Arbeitszeugnisse – Bedeutung, Analyse, Formulierung
Wer rechnet schon bei dem Satz „ Er war sehr tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen.“ mit der eigentlichen Bedeutung: „Er war ein unangenehmer und rechthaberischer Wichtigtuer.“ So oder so ähnlich teilen viele Arbeitgeber aber ihren Nachfolgern gerne durch die Blume mit, welche negativen Eigenschaften der potentielle neue Mitarbeiter mit sich bringt. Schon an diesem einen Satz wird schnell deutlich, welche Bedeutung die richtige Formulierung und Analyse von Arbeitszeugnissen haben kann. Abhilfe schafft das Buch „Arbeitszeugnisse“ von Klaus Derksen.
Das kleine Buch aus der Reihe „Pocket Business“ passt in jede Tasche und fasst auf 134 Seiten zusammen was wichtig ist, beim Verfassen und Lesen von Arbeitszeugnissen. Ohne sinnlose und zeitraubende Ausschweifungen bringt das Buch dabei alle bedeutsamen Fakten unter. Übungen, Checklisten, Tabellen und Zusammenfassungen am Ende jedes Kapitels sowie Übersichten über Bestandteile eines qualifizierten Zeugnisses sowie Rechtsgrundlagen im Einband des Buches gestalten den Pocket-Guide sowohl übersichtlich als auch interaktiv.
Dabei richtet sich das Buch sowohl an Arbeitnehmer als auch an Arbeitgeber. Denn „Wer in der lage ist, auch zwischen den Zeilen des Zeugnistextes zu lesen, kann gegebenenfalls auf die Abfassung seines Zeugnisses Einfluss nehmen.“ formuliert der Autor Klaus Derksen den Nutzen seines Buches auch für Arbeitnehmer. Denn Arbeitszeugnisse können schnell zu großen Hürden für die weitere Karriere werden.
Sowohl die Situation des unwissenden ehemaligen Arbeitgebers, der unabsichtlicherweise statt netten Bewertungen „geheime Botschaften“ formuliert und somit seinem doch eigentlich vorbildlichen Arbeitnehmer die Zukunft verbaut, als auch die Situation des Arbeitgebers, der unwissend geheime Hinweise seines Vorgängers missversteht und sich so eventuell einen unqualifizierten Mitarbeiter aufbürdet, sind weniger optimal. Um so besser, wenn man beim Schreiben und Lesen von Arbeitszeugnissen den kleinen Ratgeber von „Pocket Business“ zur Hand hat.
In „Arbeitszeugnisse“ werden sowohl Fehlerquellen aufgedeckt, als auch Tipps für die richtigen Worte für jedes Level der Bewertung gegeben. Kündigt also Herr Müller bei seiner alten Firma, so heißt es dann bei der Note sehr gut: „Herr Müller verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedanken und für die stets sehr gute Mitarbeit, bedauern, einen so guten Mitarbeiter zu verlieren, und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.“ während er bei einem Text wie „Herr Müller scheidet mit dem heutigen Tag auf eigenen Wunsch aus unserem Unternehmen aus. Wir wünschen ihm für die Zukunft viel Erfolg.“ einen wohl eher mangelhaften Eindruck bei dem Unternehmen hinterlassen hat.
Von Juliane Pohl
Arbeitszeugnisse – Bedeutung, Analyse, Formulierung
Autor:
Klaus Derksen
Verlag:
Cornelsen
ISBN: 3589234261
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Quelle: Eigene Rezension


