waren teilweise wirklich durchwachsen. Es kam vor, das man dann einfach dagesessen hat und nichts zu tun hatte. Deshalb haben wir uns gedacht, entwickeln wir einfach mal selber etwas.

Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg!

Von Melanie Swiatloch

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