Neu als Führungskraft
So werden Sie ein guter Vorgesetzter
Wie führt man eine Firma richtig: Als autoritärer Machtmensch, der keinen Mitarbeiter zu Wort kommen lässt und alle Entscheidungen allein trifft? Oder als lockerer Kumpeltyp, der seine Angestellten duzt und sich von jedem eine Meinung einholt, bevor er die neue Kaffeemaschine bestellt? Antworten liefert Uwe Gremmers in seinem Werk „Neu als Führungskraft“.
Autoritärer Machtmensch oder lustiger Kumpeltyp?
Dabei legt sich der Autor bewusst auf keinen bestimmten Führungsstil fest. Laut Uwe Gremmers kann der gute Chef bestenfalls aus einer Reihe von Stilen auswählen. „Die Klaviatur einer professionellen Führung reicht dabei von autoritärer Führung mit klaren Vorgaben und Entscheidungen bis hin zum „Loslassen“. Wichtig sei es aber vor allem, authentisch zu bleiben, denn einem strikt autoritären Chef nehme es keiner ab, wenn er plötzlich gewaltige Freiräume lässt.
Das Motivieren der Mitarbeiter ist eine der zentralen Aufgaben des Chefs. Das beginnt schon bei kleinen Gesten, wie etwa das persönliche Begrüßen eines in einer niedrigeren Position arbeitenden Mitarbeiters. Die Beachtung der Angestellten ist Grundvoraussetzung, um ein intaktes zwischenmenschliches Verhältnis aufzubauen. Ständiger Kontakt ist wichtig, wie etwa das Begründen einer harten Entscheidung oder das Lob für eine gute Leistung.
Führung durch Kommunikation
Das Zauberwort des gesamten Buches lautet daher Kommunikation. Schon im Alltag redet man ja leider gerne einmal aneinander vorbei und für eine Führungskraft ist ein gelungener Austausch mit den Mitarbeitern noch schwieriger. Häufig wird in ein als Lob gedachter Satz wie „Da haben Sie gute Arbeit geleistet in den letzten Wochen“ verstanden wie „Ach und davor war meine Arbeit also nicht gut?“ Verstärkt wird das Problem heutzutage noch, wenn die Kommunikation über Medien wie das Internet überbrückt wird und somit alles Nonverbale wie Mimik und Gestik nicht wahrzunehmen ist.
Im folgenden „Kommunikationsmanager“ stellt Uwe Gremmers eine Reihe von Situationen vor, in denen positive und negative Gesprächsverläufe dokumentiert sind. Als Beispiel sei das Zusammenfassen von Inhalten genannt. Wenn der Chef die Aussagen des Gegenübers zusammenfasst, fühlt der sich ernst genommen und es wird verhindert, dass Sätze und Meinungen falsch interpretiert werden.
Eigenverantwortliches Arbeiten
Zusätzlich erfährt der Leser noch etwas über das Leistungsmanagement des Chefs sowie sein Selbstmanagement. Ein wichtiges Führungsinstrument zur Motivation der Mitarbeiter ist das Delegieren. „Dieses eigenverantwortliche Arbeiten setzt bei den Mitarbeitern voraus, dass diese auch dazu fähig sind oder dazu befähigt werden.“ Der Chef muss seine Angestellten allerdings auch mit den passenden Kompetenzen ausstatten, damit das eigenverantwortliche Arbeiten funktionieren kann. Dieses Anleiten findet im besten Fall im Zusammenspiel von Führungskraft und seinem Mitarbeiter statt.
Beim Leistungsmanagement geht es mehr um Zielsetzungen und Beurteilungen der Mitarbeiter. Zentrales Anliegen von Uwe Gremmers bleibt aber das Herausstellen der Kommunikation als die wichtigste Aufgabe einer modernen Führungskraft. Fraglich ist nur, wie solch eine direkte Gesprächsführung in großen Unternehmen stattfinden soll, in denen der Mitarbeiter den Chef nie zu Gesicht bekommt. Doch auch wenn der Autor sich weder für den autoritären Führer noch für den lockeren Teamplayer entscheiden will, so scheint er doch eher den kommunikativen Chef zu bevorzugen.
Christoph Schlüter
Neu als Führungskraft
Autor:
Uwe Gremmers
Verlag:
Humboldt Verlag
ISBN: 3899942167
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Quelle: Eigene Rezension


