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Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf

Wie Frauen in Führung gehen

Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf
Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf

Falls frau es gewagt haben sollte, sich seit längerer Zeit schon nicht mehr beruflich oder privat oder am besten sowohl hier als auch dort weitergebildet zu haben, so könnte sie das neue Buch von Barbara Schneider mit dem Titel „Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf (Wie Frauen in Führung gehen)“ zur Hand nehmen. Ein weiteres Ratgeber-Buch, das der erfolgreichen Manager-Frau oder aber noch nicht erfolgreichen Zukunfts-Managerin zeigen möchte, wie sie die beruflichen Ziele erreicht und über sich selbst hinaus wächst.

Bei der Erteilung der Ratschläge geht die Autorin den aktuell so beliebten immer gleichen Weg aller Berufs-Ratgeber für Frauen in Buchform: Sie attestiert der Leserin einen geschlechtsspezifisch begründeten Mangel an Risikomut, eine schlechte Selbstdarstellung sowie schlechte Vernetzung. Im selben Zuge wird nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, dass diese Eigenschaften nicht bei Männern zu finden sind. Männliche Manager scheinen der Gegenpol zu den Damen zu sein, sie haben nämlich nur Qualitäten in entgegengesetzter Form, also durchweg positive.

Ist es nicht komisch, dass männliches Verhalten im Berufsleben immer positiv dargestellt wird, weibliches dagegen immer als ausbaufähig?

Kurz bevor die Leserin die Ahnung beschleicht, dass man das gesteckte Ziel der Autorin – das offensichtlich darin besteht, zum Mann zu mutieren – schlicht nicht erreichen kann, da man ja nun mal eine Frau ist, fällt der wenig hilfreiche Satz: „Es geht nicht darum, Männer zu imitieren. Nach männlichen Methoden zu greifen bedeutet aus meiner Sicht noch lange nicht den viel beschworenen Verlust der Weiblichkeit.“

Ja was denn sonst? Wenn die einzige Möglichkeit für eine Frau, in der Karriere aufzusteigen, darin besteht, „nach männlichen Methoden zu greifen“, wundert es nicht, dass so wenig Frauen Führungskräfte sind. Vielleicht wollen Frauen gar nicht nach männlichen Methoden greifen, was übrigens meiner Meinung nach (wenn wir schon beim Austausch von Meinungen sind) nichts anderes ist als: Männer zu imitieren.

50% der Weltbevölkerung, nämlich die weibliche, müsste außerdem - so hat man nach Schneiders Lektüre den Eindruck – einer lebenslangen Psychotherapie unterzogen werden. Es werden ihr nämlich Perfektionszwang, Versagensangst, Erfolgsangst sowie Harmoniesucht attestiert. Sonst nichts?

Viele Tipps erscheinen höchst schwammig in der Umsetzung, zum Beispiel: „Selbstbewusstsein bei der Darstellung der eigenen Leistungen, ohne natürlich zu überziehen“. Wo ist da nochmal genau die Grenze?

So vieles scheint wichtig zu sein für eine Frau: Äußere Attraktivität, männliche Methoden, sich selbst übertreffen, die beste Strategie für die Karriere finden etc. etc. Ob sich Männer gleichermaßen viele Gedanken machen, bevor sie die Jobleiter hochkraxeln? Oder sind sie, während wir Frauen noch dieses Buch lesen, schon im Büro unseres Chefs, um dank der mit uns gemeinsam erarbeiteten Ideen ein bisschen Selbstmarketing zu betreiben?

Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf

Autor: Barbara Schneider
Verlag: Gabal Verlag
ISBN: 3897499126 Weitere Informationen bei amazon.de

Quelle: Eigene Rezension

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