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Der kleine Duden – Deutsche Grammatik

Der kleine Duden – Deutsche Grammatik
Der kleine Duden – Deutsche Grammatik

"Julia, du bist die schönste Frau der Welt." So oder ähnlich erklingt es wohl in jedem zweiten Hollywood-Film. Frauen werden in solchen Schnulzen gerne mit wohlklingenden Adjektiven überschüttet, sie sind herzlich, anmutig, strahlend, lustig oder auch mal melancholisch. Nun ist besagte Herzensdame aber nicht nur schön, sondern gleich die "Schönste" im ganzen Land – was für eine Art von Adjektiv ist das nun bloß?

Antworten auf Fragen dieser Art liefert der neue "kleine Duden – Deutsche Grammatik". Auf 450 geballten Seiten findet man alles über die deutsche Grammatik, und zwar ohne dass grammatische Vorkenntnisse vorausgesetzt werden. Geschrieben wird auch heutzutage noch reichlich, sei es per SMS, Email oder etwas anspruchsvoller in Studium und Beruf. Für diesen grundlegenden, täglichen Umgang liefert der "kleine Duden" grammatische Kenntnisse.

Der Beginn des Buches ist selbst für Philosophen und andere Spaßvögel interessant, wirft es doch große Fragen auf wie "Was ist Sprache"? Da die Antwort darauf den Rahmen des Buches gesprengt hätte, wird sie doch relativ kurz auf zwei Seiten beantwortet. Nach diesen grundsätzlichen Worten über Kommunikation und Sprache erfährt man alles über die Wortarten wie Verben, Nomen und Artikel. Man kann aber auch gleich zu den Satzarten übergehen, wie etwa dem Aussagesatz "Julia, der Tank vom Auto ist wieder leer." Nach dem Genuss des Buches würde der gewitzte Leser daraufhin wohl folgenden Fragesatz hinterherschicken: "Ach Christoph, du meintest wohl: Der Tank des Autos?"

Wenn man gelernt hat Dativ und Genitiv auseinanderzuhalten, kann man sich noch schwierigeren Gebieten zuwenden. So kommt man gegen Ende des Buches in den Genuss des Genus von Fremdwörtern. Wenn man sich ständig fragt, was Barock, Radar und Zölibat für einen Genus haben, so ist die Antwort die gleiche wie die auf die Frage des Barkeepers, was für einen Whiskey man bestellen wolle: Einen doppelten!

Wir schwanken nach dem Besuch der Bar nach Hause und Ausdrücke wie "Barock" schwanken zwischen Maskulinum und Neutrum. Der Barock und das Barock ist beides möglich. Unsere Sprache ist lebendig und bietet oftmals mehrere Möglichkeiten.

Wenn man also wirklich die "schönste aller Frauen" trifft und sich fragt, mit was für einer Art von Adjektiv man sie beglücken könnte, schlägt man den kleinen Duden auf S. 280 auf. Es handelt sich natürlich um die Höchststufe der Komplimente – den Superlativ.

Christoph Schlüter

Der kleine Duden – Deutsche Grammatik

Autor/en: Rudolf Hoberg, Ursula Hoberg
Verlag: Dudenverlag
ISBN: 3411055723 Weitere Informationen bei amazon.de

Quelle: Eigene Rezension

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