Handbuch Schulentwicklung
Theorie - Forschungsbefunde - Entwicklungsprozesse - Methodenrepertoire
Die Schule sieht sich immer neuen Herausforderungen gegenübergestellt, auf welche sie reagieren muss. Neben der Reaktion auf gesellschaftliche Entwicklungen bedeutet Schulentwicklung auch die Verbesserung schulischer Strukturen, den Einbezug aller schulischen Akteure (Eltern, Schüler, Lehrer, Schulleitung etc.) sowie die Kooperation mit außerschulischen Organisationen (z.B. Vereinen). Das „Handbuch Schulentwicklung“ gibt in über 100 kurzen Aufsätzen Aufschluss über Kontexte und Theorien zur Schulentwicklung und stellt konkrete Beispiele vor.
Das „Handbuch Schulentwicklung“ unterteilt sich in 10 Kapitel, welche aus 5- bis 10-seitigen Aufsätzen bestehen. Zunächst werden die Kontexte und Grundlagen der Schulentwicklung näher beleuchtet. Dabei geht es u.a. um Gender, Migration und Integration sowie um Schulentwicklungsforschung. Das zweite Kapitel stellt Theorien und Konzepte der Schulentwicklung vor, darunter die hermeneutische, die pädagogische und die kooperative Schulentwicklung. Kapitel drei beschäftigt sich mit Forschungsdesigns und enthält u.a. Beiträge zu Fallstudien zu Schülerbiographien, experimentellen Studien und Möglichkeiten, qualitative und quantitative Methoden in der Schulentwicklungsforschung zu kombinieren.
Um die Entwicklungsprozesse kontinuierlich zu evaluieren, kann eine Fremdevaluation, eine Schulinspektion, eine Selbstevaluation oder eine datengestützte Unterrichtsentwicklung hilfreich sein. Diese Formen des „Change Management“ werden in Kapitel 4 erläutert. Die Frage, welche Rolle die Schulleitung in der Schulentwicklung spielen kann, wird in Kapitel 5 beantwortet.
Das Kapitel zur Schulentwicklung, Personalentwicklung und Professionalisierung geht u.a. auf Lehrerbeurteilungen sowie auf Belastungen und Burnout ein. Auf einer handlungsnäheren Ebene siedelt sich Kapitel 7 an, das von der Gestaltung von Entwicklungsprozessen handelt. Themen sind u.a. die Partizipation von Schülern und Eltern und die Konfliktbewältigung. Der Unterrichtsentwicklung widmet sich Kapitel 8, in dem es um offenen Unterricht, digitale Medien, eigenverantwortliches Lernen, den Umgang mit Heterogenität und neue Formen der Leistungsbewertung geht.
Welche Früchte der Einsatz für die Schulentwicklung tragen kann und wie sich die Entwicklungsprozesse konkret gestaltet haben, wird am Beispiel von Einzelschulen in Kapitel 9 beschrieben. Vertreten sind u.a. Schulen aus Bielefeld, Bochum, Hannover und Versmold. Das letzte Kapitel enthält schließlich ein Methodenrepertoire für die Schulentwicklungsarbeit. In den Aufsätzen werden beispielsweise Methoden zur Beratung, zur Teamentwicklung, zur Entwicklung des Schulprogramms, zur Evaluation und zur Konfliktbearbeitung im Kollegium thematisiert.
Das „Handbuch Schulentwicklung“ informiert kompakt und umfassend über Fragen, Methoden und Theorien der Schulentwicklung. Auch der aktuelle Forschungsstand findet ausführlich Beachtung. Alle Beiträge des Handbuches wurden von Experten des jeweiligen Themas verfasst und vermitteln auf wenigen Seiten fundiertes Überblickswissen. Für die vertiefende Lektüre befinden sich am Ende jedes Beitrags Literaturempfehlungen. Das Kapitel zum Methodenrepertoire beinhaltet außerdem sehr anschauliche und aufschlussreiche Modelle und Grafiken sowie Beispielarbeitsblätter, welche die Umsetzung in der Praxis erleichtern.
Zielgruppe des Handbuchs sind alle Akteure, die von Schulentwicklungsprozessen betroffen sind. Die Lektüre ist jedoch nicht nur für Lehrer, Schulleiter, Schulentwicklungsberater und Prozessbegleiter aufschlussreich, sondern vermittelt auch Studierenden und Referendaren sowie Erziehungswissenschaftlern und Sozialpädagogen einen Einblick in Schulentwicklungsprozesse.
Handbuch Schulentwicklung
Autor/en:
Thorsten Bohl, Werner Helsper, Heinz-Günter Holtappels, Carla Schelle
Verlag:
UTB
ISBN: 3825284433
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Quelle: Eigene Rezension


