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Das Forrest-Gump-Prinzip

Das Forrest-Gump-Prinzip
Das Forrest-Gump-Prinzip

Wohl jeder kennt den Film Forrest Gump, welcher auf der gleichnamigen Literatur-Vorlage von Winston Groom basiert. Es geht darin um einen sehr einfach gestrickten Mann. Einen Mann, der einen unterdurchschnittlichen IQ besitzt, der als Kind wegen eines Wirbelsäulenschadens Beinschienen tragen musste, der keine Freunde hatte und somit komplett auf seine äußerst bevormundende Mutter angewiesen war und sehr naiv ist...

Trotz, oder vielleicht sogar gerade deswegen, feiert er im Laufe seines Lebens einen Erfolg nach dem nächsten: Er begegnet Elvis Presley, John F. Kennedy, John Lennon und Richard Nixon. Er bringt aus Versehen die Watergate-Affäre ans Tageslicht, taucht bei den Rassenunruhen in Tuscaloosa, im Vietnamkrieg und auf den großen Bürgerrechtsdemonstrationen in den USA auf. Er erfindet während des Joggens den Spruch "Shit happens!" sowie den Smilie. Dazu ist er erfolgreicher Shrimps-Fischer und Apple-Aktien-Millionär. Das alles ohne großes Zutun, sondern eher durch Zufälle.

Genau diese Einfachheit mit der es Forrest Gump schafft so erfolgreich zu sein, hat sich die Autorin Renate Schmidt vorgeknöpft. Genau genommen hat sie sich dies nicht nur vorgeknöpft, sondern sogar in ihrem gleichnamigen Buch ein ganzes "Forrest-Gump-Prinzip" entwickelt.

Dieses ist dabei in viele kleinere Kapitel unterteilt, die jeweils eine bestimmte Situation beschreiben, welche zum einen aufzeigt, wie man vermutlich selber handeln würde und zum anderen, wie Forrest handeln würde. Außerdem werden Tipps gegeben, wie man diese Situation besser meistern kann. Auf diese Weise hinterfragt man seine Verhaltensweisen und merkt ziemlich schnell, wie unnötig kompliziert man sich das Leben teilweise macht. Manchmal sollte man halt einfach mal still sein, sich auf etwas konzentrieren und dieses dann einfach tun bis man fertig ist und sich nicht von irgendetwas ablenken lassen.

Es geht in dem Buch aber um viel mehr als nur das Tun und Handeln geht. Zum Beispiel um solche Dinge, wie Vertrauen, Loyalität sich, seiner Familie und Freunden gegenüber und der wahrscheinlich elementarsten Frage überhaupt: Ist man glücklich mit dem Leben, welches man führt? Vor allem letzteres ist eine Frage, die niemand anderes als man selbst beantworten kann. Was nicht leicht ist, denn meist ist einem die Antwort auf diese Frage selbst gar nicht bewusst... Genau dabei kann das Buch wieder helfen: Es stellt Fragen. Fragen, dessen Antworten in der Summe eben auch solche Fragen wie die, ob man mit seinem Leben glücklich ist, beantworten können.

Und genau das tut das "Forrest-Gump-Prinzip" ständig: Es hinterfragt die eigenen Gewohnheiten, Verhaltensweisen und Gefühle in bestimmten Situationen. Allerdings nicht so direkt, wie man denken könnte. Diese Fragen bilden sich eher aus dem Kontext der einzelnen Kapitel, die auf eine humorvolle Art und Weise geschrieben sind... Was teilweise etwas aufgesetzt wirkt. Dazu gibt es zwischendurch immer wieder Seiten mit kleinen Aufgabenstellungen, wie zum Beispiel, dass man seine Gedanken zu einer bestimmten, eben im Buch passierten Situation, in den dafür vorgesehenen Zeilen, einfach mal aufschreiben soll.

Insgesamt ist das eine sehr interessante Idee, die sich sehr schwer zusammenfassen lässt. Aber wer das "Forrest-Gump-Prinzip" liest, sollte aufpassen, dass man nicht zu sehr Forrest Gump wird. Ganz einfach, weil er sein Gehirn permanent im Leerlauf-Modus hat und das für eine Person, die nicht ganz so fiktiv ist wie Forrest, wohl doch eher unpraktisch ist.

René Rother

Das Forrest-Gump-Prinzip

Autor: Renate Schmidt
Verlag: Cornelsen
ISBN: 358923668X Weitere Informationen bei amazon.de

Quelle: Eigene Rezension

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