Wissenschaftliches Schreiben
Ein Praxisbuch für Studierende
Egal ob Diplom, Magister, Bachlor oder Master: Seminar- und Abschlussarbeiten gehören genauso zum Studium wie Vorlesungen und lange Lerneinheiten am Schreibtisch. Kaum aus der Schule wird von vielen Studierenden gleich innerhalb der ersten beiden Semester eine Hausarbeit verlangt. Aber wie schreibt man überhaupt eine wissenschaftliche Arbeit? In einigen Bundesländern gehören Facharbeiten zum Abitur dazu – aber leider nicht in allen. Und so stehen viele Studierende vor einer Aufgabe, auf die sie niemand vorbereitet hat. Aber zum Glück gibt es zahlreiche Ratgeber, die sich mit dem wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigen. Einer davon ist „Wissenschaftliches Schreiben“ von dem Autorentrio Helmut Gruber, Birgit Huemer und Markus Rheindorf.
Angefangen bei „Was ist Wissenschaft“ erfahren Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften die grundlegenden Techniken, um eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen. Dazu gehören sowohl die Technik des wissenschaftlichen Schreibens und die Wissenschaftssprache als auch die Gliederung und die Perspektive einer Arbeit sowie das richtige Beschreiben, Erklären und Argumentieren.
Das „Praxisbuch“, wie die Autoren es selbst nennen, bietet einen guten Einstieg in das wissenschaftliche Schreiben in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Es ist sehr übersichtlich gegliedert, so dass man auch schnell etwas nachschlagen kann und nicht das ganze Buch von vorne bis hinten lesen muss. Zudem bietet es viele positive als auch negative Beispiele, die die Theorie gut praktisch veranschaulichen und den Ratgeber auflockern. Viele Tipps und Übersichten fassen die wichtigsten Inhalte der Kapitel kurz und knapp zusammen. Auch das erleichtert das Nachschlagen bestimmter Inhalte. Literaturtipps, Übungen und Übersichten sind klar als solche gekennzeichnet und fallen sofort ins Auge.
Was den Ratgeber von vielen anderen seiner Art unterscheidet, sind Übungen, die den Leser dazu auffordern, das Gelesene zu verinnerlichen. Im Internet findet man dann Lösungsvorschläge zu den jeweiligen Übungen.Während viele Ratgeber in diesem Bereich sich mehr mit formalen Dingen und der Literaturrecherche beschäftigen, erfährt der Leser von „Wissenschaftliches Schreiben“ viel über die richtige Sprache – kein Wunder, denn die drei Autoren sind schließlich Sprachwissenschaftler.
Dennoch fehlt dem Ratgeber „das gewisse Etwas“, das ihn aus der Masse der Praxisbücher hervorhebt. Er bleibt in weiten Teilen nur an der Oberfläche und empfiehlt sich deshalb nur für Einsteiger in das wissenschaftliche Arbeiten. Vor allem das Kapitel zur Literaturrecherche ist viel zu kurz gehalten und wenig hilfreich. Für Abschlussarbeiten, wie Diplom-, Magister-, Bachelor- oder Masterarbeiten ist der Ratgeber daher eher weniger geeignet. Man muss den Autoren allerdings zu Gute halten, dass sie an entsprechenden Stellen auf weiterführende Literatur verweisen.
Fazit: Der Ratgeber, der sich intensiv mit allen Aspekten des wissenschaftlichen Arbeitens auseinander setzt und den Studierenden trotzdem schnell und unkompliziert weiterhelfen kann, muss wohl erst noch erfunden werden. Wie viele andere seiner Art ist auch der Ratgeber „Wissenschaftliches Schreiben“ kein Praxisbuch, das Studierende vom Beginn bis zum Ende des Studiums begleiten kann. Als erste Grundlage ist es auf Grund seiner Übersichtlichkeit, Praxisbezüge und leichten Verständlichkeit durchaus zu empfehlen. Spätestens zur Abschlussarbeit sollte man aber noch andere Ratgeber hinzuziehen.
Bianca Schöneich
Wissenschaftliches Schreiben
Autor/en:
Helmut Gruber , Birgit Huemer, Markus Rheindorf
Verlag:
UTB
ISBN: 3825232867
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Quelle: Eigene Rezension


