Tue Gutes und sag es deinem Chef
Selbstmarketing leicht gemacht
„I’m the world’s greatest“ – Ich bin der Beste der Welt! Jemanden wie Muhammad Ali, der solch einen Satz von sich gibt, kann man zweifellos selbstbewusst nennen. Zugleich halten wir ihn aber für überheblich und arrogant. Wie kann man bloß so überzeugt von sich selbst sein wie Muhammad Ali? Doch um in Leben und Beruf weiterzukommen, ist Marketing in eigener Sache unerlässlich. Iris Hammelmann schlägt also vor: „Tue Gutes und sag es deinem Chef“.
Alle sollen sehen wie gut du bist, alle sollen dich lieben. Doch um sich selbst in ein positives Licht zu rücken, muss man erst einmal sich selbst mögen. Was aber sind eigentlich die eigenen Stärken? Wer das nicht spontan aufzählen kann, sollte sich mit Zettel und Stift bewaffnet aufs Sofa setzen und „Inventur“ machen. Von Abschlüssen und Praktika bis hin zu positiven Wesenszügen ist alles erlaubt, um einen Eindruck der eigenen Vorzüge zu bekommen. Erst wenn man sein persönliches Ist-Image kennt, kann man sich dem Soll-Image zuwenden: Was will ich in Zukunft in meinem Job besser machen?
Erstaunlich ausgeprägt ist in dem Ratgeber die Betonung der äußerlichen Darstellung. Die Grundlage des selbstbewussten Auftretens ist zwar die innere Einstellung, doch die sollte dann auch dem Chef präsentiert werden. Man soll sich, ähnlich einer Ich-AG, zu einer Marke machen. Eine antike Standuhr im modernen Büro etwa signalisiert: Da ist jemand auf dem neusten Stand und hält trotzdem die alten Werte hoch.
Streitbar wird die Autorin, wenn sie auch den Menschen selbst zu einer äußerlich ansprechenden Marke machen möchte. „Es gibt Frauen, die sich nicht über ihr Äußeres definieren wollen, sondern über ihre Leistung. Schön und gut, nur müssen die wissen, dass sie es sich besonders schwer machen.“ Auch wenn man diese Haltung als realistisch einschätzen mag, so wird sie bei Feministinnen einiges Zähneknirschen auslösen.
Auch im Kapitel über Rhetorik wird die Außenwirkung betont. Laut von der Autorin zitierten psychologischen Studien hängt eine positive Einstellung zu einem Gesprächspartner lediglich zu 7% von den Worten und Formulierungen ab. 55% dagegen entfallen auf die Körpersprache und 38% auf die Stimme. Eine ansprechend geschminkte Frau mit ruhiger und freundlicher Stimme kann also sagen, was sie will – der erste Eindruck wird positiv sein.
Tue Gutes und sag es deinem Chef – aber zeige es ihm auch. Ein großer Teil selbstbewussten Auftretens ist auf eine positive Körpersprache zurückzuführen. Muhammad Ali hätte man sein Image vom besten Boxer der Welt wohl auch nicht abgenommen, wenn er mit gebeugten Schultern und unsicherem Blick aufgetreten wäre.
Christoph Schlüter
Tue Gutes und sag es deinem Chef
Autor:
Iris Hammelmann
Verlag:
Humboldt Verlag
ISBN: Selbstmarketing leicht gemacht
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Quelle: Eigene Rezension


